Eine gerechte Hochschule geht nur gemeinsam
Unter dem Motto „Mythen, Macht, Medizin“ lud das KfC bereits im Vorfeld des feministischen Kampftags zur 4. Vollversammlung für Frauen, trans*, inter* und nicht-binäre Personen ein. Hier wurden strukturelle Ungleichheiten im Gesundheitssystem und deren Bezug zur Hochschule beleuchtet. Dass Gesundheit keine Privatsache ist, sondern direkt die Teilhabe an Studium, Forschung und Arbeit beeinflusst, zeigten die Expert*innen des Vereins Feministische Medizin e.V. Steigende Erschöpfung, Depressionen und Burnout unter Studierenden, fehlende Erholungsräume, hoher Mental Load und die weitgehende Unsichtbarkeit von geschlechtsspezifischen Themen wie Menopause im Hochschulalltag unterstreichen dies, wie die Gesundheitsbefragung der Uni Potsdam zeigte.
In den zurückliegenden Jahren wurden bereits verschiedene Themen rund um Gesundheit an der Uni Potsdam behandelt. In Veranstaltungen wie „MentalUP“, „#unitoo“ und „Gesundheit UP.klären“ ging es um den Zusammenhang von mentaler Gesundheit und Diskriminierung, um Sexualität und Geschlecht sowie ganz aktuell um Wechseljahre und Männergesundheit. Die besonders große Teilnahme von Universitätsangehörigen und das damit gezeigte Interesse an diesen Themen haben die Relevanz unterstrichen.
Weiter geht es in diesem April mit der Stärkung eines gesunden und attraktiven Campuslebens: Mit Vorträgen, Think-Labs und Möglichkeiten zur Mitwirkung sollen gemeinsam Ideen für eine gute Gesunderhaltung in Studium und Arbeit entwickelt werden. Hochschulangehörige sind eingeladen, Best Practice-Beispiele kennenzulernen, Impulse zu geben und Prioritäten mitzubestimmen.
Wahl der zentralen und dezentralen Gleichstellungsbeauftragten
Im Verlauf des Jahres gibt es zahlreiche weitere Möglichkeiten, die eigene Stimme für Gleichstellung, Antidiskriminierung und ein gesundes, attraktives, chancengleiches Campusleben an der UP einzusetzen. Im Sommer stehen die Wahlen der Gleichstellungsbeauftragten an. Die Bilanz zeigt, dass viel geschafft wurde, aber noch viel zu tun bleibt. „Gemeinsam haben wir in den vergangenen Jahren erreicht, dass das Eintreten für die Gleichstellung der Geschlechter, für Diversität und Antidiskriminierung sichtbare Fortschritte bringt“, sagt die Vizepräsidentin für Forschung, wissenschaftliche Qualifizierungsphase und Chancengleichheit, Prof. Dr. Barbara Höhle. „Trotz der strukturellen und dauerhaften Verankerung der Thematik an der Universität Potsdam zeigen uns antidemokratische Strömungen, dass wir unser Engagement nicht vernachlässigen dürfen“, mahnt sie zugleich.
„Für die Gleichstellungs- und Diversitätsarbeit heißt Resilienz, Schutzräume aufzubauen, Benachteiligungen sichtbar zu machen und Vielfalt so zu fördern, dass Exzellenz und Chancengerechtigkeit kein Gegensatz sind“, erklärt die zentrale Gleichstellungsbeauftragte Christina Wolff, die sich, dankbar für die bisherige Unterstützung, erneut zur Wahl stellt.
Im Sommer werden auch die dezentralen Gleichstellungsbeauftragten an den Fakultäten, in den verschiedenen Universitätsbereichen und zentralen Einrichtungen für zwei Jahre neu gewählt. Sie unterstützen die zentrale Gleichstellungsbeauftragte bei der Beratung, Mitwirkung in Gremien und beim Abbau von Diskriminierung. Wer Ideen für ein gesundes, attraktives, chancengerechtes Campusleben hat, kann sich hier auch im eigenen Bereich engagieren. Interessierte können sich bereits jetzt auf den Internetseiten des Koordinationsbüros für Chancengleichheit oder im Intranet informieren und kandidieren.
Teilnahme am ersten Re-Audit „Vielfalt gestalten“
Ebenfalls noch in diesem Jahr nimmt die Universität Potsdam am ersten Re-Audit „Vielfalt gestalten“ des Stifterverbands teil, um ihre Strukturen weiter zu verbessern, die Diversitätsarbeit der UP zu evaluieren und für die nächsten Jahre auszurichten. Im November findet der Audit-Besuch des Stifterverbands und der Auditor*innen statt, an dem alle interessierten Hochschulangehörigen teilnehmen und dabei ihre Vorstellungen einer diskriminierungssensiblen, chancengerechten Hochschule einbringen können. Das KfC freut sich über Interessenbekundungen.
Kontakt: nina.khanuuni-potsdampde
Die eigene Stimme einsetzen – Für Gleichstellung, Antidiskriminierung und ein gesundes, attraktives und chancengleiches Campusleben
Seit über 100 Jahren wird im März der Feministische Kampftag begangen. Er hat seine Wurzeln in Kämpfen der Arbeiterinnenbewegung um die Politikerin Clara Zetkin. Am „Frauenkampftag“ gingen Frauen für ihr Wahlrecht, für Gleichberechtigung, höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und gegen Diskriminierung auf die Straße.
Aus Anlass des Feministischen Kampftages informiert das Koordinationsbüro für Chancengleichheit (KfC) in diesem Jahr zu geschlechtsspezifischer Gesundheitsversorgung und ruft zur Partizipation in der Veränderung der Strukturen auf.