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Zehn Fragen für ein Buch – „Regionale und kommunale Zusammenarbeit im deutsch-polnischen Grenzraum“

Zehn Fragen für ein Buch, gestellt an Peter Ulrich, einen der beiden Herausgeber des Buches „Regionale und kommunale Zusammenarbeit im deutsch-polnischen Grenzraum. Herausforderungen und Dynamiken grenzüberschreitender Kooperation am Beispiel von Brandenburg-Lubuskie“, Universitätsverlag 2025.

Was steht in Ihrem Buch – in drei Sätzen?
In unserem Buch geht es darum, wie Regionen und Kommunen aus Brandenburg und Polen im Grenzraum zusammenarbeiten. Uns hat besonders interessiert, wie sich die Kooperation seit dem Fall des Eisernen Vorhangs entwickelt hat, welche Herausforderungen bestehen und welche Dynamiken zu beobachten sind. Das wird alles im Buch aus einer kommunalwissenschaftlichen und regionalentwicklerischen Perspektive beleuchtet.

Hat Ihr Buch eine Geschichte?
Das Buch ist ein Sammel- und Projektband, das ich zusammen mit meinem ehemaligen Kollegen Martin Reents vom Fachgebiet Regionalplanung der BTU Cottbus-Senftenberg herausgegeben habe. Es ist aus einem universitären Forschungsverbund entstanden, der vom Bundesforschungsministerium finanziert wurde. Die Idee des Verbunds war dabei, die deutsch-polnische mit der französisch-deutschen grenzüberschreitend-subnationalen Zusammenarbeit zu vergleichen. Daher waren Universitäten aus West- und Ostdeutschland in dem Verbund beteiligt. Dieses Buch legt den Fokus auf die brandenburgisch-polnische regionale und kommunale Zusammenarbeit.

Warum ist Ihr Buch wie kein anderes?
Es gibt zwar schon umfangreiche Literatur zur deutsch-polnischen subnationalen Zusammenarbeit, aber unser Buch ist anders – aus drei Gründen:

Praxisnähe: Das Buch ist sehr nah dran an aktuellen Themen und Herausforderungen von Akteuren in Brandenburg und den Kommunen im Grenzraum. Die empirischen Daten – etwa zur Erarbeitung der Nachbarschaftsstrategie Polen des Landes Brandenburg und zur interkommunalen brandenburgisch-sächsisch-polnischen Zusammenarbeit in Form eines Europäischen Verbunds für territoriale Zusammenarbeit – sind anhand qualitativer Expertinnen- und Experten-Interviews auf Landes-/Wojewodschafts-, Landkreis- und Gemeindeebene im Untersuchungsraum gesammelt worden.

Aktualität und Themenbreite: In dem Buch geht es um sehr aktuelle Themen, die die deutsch-polnische grenzüberschreitende Zusammenarbeit herausgefordert haben. Neben Krisen wie die Corona-Pandemie, die damit und mit Migrationsbewegungen verbundenen Grenzschließungen, das Fischsterben in der Oder und die unterschiedliche Flusspolitik in Brandenburg und Polen, behandeln die Beiträge auch Dynamiken und Potenziale der Zusammenarbeit wie rechtliche Vertiefung und Verwaltungsintegration, grenzüberschreitende regionale Strategieentwicklung, Daseinsvorsorge, Raumentwicklung und Mobilität.

Perspektiven aus anderen Regionen: Da in dem Projekt zwei Grenzregionen analysiert wurden, sind in dem Buch auch Beiträge versammelt, die einen Blick auf die deutsch-polnische Grenzregion von außerhalb ermöglichen. Dadurch wird auch ein interregionaler Wissenstransfer angestoßen.

Sie veröffentlichen im Universitätsverlag Potsdam – und damit open access. Warum?
Ich finde es persönlich schön, eigene wissenschaftliche Erkenntnisse der Öffentlichkeit frei zugänglich zur Verfügung zu stellen. Des Weiteren publiziert das Kommunalwissenschaftliche Institut der Universität Potsdam seit vielen Jahren frei zugängliche institutseigene Schriften und Gutachten. Insgesamt 57 Publikationen wurden seit 2000 in den Institutsreihen open access veröffentlicht.

Wer sollte Ihr Buch lesen – und wann?
Das Buch richtet sich an Interessierte der deutsch-polnischen Zusammenarbeit in Brandenburg, Polen und aus anderen Regionen. Ich würde die Hauptzielgruppe bei Akteuren im öffentlichen und privaten Sektor sehen, die zu deutsch-polnischen Themen arbeiten. Des Weiteren ist das Buch auch für den akademischen Betrieb von Interesse – bei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und bei Studierenden, die sich in dem Bereich weiter einarbeiten möchten.

Was lesen Sie selbst?
Ich lese – wenn es nicht gerade Fachliteratur ist – gerne den Berg an Büchern „herunter“, die ich zu Weihnachten geschenkt bekomme. Auf die Weihnachtswunschliste kommen meist Sachbücher zu gesellschaftlichen Themen und aktuelle Romane.

Was hat Spaß gemacht beim „Buchmachen“ – und was eher nicht?
Da es ein Sammelband ist, haben viele Autorinnen und Autoren mitgeschrieben. Mir hat besonders Spaß gemacht, die Autorinnen und Autoren zusammenzubringen und von dem Buchprojekt zu überzeugen. Interessant war es auch, die unterschiedlichen Texte unter einer gemeinsamen konzeptionellen und thematischen Klammer und Struktur zu vereinen. Weniger Spaß hat es hingegen gemacht, säumige Autorinnen und Autoren an die erneut verpasste Einreichfrist zu erinnern. 

Auf einer Skala von 1 bis 10: wie gut ist Ihr Buch?
Da wir unser Buch open access zur Verfügung stellen, präsentieren wir es der breiten Öffentlichkeit. Wir sind mit dem Resultat zufrieden, sonst würden wir es nicht machen. Das eigene Buch zu bewerten, ist wirklich schwierig, daher freuen wir uns über positive und auch kritische Rückmeldung.

Wenn Sie könnten: Würden Sie sich für das Buch einen Preis verleihen – und wenn ja, welchen?
Wenn ich unserem Buch einen Preis verleihen würde, dann einen, der sich der grenzüberschreitend-europäischen Idee und den kommunalen Belangen verbunden fühlt und zugleich einen Zugang zu Ressourcen für weiterführende Forschung ermöglicht.

Und nun noch 3 Sätze zu Ihnen …
Ich bin promovierter Politik- und Verwaltungswissenschaftler und seit 2022 wissenschaftlicher Geschäftsführer des Kommunalwissenschaftlichen Instituts der Universität Potsdam. Ich habe zuvor an verschiedenen wissenschaftlichen Standorten im Land Brandenburg (Frankfurt, Cottbus und Erkner) zu kommunalen und regionalen Themen gearbeitet. An der Universität Potsdam bin ich in der kommunalwissenschaftlichen Forschung, Lehre und Beratung tätig.
 

„Zehn Fragen für ein Buch“ öffnet die Tür zum Potsdamer Universitätsverlag und stellt regelmäßig Neuerscheinungen vor. „Regionale und kommunale Zusammenarbeit im deutsch-polnischen Grenzraum. Herausforderungen und Dynamiken grenzüberschreitender Kooperation am Beispiel von Brandenburg-Lubuskie“ ist online hier verfügbar und kann hier als Buch bestellt werden. Weitere Neuerscheinungen aus dem Universitätsverlag hier.