„Neben Forschung, Lehre und Transfer gehört zu einer Universität eben auch der Anspruch, eine moderne Dienstleisterin und attraktive Arbeitgeberin zu sein“, sagt Kanzler Hendrik Woithe, stolz darauf, die Campusgestaltung nicht nur im Hochschulentwicklungsplan (HEP) verankert zu haben, sondern auch im Hochschulvertrag mit dem Land. Mehr als hundert Vorschläge sind von den Teilnehmenden zweier universitätsweiter Workshops eingegangen, die jetzt in Themenjahre über die gesamte Laufzeit des HEP und darüber hinaus bis 2031 einfließen sollen. Los geht es 2026 mit dem Thema Gesundheit, es folgen Demokratieförderung, Arbeitsbedingungen, Diversität sowie Internationales und schließlich Nachhaltigkeit. Es sind Querschnittsthemen, die alle betreffen: Studierende und Lehrende, Beschäftigte in Technik und Verwaltung, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. „Natürlich befassen wir uns ständig mit all diesen Aufgaben, in den Themenjahren wollen wir aber noch einmal den Fokus auf besondere Herausforderungen richten, um gemeinsam entscheidende Schritte voranzukommen“, so der Kanzler, der dem Ganzen eine große Sichtbarkeit geben und eine neue Kultur etablieren möchte, in der alle sicher sind, sich einbringen zu dürfen. „Wir wollen keine Lippenbekenntnisse, sondern ein tiefes Bewusstsein für diese Themen schaffen, sodass sie Einzug in unsere Werte und Grundannahmen halten und sich im Handeln widerspiegeln.“
Damit von den zahlreichen Vorschlägen der Uniangehörigen nichts verloren geht, gibt es über die gesamte HEP-Laufzeit ein Monitoring, erklärt Nadine Shovakar. Die Leiterin des Kanzlerbüros hat parallel dazu mit der zentralen Gleichstellungsbeauftragten und Leiterin des Koordinationsbüros für Chancengleichheit, Christina Wolff, das Beteiligungsformat „Attraktiver Campus“ entwickelt. Am Beispiel des schon begonnen Themenjahres „Gesundheit“ erläutern sie ihre Vorgehensweise: „Wir starten mit einer Phase der Inspiration, etwa durch hochschulöffentliche Vorträge oder Ringvorlesungen. In diesem Frühling geht es los mit unseren Lunch-Talks zum Thema“, sagt Christina Wolff. Am 27. April wird Psychologin Natalie Hartig darüber sprechen, wie soziale Medien und KI unsere Gesundheit beeinflussen. Am 18. Mai folgt ein Vortrag von Sportwissenschaftler Constantin Späth, der zeigen wird, wie der gute Vorsatz, sich mehr zu bewegen, zur alltäglichen Gewohnheit wird. Und am 1. Juni erklärt Pia-Maria Wippert, Professorin für Medizinische Soziologie und Psychobiologie, wie sich besser mit Stress umgehen lässt.
Eine zweite Phase dient der Ideenfindung. „Beim Campus Festival am 5. Juni fragen wir Studierende und Mitarbeitende, was eine zukunftsfähige Universität braucht, die Gesundheit als Querschnittsaufgabe ernst nimmt. Die fünf besten Ideen, sollen dann ab Herbst umgesetzt werden“, kündigt Nadine Shovakar an und erinnert in diesem Zusammenhang an die HAY-Umfrage „How are you“, die im vergangenen Jahr vom studentischen Gesundheitsmanagement, dem Feel Good Campus, durchgeführt wurde. Auf der Grundlage der HAY-Ergebnisse sollen Studierende im Wintersemester in Think-Labs Vorschläge zur besseren Gesunderhaltung während des Studiums konkretisieren. Ziel all der Initiativen sei ein starkes Wir-Gefühl aller Hochschulangehörigen. „Auf dem Weg dorthin ist auch schon viel geschafft worden“, sagt der Kanzler und nennt die After Work-Treffen, gemeinsame Sportevents wie den Firmenlauf oder auch Konzerte, die Weihnachtsfeier und den Golmer Markt im Advent. Wichtig für ein attraktives Campusleben seien aber auch Räume, in denen man sich treffen und austauschen könne, wie die Cafeteria am Neuen Palais, die im Spätsommer wieder öffnen soll. Für den neuen Campus auf dem Brauhausberg bestehe die Chance, die Raumgestaltung an den Bedarfen einer modernen Universität im 21. Jahrhundert auszurichten. Weil sich Lehrformate und Arbeitsweisen ändern, brauche es wandelbare Systeme, in denen klassische Hörsäle durch Projektflächen, Labore, hybride Lernräume ergänzt und Büroflächen multifunktional gedacht werden. „MakersLabs und Pop-up-Stores, Gastronomie, vielleicht eine Galerie, ein Amphitheater bringen zudem Leben auf den Campus, sodass die Menschen Lust haben, dort länger zu verweilen“, so Woithe. Auch hier sollen die Ideen der Uniangehörigen aufgenommen werden. „Wir wollen ihrem Bedürfnis nach Zugehörigkeit Raum geben. Sie sollen selbst aktiv werden können und für gemeinsame Projekte Verantwortung übernehmen.“
Weitere Informationen unter: https://www.uni-potsdam.de/de/up-entdecken/up-im-portraet/attraktiver-campus
Ein Projekt für die Umsetzung der Maßnahmen aus dem Hochschulentwicklungsplan 2025-2029 - Attraktiver Campus. In Zusammenarbeit mit dem Kanzlerbereich, Koordinationsbüro für Chancengleichheit, Dezernat für Personalangelegenheiten, Feel Good Campus, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Green Office und International Office.