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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Die Vorbereitung auf meinen Erasmus-Aufenthalt in Aarhus begann bereits mehrere Monate vor der Abreise. Ich habe mich intensiv mit dem Erasmus+ Programm auseinandergesetzt und mich frühzeitig über die verschiedenen Möglichkeiten und Anforderungen informiert. Das International Office meiner Heimuniversität war dabei eine wertvolle Anlaufstelle und bot umfassende Informationsveranstaltungen an. Die Kontaktaufnahme mit der Aarhus Universitet verlief erfreulich unkompliziert. Bereits kurz nach meiner Nominierung erhielt ich alle notwendigen Informationen per E-Mail, einschließlich detaillierter Anweisungen zum Bewerbungsprozess und zu den einzureichenden Unterlagen. Ich bin mit einem konkreten Plan in die Vorbereitung gestartet und habe mich vorab intensiv über die Universität, die Kursangebote und das Leben in Dänemark belesen. Die Kommunikation mit dem International Centre in Aarhus war stets freundlich und effizient, was mir viel Sicherheit gab.


Studienfach: Computer Science M.Sc. 

Aufenthalsdauer: 08/2025 - 01/2026

Gastuniversität: Aarhus University

Gastland: Dänemark

Studium an der Gastuniversität

Das Studium an der Aarhus Universitet hat meine Erwartungen in vielerlei Hinsicht übertroffen. Die Qualität der Lehre ist außerordentlich hoch, und die Dozierenden sind nicht nur fachlich kompetent, sondern auch sehr engagiert und zugänglich. Das Verhältnis zwischen Studierenden und Lehrenden ist informell und persönlich und die Atmosphäre in den Seminaren ist offen und diskussionsfreudig. Besonders positiv empfand ich die Prüfungsformate. Im Masterstudium werden hauptsächlich mündliche Prüfungen durchgeführt, bei denen die Dozierenden wirklich nachhaken und prüfen konnten, ob man die Inhalte verstanden hat und nicht nur auswendig gelernt. Diese Art der Leistungsbewertung empfand ich als fairer und lernförderlicher als reine schriftliche Klausuren.

Ein kleiner Wermutstropfen war, dass ich keine Kurse aus anderen Fakultäten belegen durfte. Ich hatte mich für einige interessante interdisziplinäre Veranstaltungen interessiert, die ich mir an meiner Heimuniversität hätte anrechnen lassen können, wurde aber darauf hingewiesen, dass ich mich auf Kurse der naturwissenschaftlichen Fakultät beschränken müsse. Das fand ich schade, da gerade der interdisziplinäre Austausch eine Bereicherung gewesen wäre.

Die technische Ausstattung der Universität ist hervorragend. Es gibt zahlreiche moderne Arbeitsplätze, gut ausgestattete Bibliotheken und Computerpools, die auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten zugänglich sind. Die Organisation erfolgt über verschiedene digitale Lernplattformen wie Brightspace und AU-Mail, die intuitiv zu bedienen sind und alle wichtigen Informationen bündeln.

Wohn- und Lebenssituation

Die Wohnungssuche gestaltete sich glücklicherweise unkompliziert. Gemeinsam mit meiner Freundin hatte ich mich beim Studentenwerk (AUH – Aarhus University Housing) beworben und unsere Wohnungspräferenz angegeben. Wir hatten das Glück, eine Anderthalbzimmerwohnung für knapp über 700 Euro pro Monat zu bekommen. Im Vergleich zu anderen Angeboten auf dem privaten Wohnungsmarkt, wo die Preise oft deutlich höher liegen, waren wir wirklich gut dran.

Unsere Wohnung lag allerdings etwas außerhalb der Innenstadt, etwa 40 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Campus entfernt. Das war anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber die Wohngegend war ruhig und gut angebunden. Zu Beginn des Aufenthalts haben wir uns Fahrräder gemietet, was die Reisezeit erheblich verkürzte und uns außerdem ermöglichte, die Stadt flexibler zu erkunden.

Dänemark ist ein ausgesprochen fahrradfreundliches Land. Aarhus verfügt über ein hervorragend ausgebautes Netz an Fahrradwegen, und selbst im Winter sind viele Einheimische mit dem Rad unterwegs. Für meine Verhältnisse war das teilweise etwas extrem, besonders bei eisigen Temperaturen und starkem Wind – sodass ich in den Wintermonaten das Fahrrad abgab und auf die öffentlichen Verkehrsmittel umstieg. Die Busse in Aarhus sind pünktlich und zuverlässig, allerdings auch recht teuer. Eine Monatskarte kostet etwa 60–70 Euro, was im Vergleich zu Deutschland deutlich mehr ist. Alternativ kann man Einzelfahrten über die App "Midttrafik" buchen, was praktisch, aber auf Dauer ebenfalls kostspielig ist. Dennoch ist das öffentliche Verkehrsnetz gut organisiert und deckt die gesamte Stadt sowie das Umland ab.

Das Bezahlen in Dänemark läuft nahezu ausschließlich digital ab. Ich habe während meines gesamten Aufenthalts kein einziges Mal Bargeld benötigt. Überall wird Kartenzahlung akzeptiert, selbst in kleinen Cafés oder auf Wochenmärkten.

Eine Besonderheit in Dänemark ist das Bezahlsystem MobilePay, das von den Einheimischen für nahezu alle Transaktionen genutzt wird. Leider kann man sich als internationaler Studierender ohne dänische Telefonnummer oder dänisches Bankkonto nicht bei MobilePay anmelden, was manchmal etwas umständlich war. In den meisten Fällen konnte ich jedoch auf klassische Kartenzahlung oder Überweisungen ausweichen.

Lebenshaltungskosten

Dänemark ist teuer – das lässt sich nicht beschönigen. Die Lebenshaltungskosten liegen deutlich über denen in Deutschland. Ein Restaurantbesuch kostet schnell 15–25 Euro pro Person, ein. Auch Lebensmittel im Supermarkt sind merklich teurer. Besonders frisches Obst, Gemüse und Milchprodukte schlagen zu Buche.

Insgesamt sollte man mit monatlichen Lebenshaltungskosten von etwa 1100–1600 Euro rechnen – inklusive Miete, Lebensmitteln, Transport und Freizeitaktivitäten.

Freizeitangebote

Aarhus ist eine lebendige, studentenfreundliche Stadt mit einem vielfältigen Freizeitangebot. Es gibt zahlreiche Museen, darunter das beeindruckende ARoS Kunstmuseum mit seinem berühmten Regenbogen-Panorama, sowie viele gemütliche Cafés, Restaurants und Bars. Ein persönlicher Favorit von mir war das Spielecafé, wo man in entspannter Atmosphäre Brettspiele mit Freunden spielen kann. Im Wintersemester findet außerdem die sogenannte Free Museum Week statt, während der man kostenlos viele Museen besuchen kann. Das war eine tolle Gelegenheit, die kulturelle Vielfalt der Stadt zu erkunden, ohne das Budget zu sprengen. Das dänische Konzept von Hygge – Gemütlichkeit, Wärme und Zusammensein wird in Aarhus großgeschrieben. Besonders in den dunklen Wintermonaten wird viel Wert auf gemütliche Abende mit Kerzen, warmen Getränken und guten Gesprächen gelegt.

Tipps für nachfolgende Studierende

  • Früh bewerben: Besonders für Wohnungen über AUH sollte man sich so früh wie möglich bewerben, da die Plätze begrenzt sind.
  • Fahrrad mieten: Zumindest für die ersten Monate lohnt es sich, ein Fahrrad zu mieten. Es macht die Stadt erlebbar und spart Geld bei den Transportkosten.
  • Auf den Winter vorbereiten: Die Wintermonate in Dänemark sind dunkel und regnerisch. Es wird bereits gegen 15:30 Uhr dunkel, und die Sonne zeigt sich selten. Umso wichtiger ist es, soziale Aktivitäten zu planen, die drinnen stattfinden
  • Reisen: Dänemark ist klein und gut zu bereisen. Nutzt die Gelegenheit, um Kopenhagen, Skagen, die Nordseeküste oder kleine Inseln wie Samsø zu erkunden. Ein besonderes Highlight für mich war jedoch Skagen, die nördlichste Stadt Dänemarks, wo sich Nordsee und Ostsee treffen.
  • ESN Time Travels: Die vom ESN organisierten Reisen sind erschwinglich und eine gut Möglichkeit, neue Orte zu entdecken.

Studienfach: Computer Science M.Sc. 

Aufenthalsdauer: 08/2025 - 01/2026

Gastuniversität: Aarhus University

Gastland: Dänemark

Rückblick

Mein Erasmus-Aufenthalt in Aarhus war eine außerordentlich bereichernde Erfahrung, die ich jedem ans Herz legen kann. Die Qualität der Lehre, die offene und unterstützende Atmosphäre an der Universität und die Freundlichkeit der Menschen haben mich nachhaltig beeindruckt.  Die Stadt Aarhus bietet eine perfekte Mischung aus urbanem Leben und entspannter, studentischer Atmosphäre. Das Konzept von Hygge habe ich in meinen Alltag integriert und schätze es noch heute. Auch wenn der Winter in Dänemark dunkel und regnerisch sein kann, sollte man sich davon nicht abschrecken lassen. Mit der richtigen Einstellung, guter Planung und vielen gemeinsamen Aktivitäten wird auch diese Zeit zu einer wertvollen Erfahrung.

Ich kann mir gut vorstellen, langfristig nach Dänemark zurückzukehren, sei es für ein Praktikum, eine Doktorandenstelle oder sogar dauerhaft. Das Land, die Universität und die Menschen haben mir sehr gut gefallen, und ich bin dankbar für die vielen wertvollen Erlebnisse und Erkenntnisse, die ich mitnehmen konnte.
Mein Fazit: Erasmus in Aarhus ist eine ausgezeichnete Wahl, sowohl akademisch als auch persönlich. Ich würde es jederzeit wieder tun und kann es jedem nur wärmstens empfehlen!


Dänemark

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