Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes
Das wichtigste vorweg. Solltest du auch nur im Entferntesten mit dem Gedanken spielen ein Erasmus Semester in dein Studium einzubauen und dir noch nicht sicher sein, lass dir gesagt sein, es wird das schönste und unvergesslichste Semester deines Studiums. Ich möchte jede Person ermutigen diese Chance zu Nutzen.
Vorbereitung des Auslandsaufenthalts
Die Organisatorische Vorbereitung des Erasmus kann anfangs etwas Überwältigend sein. Wo möchte ich hin? Was bieten die Auswärtigen Universitäten an? Welche Dokumente benötige ich und was für Herausforderungen liegen vor mir? Das alles sind Fragen, die sich erst während oder nach des Bewerbungsprozesses klären. Mein Tipp hierbei ist, macht euch nicht zu sehr druck. Die ganzen Deadlines, die auf einen während der Bewerbungsphase zukommen sind anfangs erschlagend, doch selbst ein verspätetes Abgeben bedeutet in den meisten Fällen nicht den Ausschluss aus dem Programm. Ich denke es ist trotzdem auch wichtig zu erwähnen, dass die Organisation des Erasmus eine Zeit konsumierende Beschäftigung ist, die auf das Vollzeit Studium noch oben drauf kommt. Es kann stressig werden und ihr werdet einige Organisatorische Prozesse auf einmal im Auge behalten müssen. Aber es lohnt sich.
Zu aller erst müsst ihr euch bei eurer Heimatuniversität auf das Erasmus bewerben. Hierbei sucht ihr euch eine Gastuniversität aus und bewerbt euch mit Hilfe eines Motivationsschreibens auf diese Uni. Es ist wichtig zu erwähnen, warum ihr euch für genau diese Universität entschieden habt. Wenn eure Hochschule euch dann einer Universität zugeteilt hat bewerbt ihr euch ein zweites Mal, dieses Mal bei dieser Universität. Achtung hier ist die Frist für jede Uni und jedes Land unterschiedlich, informiert euch also frühzeitig.
Das „International Students & Scholars Office (ISSO)“ der UGA hat anfangs informative Webinare veranstaltet bei denen wir Informationen über die Wohnungssituationen in Grenoble erhalten haben. Falls ihr dafür keine E-Mail bekommen habt findet ihr die Termine auch online unter: https://international.univ-grenoble-alpes.fr/getting-organized/the-steps-of-your-stay/the-steps-of-your-stay-783686.kjsp?RH=1601556014349
Die Kontaktaufnahme mit der Université Grenoble Alpes ist für jede Fakultät unterschiedlich. In meinem Fall habe ich mich für die Naturwissenschaftliche Fakultät PHITEM entschieden und eingeschrieben. Die erste Kontaktaufnahme habe ich von den verantwortlichen Koordinatorinnen als E-Mail erhalten. Solltet ihr keine E-Mails erhalten könnt ihr euch beim ISSO melden, die helfen euch gerne weiter. Alle benötigten Bewerbungsunterlagen wurden mir ebenfalls über die erste E-Mail mitgeteilt.
Organisationen wie „Campus France“ bieten ebenfalls digitale Info-Veranstaltungen für alle Studierenden an, die im kommenden Semester nach Frankreich gehen. Dort kriegt ihr ebenfalls Infos zum Französischen Universitätssystem, zu Krankenversicherungen, zum Wohnen und dem Alltag in Frankreich.
Studium an der Gastuniversität
Bei den Geowissenschaftler*Innen war das Lernklima sehr nett und offen. Die Studis haben sich gegenseitig unterstützt und geholfen. Die Professor*Innen nehmen sich für dich genau so viel zeit, wie für alle anderen und antworten meistens auch auf E-Mails. Fragt auf jeden Fall am Anfang, ob es für euch möglich ist die Klausuren auf Englisch zu schreiben.
Die UGA hat sehr tolle Sport Angebote für die ihr euch in den ersten Wochen über euren SUAPS Account Anmelden könnt. Hier ist es nicht ganz sicher, ob ihr einen Kurs erhaltet, da die Nachfrage sehr hoch ist. Sollte das der Fall sein könnt ihr allerdings trotzdem in dem Uni Schwimmbad schwimmen gehen oder in der Kletterhalle klettern. Für letzteres benötigt ihr die U-Grimp card, die erhaltet ihr ebenfalls über euren SUAPS Account.
Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden
Ich habe an der UGA „science de la terre“ studiert. Meine Kommiliton*Innen in den Modulen waren sehr offen und sind bereits nach den ersten Lehrveranstaltungen auf mich zu gekommen. Ich habe allerdings auch von anderen Erasmus Kontakten gehört, dass ihnen kaum Interesse der Französischen Studis entgegengebracht wurde. Ich denke hier muss man einfach Glück haben. Um tiefere Freundschaften auf zu bauen ist ein gutes Level in Französisch auf jeden Fall hilfreich, da sonst leider doch eine Sprachbarriere vorliegt. Falls ihr nicht über eure Kurse in Kontakt mit Französischen Studis geratet ist die Küfa („Küche für alle“), die immer montags stattfindet ein sehr schöner Ort um Kontakte zu knüpfen.
Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt
Es besteht die Möglichkeit, dass ihr für euren Studiengang einen Sprachnachweis benötigt. Nachgucken könnt ihr das ebenfalls online unter:
LANGUAGE CERTIFICATE - Université Grenoble Alpes
Versucht das Zertifikat möglichst früh zu erhalten. Es reicht auch schon die Versicherung eurer Französisch Professor*Innen, dass ihr das Level nach Abschluss des Kurses erreicht, ihr müsst also nicht zwangsweise die Klausur bestehen. Eure Sprachkompetenz wird sich auf jeden Fall während des Semesters verbessern.
Wohn- und Lebenssituation
Über die Webinare des ISSO‘s haben wir auch erfahren, wie wir uns auf eine „Crous residence“ bewerben können. Das sind die Studentenwohnheime in Frankreich. Die Miete dort variiert je nach Größe und Modernität des Zimmers, liegt jedoch meist zwischen 300 – 450 €. Es ist jedoch nicht garantiert, dass ihr ein Zimmer in einem Studentenwohnheim erhaltet, da die Nachfrage oft größer, als das Angebot ausfällt. Was ich vor dem Antritt meines Erasmus jedoch nicht wusste ist, dass es durchaus möglich und realistisch ist ein Zimmer zur Untermiete in einer bereits bestehenden WG zu finden. Ich würde empfehlen eine Bewerbung für eine Crous Unterkunft ab zu geben und dann trotzdem nebenbei nach alternativen zu gucken. Über die Website leboncoin findet ihr Angebote für WG-Zimmer, sucht Begriffe wie „chambre en colocation“. Die studi Unterkünfte sind nämlich definitiv nicht so gemütlich wie eine Französische WG in der Innenstadt. Mein Zimmer lag in der „Crous residence Ouest“ und war durchaus in Ordnung. Anfangs hatte ich ein wenig Probleme mit Kakerlaken (darauf müsst ihr euch leider in diesen Unterkünften einstellen) doch solange ihr kein Offenes Essen in eurem Zimmer liegen lasst ist das Auffinden von den kleinen Tierchen selten (und trotzdem ein bisschen Eklig).
Studienfach: Geoökologie
Aufenthaltsdauer: 09/2025 – 01/2026
Gastuniversität: Universitè Grenoble Alpes
Gastland: Frankreich
Rückblick
Abschließend kann ich euch nur ans Herz legen die Berge in Grenoble zu nutzen. Es ist so schön, wie viele Menschen dort aktiv sind und es wird euch definitiv leicht fallen Leute zu finden, mit denen ihr Wandern, Klettern und Ski-fahren könnt. Falls ihr gerne eine Längere oder aufwändigere Wanderung machen wollt könnt ihr euch über den „Club grenoble rando Université“ jeden Donnerstag Equipment ausleihen.
Haltet die Augen offen für Filmfestivals und Musikangebote. Außerdem lohnt es sich ein Fahrrad aus zu leihen oder über leboncoin zu kaufen. Das ausleihen geht über M-Velo.
Mir hat das Erasmus an der UGA sehr gut gefallen und ich kann es guten Gewissens weiterempfehlen.