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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Ich habe mich für die Universität Plymouth in UK entschieden und habe angefangen mich darauf zu bewerben. Da Großbritannien 2025 nicht mehr am Erasmusprogramm teilnahm (sie planen wieder teilzunehmen), galten andere Regelungen bzw. man musste sich zusätzlich für ein Fernwehstudium beim DAAD bewerben. Das ging glücklicherweise alles über die Uni Potsdam und den internen Bewerbungsplattformen. Dennoch entsprach es einer intensiveren Vorbereitung für das Auslandssemester, da ein weiteres detailliertes Motivationsschreiben erwartet und ein Empfehlungsschreiben/Gutachten benötigt wurde. Das waren am Ende auch nochmal wichtige Kriterien. Ansonsten galten ähnliche Bedingungen wie für die normale Erasmus+ Bewerbung. Es wurden Dokumente benötigt wie Lebenslauf, Transcript of Record, Bestätigung der Gastuniversität, und weiteres. Die Uni Plymouth braucht vor allem deinen Reisepass und weiteres Motivationsschreiben als Bestätigung. Das Outgoing-Team der Uni Potsdam ist super aufgestellt und ist immer für Fragen zur Verfügung gewesen. Besonders wenn es um UK ging, da bestimmte Angelegenheit etwas anders waren. Das Incoming-Team der Uni Plymouth ist auch sehr hinterher, was Organisation angeht. Sie antworten grundsätzlich innerhalb von 3 Tagen, wenn nicht sogar innerhalb von Stunden. Zusammen mit der Uni Potsdam hat es dann super gepasst. Jede*r war und ist sich der Erasmus-UK-Situation bewusst gewesen und hat das Beste draus gemacht. Für ein halbes Jahr (bis zu 6 Monate) braucht man kein Visum, nur eine ETA. Alles darüber braucht man ein Visum. Also für diejenigen die ein Jahr bleiben möchten, fangt mindestens ein Jahr früher an sich zu informieren, da sonst das Visum nicht durchgeht. Auch für schnellere Verfahren sind es mindestens 3 Monate, soweit ich weiß. Wenn ihr herausfinden wollt, wann und welche Kurse in welchen Semestern stattfinden in Plymouth, müsst ihr teilweise erst Koordinatoren anschreiben. Denn das ist nicht ersichtlich aus der Webseite und stellt definitiv ein Kritikpunkt dar. Ansonsten findet alles online via Plattformen und E-Mail statt. Die Ansprechpartner sind aber alle sehr freundlich und hilfsbereit.


Studienfach: Geoökologie B.Sc.

Aufenthaltsdauer: 09/2025 - 01/2026

Gastuniversität: University of Plymouth

Gastland: Großbritannien

Studium an der Gastuniversität

Die Uni Plymouth ist eine gute Uni, an der man viele Möglichkeiten hat, sich weiterzuentwickeln – sowohl akademisch und sprachlich. Das Studiensystem ist ähnlich zum Deutschen. Vorlesungen, Kursaufgaben und Klausuren sind Teil vom Studium. Je nach Modul, muss man entweder nur ein bis zwei Kursarbeiten abgeben, Kursarbeit und Klausur oder nur eine Klausur scheiben.

Es gab Einsteigermodule und fortgeschrittene Classes aus den höheren Semestern, die entsprechend einfacher oder anspruchsvoller sind. Da wird dann ein grundsätzliches Niveau vorausgesetzt. Dennoch bleibt es machbar und fair. Die Vorlesungen dauern zwei Stunden ohne Pausen dazwischen. Es gibt Personal Tutors im ersten Jahr, welche einem im Studium unterstützen. Wenn ihr das nicht habt, kann man sich immer ans Student Hub und Incoming Exchange Team wenden. Die beantworten einem jegliche Fragen zum Studium und zu Abläufen. Nach meinem Empfinden sind alle Leistungsbewertungen gerecht. Alle Abgaben und Ansprüche an das Modul werden am Anfang des Semesters geklärt. Auch die Bewertungsmaßstäbe mit der gesamten Modulübersicht werden zur Verfügung gestellt und sind jederzeit einsichtbar. Die Dozierenden sind sehr hinterher und antworten recht schnell auf E-Mails. Das Studienklima in Plymouth ist grundsätzlich sehr freundlich. Die Dozierenden sind meist engagiert, meistens sehr freundlich und nehmen sich Zeit für ein kurzes Gespräch nach der Vorlesung, wenn man möchte. Man merkt, dass diese einem fördern wollen oder zumindest einem die Möglichkeit geben wollen - viele Literatur- bzw. Researchpaper-Empfehlungen passend zu den verschiedenen Themen. Dazu trägt auch der Career-Service bei, der einen Vorlesungsslot bei uns in der Vorlesung beansprucht hat, um uns Tipps für den Jobmarkt zu geben. Zusätzlich hat er uns Internetwebseiten und Umgangsmethoden mit KI empfohlen. Die technischen Ausstattungen der Uni sind sehr modern. Es gibt in fast jedem Gebäude Computerpools, Flatscreens in den Seminarräumen und Gemeinschaftsräume zum Lernen, Sitzen und Quatschen. Die Bibliothek hat 24/7 h geöffnet und man kommt ab 18 Uhr nur mit Studierendenausweis rein. In der Bibliothek gibt es auch ein Writingcafé, welches einem bei Uniaufgaben und Präsentationen sprachlich unterstützt.

Leider muss ich erwähnen, dass es sowas wie eine typische Mensa nicht in Plymouth gibt. Wie ich verstanden habe, ist das nicht so ein Ding in UK. Dafür gibt es Cafés und eine Pizzeria auf dem Campus, wo Magaritha für 5 Pfund angeboten wird. Es gibt oft Studi-Rabatte in den Cafés, dennoch bezahlt man durchschnittlich mehr als in einer regulären Mensa.

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden

Während meiner Zeit in Plymouth würde ich behaupten, dass es recht einfach ist Kontakt mit Einheimischen aufzunehmen. Da ich in einem First Year-Kurs eingeschrieben war, bin ich direkt in die Erstsemesterdynamik reingekommen und habe durch die Kennenlerntage meine Kommilitonen besser kennengelernt. Man hat Witze über die verschiedenen Dialekte gemacht, da man sie anfangs teilweise nicht versteht. In höheren Semestern ist es etwas schwieriger britische Freunde aufrechtzuerhalten, da die meisten Dynamiken schon verfestigt sind – es ist aber nicht unmöglich, besonders wenn die Kurse kleiner sind.

Durch die Suche meiner Mitbewohner via die Unibuddy-App und internationale Veranstaltungen, habe ich den Großteil meiner internationalen Freunde kennengelernt. Es findet die Internationale Woche statt und andere Informationsveranstaltungen, welche ich auf jeden Fall empfehlen kann.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Während des Semesters habe ich auf jeden Fall ein besseres Hörverstehen entwickelt, da es verschiedene Dialekte in UK gibt. Mal versteht man diese besser als die anderen. Selbst der nordische Dialekt wird teilweise von den Briten nicht verstanden; das hat mich doch etwas beruhigt. Im Alltag und in den Kursaufgaben sind mir meine sprachlichen Unsicherheiten mehr aufgefallen, welche ich gut angehen konnte. Besonders aus dem Schulenglisch und dem deutschen Dialekt, kann man sich gut herausentwickeln.

Wohn- und Lebenssituation

Die Unterkunft habe ich direkt auf der Webseite der Universität Plymouth gefunden. Dort gibt es eine Auswahl an Accommodations. Neben den eigenen der Uni, werden dort auch Private empfohlen. Auf der Webseite habe ich mich für die Residence of Robbins entschieden, da es mit Gilwell die günstigsten Unterkünfte sind. Es gibt eine Toilette und eine Dusche durchschnittliche für sechs Personen in einer Wohnung. Die Küchen sind groß und man hat genügend Platz, um zu kochen. Die Wohnungen werden wöchentlich durch das Reinigungspersonal saubergemacht. Es sind am Ende dennoch Uni-Unterkünfte und man muss sich auf Kompromisse einstellen. Daher gibt es auch verschiedene Meinungen über die Unterkünfte:

Die Räume sind recht klein und dunkel. In Gilwill sind die Räume ähnlich groß, dennoch wirken die Räume etwas einladender. Leider gab es in Gilwell Probleme mit Mäusen in der Küche von Freunden – auch schon mal vor 5 Jahren. Über die privaten Unterkünfte habe ich weniger erfahren, sollen aber ganz gut sein. Probleme in den Wohnungen werden ernst genommen und es wurde sich gekümmert, sodass diese schnell behoben worden sind. Ein Vorteil war auf jeden Fall, dass die meisten Freunde in der Nähe gewohnt haben, sodass man zu denen unterhalb von 5 Minuten rüber laufen konnte. Auch hat man nur 5 Minuten zu Fuß zur Uni gebraucht.

Ein weiterer Punkt war der Mietvertrag. Dieser wurde nur bis 02/01 erstellt, da nicht alle Studierenden Klausuren im Januar schreiben. Man kann diesen aber ab Oktober, November um einen Monat oder ein Semester verlängern.

Öffentliche Verkehrsmittel sind sehr nah an den Unterkünften und überall in Plymouth vorhanden. In der Stadt selbst ist vieles fußläufig. Wenn man Trips in das Umland plant, kann man die öffentliche Busse nutzen und zum Beispiel für £3,50 nach Cornwall zu fahren und dort gut wandern gehen und kleine Städte/Dörfer anschauen. Auch sind die Flixbusse recht günstig im Verhältnis zu den Bahnen. Regional/Intercity Bahnen sind nach meiner Erfahrung grundsätzlich recht teuer. Ich habe sehr von einem Interrail-Ticket profitiert.

Eingekauft habe ich mit Revolut. Das ist eine Online-Bank, welche für die Umrechnung von Euro zu Pfund keine Gebühren verlangt (zumindest bis 200€ pro Monat). Man kann damit überall kostenlos bezahlen.

Krankenversichert war ich bei der DKV. Viele waren aber auch über die Kreditkarte abgesichert. Einige die ich getroffen hatte, hatten eine zusätzliche Haftpflichtversicherung, da die deutsche in UK nicht wirkt. Informiert euch da aber am besten selbst nochmal.

Freizeitangebote

Es gab viele wöchentliche uniinterne Angebote (von der StudentUnion) und von den sehr vielen verschiedene Societies, denen man beitreten kann. Die bieten von gemeinsam Kochen bis Rollschuhfahren und Nerf Gun Battles in Kirchen?! alles an, haha. Natürlich aber auch Trainings, wenn man sich für ein Sport entscheidet. Zusätzlich haben die Societies oft angeboten, bei deren Veranstaltungen mitzumachen (Probieren von Surfen, Windsurfen, Basketball, Volleyball, Minecraft-Abende…). Auch die StudentAccommodation hat immer mal wieder Kinoabende, gemeinsame Ausflüge und andere kleinere Events angeboten. Ansonsten gab es im Wintersemester Weihnachtsmärkte, die Bonfire Night, den Fischmarkt und andere verschiedene Events von der Stadt selbst. Leider muss ich hier aber auch erwähnen, dass das kulturelle Angebot der Stadt selbst sich in Grenzen hält. Ich habe mich eher an die Uniangebote orientiert.  

Studienfach: Geoökologie B.Sc.

Aufenthaltsdauer: 09/2025 - 01/2026

Gastuniversität: University of Plymouth

Gastland: Großbritannien

Rückblick

Das Erasmus hat mich auf meine persönliche Weise weiterentwickelt und auf jeden Fall für weitere Auslandsaufenthalte motiviert. Es hat sich auf jeden Fall sprachlich und kulturell gelohnt. Man hat viele neue Leute kennengelernt und dabei interessante Eindrücke von den verschiedenen Menschen erhalten. Die Uni in Plymouth hat einen guten Ruf unter den Umweltnaturwissenschaften und das macht diesen auch deutlich. Es gibt viele interessante Module und auch die Grundlagenmodule sind sehr modern aufgestellt. Die Prüfungen sind alle machbar und alles wurde sehr transparent aufgelistet. Außerdem versucht die Uni bzw. die SU immer Freizeitangebote und persönliche Förderangebote anzubieten, sodass man mit seinen Freunden immer etwas organisieren kann. Auch der Career Service steht einem immer zur Verfügung, um sich auf den Jobmarkt vorzubereiten. Großbritannien ist ein cooles Land und man hat dort viele Möglichkeiten. Die Menschen sind sehr offen gegenüber anderen Kulturen, oft für ein kleinen Smalltalk zu haben und versuchen einem oft weiterzuhelfen. Die Landschaft ist sehr schön und man hat natürlich das Meer vor der Haustür. Im Vergleich zu anderen britischen Städten, war Plymouth nicht mein Favorit, aber es hat sich für ein Erasmus auf jeden Fall gelohnt!

Vergesst den Regenschirm nicht!


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