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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Ich habe das dritte Semester meines Masterstudiengangs Zeitgeschichte an der University of Southampton in England absolviert. Dabei ist zu beachten, dass das UK aktuell nicht am Erasmusprogramm der EU teilnimmt und demnach erhebliche Selbstkosten auf einen zukommen. Nur die Studiengebühren werden erlassen. Dazu würde ich ein Stipendium dringend empfehlen, da England im Vergleich zu Deutschland allgemein sehr teuer ist. Aktuellen Aussagen zufolge soll sich die Rechtslage ab 2027 allerdings wieder ändern; das heißt, ab dann sollte eine Erasmusförderung auch wieder möglich sein.

Das Bewerbungsverfahren für die Uni an sich war sehr unkompliziert - vor allem beim Thema Wohnheim sind allerdings die Fristen so spät, dass man erst sehr kurzfristig Bescheid bekommt. Außerdem konnte ich meine Kurse leider erst vor Ort wählen, wobei zu dem Zeitpunkt einzelne Kurse bereits voll belegt waren. Bei anderen hat die Wahl vorab per E-Mail allerdings gut funktioniert - also einfach mal probieren ;)
Ein Bankkonto habe ich mir für dieses eine Semester nicht machen lassen; eine Visa-Karte war ausreichend. Für den Notfall habe ich eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen, diese aber nicht gebraucht.


Studienfach: Zeitgeschichte

Aufenthaltsdauer: 09/25 – 01 /26

Gastuniversität: University of Southampton

Gastland: Großbritannien

Studium an der Gastuniversität

Das Studium in Southampton unterscheidet sich nicht grundlegend von dem in Deutschland. Je nach Masterstudiengang (es gibt für Geschichte aktuell vier), waren die Kurse sehr klein (in meinem Hauptkurs zweimal pro Woche waren wir zu dritt) und wurden von vielen verschiedenen Doziererenden unterrichtet. Es war dort selbstverständlich, dass je nach Thema auch der/die Dozent:in wechselt. Das heißt, dass das Studium dementsprechend intensiv war und man mit den Dozierenden wirklich in Austausch kam. Das Lesepensum war zwar erheblich, aber machbar. Während des Semesters und nach Ende der eigentlichen Vorlesungszeit (in meinem Fall in der zweiten Januarwoche) musste ich mehrere verschiedene Essays in ganz unterschiedlichen Formaten abgeben: vom political briefing bis zum klassischen Essay war da viel dabei. Auch das war herausfordernd und neu, aber machbar. Bei Fragen sind die Dozierenden auch immer ansprechbar.

Grundsätzlich gibt es viele Hilfsangebote, die man in Anspruch nehmen kann. Beispielsweise wird jedem eine Lehrperson als „Personal Academic Tutor“ zugeteilt. Es ist außerdem möglich, an Schreibtraining und anderen Zusatzkursen teilzunehmen. Das kommt dann auf die eigene Zeitplanung an.

Beim Thema Technik kann man sich nicht beklagen. Auch wenn ich viel zu viele Apps nur für das Studium in Southampton installieren musste, so funktioniert die Technik normalerweise doch einwandfrei. Bei Problemen hilft aber auch der „Tech Hub“. Zwei Besonderheiten, die ich viel genutzt habe: Erstens, kann man sich jeweils für eine Woche einen Laptop einfach so ausleihen (wenn auf dem Hauptcampus Highfield keiner mehr verfügbar sein sollte, gibt es auf jeden Fall noch welche am Avenue Campus oder dem Sir James Matthews Gebäude in der Innenstadt) und zweitens, ist die Hauptbibliothek am Highfield Campus 24/7 geöffnet.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Meine Sprachkenntnisse vor dem Auslandssemester waren schon sehr gut, das heißt, ich habe mündlich nicht unbedingt spürbare Fortschritte gemacht, mit Ausnahme von einigen britischen Redenwendungen und dem Verstehen von internationalen Akzenten. Am meisten gelernt habe ich beim akademischen Schreiben.

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden

Vor allem im Masterstudium selbst kommt man auch mit einheimischen Studierenden in Kontakt oder mit Internationals, die ihr gesamtes Studium in Southampton studieren.

Was ich definitiv empfehlen kann, ist, sich ein oder zwei Societies anzuschließen. Da findet eigentlich jede:r was und man kann relativ einfach Anschluss finden. Ansonsten sind natürlich das Erasmus-Netzwerk wichtig, um erste Kontakte zu knüpfen. Ich war aber eine von nur sehr wenigen Masterstudierenden und die einzige Austauschstudentin in Geschichte. Für mich hieß das, dass ich erstens ein bisschen älter war als die meisten anderen und dass ich zweitens eine andere Struktur im Studium hatte als zum Beispiel die Geschichtsstudis im Bachelor. Trotz dieser Unterschiede war es auch so einfach möglich, Freunde zu finden. Ich hätte das nur gerne vorher gewusst, damit ich mich darauf einstellen kann.

Wohn-  und Lebenssituation

Wie schon erwähnt, habe ich im Studierendenwohnheim gewohnt. Das ist extrem teuer (wie aber eigentlich alles in England), aber war für mich dann doch das einfachste. Ich habe in Mayflower gewohnt, ziemlich im Stadtzentrum. Die Lage war für mich perfekt – eine halbe Stunde mit dem Bus zum Highfield Campus (halb so lang nach Avenue), wo ich aber nicht oft hin musste, in der Nähe von verschiedenen Supermärkten und dem Stadtzentrum und vor allem in der Nähe des Bahnhofs. Für Züge kann ich für U25-Jährige definitiv eine Jugend-Railcard empfehlen. Mit dieser zahlt man nur zwei Drittel des Gesamtpreises und da die Zugpreise im Allgemeinen sehr teuer sind, lohnt sich die Railcard sehr schnell. Zugverbindungen gibt es zum Beispiel nach London Waterloo, nach Oxford, Manchester, Bristol, Portsmouth oder Salisbury. Es gibt also viele Möglichkeiten, Ausflüge zu machen.  Die Jurassic Coast und die Purbeck Halbinsel kann ich zum Beispiel wirklich empfehlen.

Aber zurück zum Wohnheim: Wenn man im Wohnheim wohnt, ist das Semesterticket für die Busse in Southampton da mit eingerechnet; im Mayflower Wohnheim gibt es außerdem noch ein Fitnessstudio. Auch Waschmaschine und Trockner sind „kostenlos“ benutzbar. Ich habe mit sieben anderen in einer Wohnung gewohnt und mir mit ihnen die Küche geteilt, hatte aber mein eigenes Bad. Die Grundausstattung von den Möbeln her ist vorhanden, allerdings muss man sich von Kleiderbügeln bis Besteck für die Küche alles selbst kaufen bzw. sich mit den Mitbewohner:innen absprechen.

Studienfach: Zeitgeschichte

Aufenthaltsdauer: 09/25 – 01 /26

Gastuniversität: University of Southampton

Gastland: Großbritannien

Rückblick

Ich habe die Entscheidung für dieses Auslandssemester nie bereut, einige Freundinnen gefunden und viel erlebt. Ich würde definitiv jedem empfehlen, auch ein bisschen herumzureisen – vor allem zu Beginn des Semesters, wenn sich der Unistress noch in Grenzen hält. Ansonsten muss einem aber natürlich auch klar sein, dass ein Aufenthalt von nur einem Semester sehr kurz ist und man sich im Zweifel viel zu bald wieder verabschieden muss. 


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