Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes
Nachdem ich für mich entschieden habe ein Auslandssemester zu absolvieren, habe ich mich auf der Internetseite der Universität Potsdam nach möglichen Zielen umgeschaut. Ich bin dabei gut durch die Seite geleitet worden und alles war klar organisiert. Es wurde unterteilt zwischen europaweiten und weltweiten Auslandsaufenthalten. Da ich gerne nach Kanada wollte, habe ich mich auf der weltweiten Seite unter dem Land „Kanada“ nach möglichen Universitäten für Masteranten umgeschaut und bin dann auf die „Memorial University of Newfoundland“ aufmerksam geworden. Auf der Internetseite der kanadischen Universität konnte ich eine gute Übersicht über die möglichen bereitgestellten Programme bekommen. Wenn man sich jedoch im späteren Verlauf nicht sicher war, ob die Partnerschaften der Universitäten das gewählte Programm beinhalteten, konnte man jederzeit fragen und bekam schnell eine Antwort. Nachdem ich dann den Bewerbungsprozess an der Universität Potsdam durchlaufen bin und erfolgreich angenommen wurde, wurde man auch von der kanadischen Universität kontaktiert und stand im ständigen Austausch bei weiteren Fragen. Dann musste man sich bei der kanadischen Universität online auf deren Internetseite bewerben, denn es hieß nicht automatisch, dass man angenommen war in Kanada, wenn man hier in Deutschland die Zusage bekommen hatte, es war aber sehr wahrscheinlich. Bei der Bewerbung für die kanadische Universität hat man einen sehr guten Leitfaden bekommen, wodurch der Prozess ziemlich einfach vollstatten ging. Es wurde genau beschrieben, welche Dokumente man hochladen musste und bei Fragen wurde direkt geholfen. Nachdem man die Zusage von der kanadischen Universität bekommen hat, ging es dann ans weitere Organisieren und Abklären weiterer Themen wie Wohnung, Versicherung etc., wobei dort die kanadische als auch die deutsche Universität immer eine sehr gute und schnelle Unterstützung darstellte.
Studium an der Gastuniversität
Nach der Annahme an der Universität, ging es daran Kurse zu wählen. Man konnte bis zu zehn Kurse auswählen und hat diese Liste dann der Studentenkoordinatorin der kanadischen Universität geschickt. Diese hat sich dann auch persönlich direkt daran gemacht, die Studenten den Kursen des jeweiligen Rankings zuzuordnen. Leider waren manche Kurse schon voll, wodurch dann direkt in andere Kurse eingeschrieben wurde. Ich habe da sehr stark mit der Kurskoordinatorin persönlich zusammengearbeitet, da sich einige Kurswechsel bei mir ergaben. Ich habe mich mehrmals auch persönlich mit der Koordinatorin getroffen und man konnte jederzeit auch kurzfristig zu ihr hingehen. Die Organisation und Hilfe für die Studenten war hervorragend. Den Studenten wird sowohl von der Studienkoordinatoren als auch von den Professoren sehr schnell geantwortet. Meist bekommt man innerhalb einer Stunde eine Antwort. Die Hierarchie zu den Professoren war auch flacher in Kanada als auch hier in Deutschland. Teilweise hat man sich mit Vornamen mit den Professoren nach nur kurzer Zeit angesprochen. Ich habe mich in jedem meiner Kurse sehr wohl gefühlt, obwohl ich niemanden kannte. Mir wurde sowohl von den Professoren als auch Studenten sehr schnell und gut geholfen. Auch in Kursen, die ich thematisch nicht in Deutschland hatte, waren die Professoren immer sehr daran interessiert, dass man thematisch mitkommt und das ein gutes Lernklima herrschte. Ich hatte in meinen Kursen auch Gruppenarbeiten, wobei es sehr gut funktioniert hat. Es macht somit keinen Unterschied, ob man schon länger an der Universität ist oder erst kurz. Man wird wie ein einheimischer Student von allen aufgenommen und behandelt. Teilweise hat man sich auch mit den Studenten zum Lernen getroffen in der Bibliothek oder Gruppenlernräumen. Es gab sowohl Gruppenräumen und Aufenthaltsräume zum gemeinsamen Lernen, wo man lauter sein konnte, als auch Ruhelernräume. Die Bibliothek als auch weitere Lernräumen (auch im Wohnhaus) gab es Steckdosen oder teilweise auch weitere Bildschirme. Man brauchte somit in den Computerräumen nicht mal seinen eigenen Computer zum Arbeiten und Lernen. Somit waren die Arbeits- und Lernbedingungen sehr gut.
Kontakte zu einheimischen und ausländischen Studierenden
In den ersten Wochen des Semesters gab es von jedem Haus organisiert verschiedene Events, um sich als Haus und den Campus besser kennen zu lernen. Von Aufgaben, wo man zusammen an verschiedenen Orten auf dem Campus Fotos machen sollte, bis hin zu einer Feier am Ende der Woche mit allen Häusern des Paton College als auch Spiele zusammen gegen verschiedene Häuser gab es sehr viele und vielfältige Möglichkeiten sich untereinander kennenzulernen. Man konnte dann Punkte für sein Haus gewinnen, um dann am Ende als möglicher Gewinner Geld für sein Haus zu gewinnen, womit dann für die Studenten verschiedene Sachen gekauft werden konnte. Im Haus selbst gab es jede Woche verschiedene Event, von Paintingabenden, Spieleabenden bis hin zu Wanderungen oder generell einem Haustag. Da man viel mit den Austauschstudenten zusammen an Events am Anfang teilgenommen hat, hat es angefangen, dass sich Leute nach und nach verknüpft haben und man Sachen zusammen gemacht hat. Da viele Austauschstudenten aus einem Haus stammten, hat diese Gruppe meist angefangen an deren Tisch in der Dining Hall zu sitzen und es hat sich daraufhin immer mehr dazu entwickelt, dass die am Anfang kleine Gruppe aus paar Austauschstudenten immer weiterwuchs und mehr Austauschstudenten in die Gruppe kamen, wodurch man am Ende fast 40 Leute in der Gruppe war. Von Spieleabenden am Abend im Hatchers, über Barbesuchen oder Wanderungen bis hin zu weiteren Events oder auch nur gemeinsamen Lernen oder Roadtrips hat man sehr viel Zeit mit Leuten aus der Gruppe verbracht. Es hat sich am Ende wie eine kleine Familie angefühlt. Man hat immer jemanden in der Dining Hall getroffen. Es gab auch kleine Untergruppen in der Riesengruppe, aber generell habe ich mich mit allen sehr gut verstanden und war auch sehr glücklich all diese verschiedenen Persönlichkeiten kennengelernt zu haben. Durch WhatsApp-Gruppen werden wir auch nach dem Auslandssemester noch in Kontakt bleiben. Durchs Tanzen oder durch mein Haus habe ich auch noch weitere Leute kennengelernt, mit denen ich sicher nach meinem Auslandssemester auch weiterhin in Kontakt bleiben werde. Man konnte Leute quer über den Globus verteilt kennenlernen.
Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt
Generell war man den ganzen Tag unter internationalen Studenten. Dadurch hat man so gut wie 24h nur Englisch gesprochen. Auch wenn man nicht jedes Wort direkt wusste, hat man sich untereinander geholfen und konnte jederzeit miteinander gute Gespräche führen. Ich habe mich in keiner Zeit unwohl gefühlt aufgrund von meinen Sprachkenntnissen. Da ich in Deutschland auch in meinem Master auf Englisch studiere und auch englische Paper lese, war es unitechnisch für mich keine große Umstellung. Ich habe in den Assignments, Midtherms sowie Präsentation und im generellen Vorlesungsalltag keine Probleme gehabt. Generell konnte man aber durch das tägliche Englisch sprechen seine Sprachkenntnisse nochmal deutlich verbessern. Da meine Zimmernachbarin aus Kanada kam, habe ich auch in meinem Zimmer über Englisch kommuniziert. Wenn ich nun hier zuhause in Deutschland Englisch rede, fällt mir das nochmal deutlich leichter. Somit hat mir das Auslandssemester nicht nur unitechnisch sondern auch sprachlich viel gebracht.
Wohn- und Lebenssituation
Nachdem man die Zusage für die kanadische Universität bekommen hat, konnte man entweder entscheiden, ob man auf dem Campus wohnen wollte oder ob man sich extern nach einer Wohnung umschauen wollte. Ich habe mich dazu entschieden, dass ich auf dem Campus wohne, welche auf jeden Fall für mich die richtige Entscheidung war. Man ist viel flexibler gewesen, konnte durch das Tunnelsystem schnell und sicher zu den Vorlesungen und Veranstaltungen auch bei schlechtem Wetter wie Sturm, Regen oder Schnee. Ich habe mich nach Ratschlag und weiteren Recherchen dazu entschieden, mich für das Paton College zu bewerben. Dieses College liegt nah bei der Universität und beinhaltet auch eine Cafeteria/ Dining Hall. Nachdem ich mich beworben habe, habe ich nach kurzer Zeit schon die Zusage bekommen und mir wurde ein Zimmer zugeteilt. Ich habe ein Doppelzimmer zugewiesen bekommen. Nach Nachfrage konnte ich auch recht schnell die Möglichkeit bekommen ein Einzelzimmer zu bekommen. Diese großartige Möglichkeit habe ich jedoch abgelehnt, da ich zu dem Zeitpunkt schon mit meiner Zimmernachbarin geschrieben hatte und für 4 Monate gerne die Erfahrung mitnehmen wollte, zusammen mit einer Person aus einem anderen Land zusammen zu wohnen. Das Wohnen hat auch perfekt gepasst. Wir haben super harmoniert. Haben “Problemen“ direkt angesprochen und sind super miteinander klargekommen, was den Auslandsaufenthalt noch schöner gestaltet hat. Auch heute noch stehen wir in engem Kontakt. Wenn man im Patoncollege gewohnt hat, musste man den Mealplan dazubuchen. Wenn man selber mal kochen wollte, war zwar eine Küche in fast jedem Haus vorhanden, jedoch musste man sich selbst die Kochutensilien besorgen, was das eigenständige Kochen etwas erschwert hat. Eine Mikrowelle zum schnellen Aufwärmen von z.B. Fertigessen war vorhanden. Generell hat man in der Cafeteria/ Dinning Hall gegessen. Diese war von 7-21Uhr täglich geöffnet und man konnte zwischen einem 5 und 7 Tagenmealplan wählen. In die Dinning Hall gab es Frühstück-, Lunch- und Dinnerzeiten und man konnte in den Öffnungszeiten jederzeit und so oft man wollte in die Cafeteria/ Dinning Hall gehen. Für z.B. Wanderungen oder wenn man es mal wegen Vorlesungen nicht zum Essen geschafft hat, konnte man sich auch eine Lunchbox oder Frühstücksbox oder Snacks bestellen und den nächsten Tag oder Tage dann abholen. Auf dem Campus war auch ein Haus mit einem Gemeinschaftshaus vorhanden (Hatchers), wo man Tischtennis, Billiard oder Darts spielen konnte. Die Utensilien musste man sich kostenpflichtig ausleihen, wenn man Sie nicht selber besitzt hat. In jedem Haus gab es jedoch auch verschiedene andere Freizeitmöglichkeiten, welche von Haus zu Haus unterschiedlich war. Wenn es sonst ums Bezahlen ging, habe ich mir von meiner Bank eine Visa-Karte erstellen lassen, wo ich weniger bis keine Wechselzinsen bezahlen musste. Ich hatte aber zusätzlich noch Bargeld gewechselt von Euro in kanadische Dollar. Zusätzlich gab es die Möglichkeit auf dem Unigelände z.B. im Late-Night-Eats oder im Tim-Hortons mit seinen Flexdollar zu bezahlen, die man am Anfang des Semesters auf seinen Studentenausweis geladen bekommt. Die Höhe dieser Dollar ist davon abhängig welchen Mealplan man bucht. Fürs Waschen und Ausleihen von Spielutensilien musste man sich noch zusätzlich Geld auf die Karte buchen. In jedem Haus waren mehrere Waschmaschinen und Trockner vorhanden, welche jeder benutzen durfte. In der Universität werden verschiedene Clubs angeboten. Es gibt über die verschiedenen Clubs am Anfang des Semesters immer eine Informationsveranstaltung. Generell gibt es fast jede Woche Events in der Universität. Von verschiedenen “Messen“ bis hin zu Painingabenden oder anderen vielfältigen Angeboten. Ich war in dem Outdoor Society Club sowie im Dancing Club. Beim Outdoor Society Club wurden verschiedene Wanderungen organisiert, die auch weiter weg waren von St. John`s und meistens nur 20 Dollar gekostet habe, um den Bus sowie den Busfahrer zu dem Orten zu bezahlen. Zudem hatte ich jede Woche zweimal Tanztraining. Dort gibt es Angebote von traditionellen Tänzen bis Salsa, was ich gemacht habe. Bezüglich der Versicherung habe ich vor dem Antritt meines Auslandssemesters die genauen Inhalte der Universitätskrankenversicherung angefordert und diese ohne Probleme zugeschickt bekommen. Von der Universität in Kanada wird man automatisch mitversichert. Ich habe diese Auflistung meiner Krankenversicherung nochmal zukommen lassen und noch weitere wichtige Punkte durch meine eigene Auslandskrankenversicherung absichern lassen. Wenn es um die Transportmöglichkeiten ging, dann ist man sehr viel Uber gefahren, Bus oder gelaufen. St.John`s ist fußläufig, jedoch auch sehr hügelig. Die Busse fahren direkt von der Universität nach Downtown oder auch zu Outlets. Man muss sich dafür eine Buskarte downtown holen. Downtown gab es generell zwei Straßen mit Bars und Clubs: George Street und Water Street. Dort gab es zu Halloween auch ein riesen Event, wo die komplette George Street gesperrt war und man nur einmal Eintritt bezahlt hat, jedoch in alle Bars “kostenlos“ und so oft man wollte, reingehen konnte.
Studienfach: Biochemistry and Molecular Biology
Aufenthaltsdauer: 09/2025 - 12/2025
Gastuniversität: Memorial University of Newfoundland
Gastland: Kanada
Rückblick
Abschließend kann ich sagen, dass das Auslandssemester bezüglich neuer Erfahrungen in der Uni als auch bezüglich neuer Leute kennenzulernen mit einer der besten Erfahrungen in meinem Master war. Persönlich habe ich mich im Auslandssemester sehr viel weiterentwickelt. Wenn es für mich möglich wäre, würde ich jederzeit ein weiteres Auslandssemester machen und es auch jedem ans Herzen legen auch ein Auslandssemester zu absolvieren. Vor allem die Universität in Kanada in St.John`s schafft dabei gute Erlebnisse.