Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes
Mein Angebot für den Austauschplatz an der Uni Oslo habe ich Anfang/ Mitte Februar erhalten. Zwar war es nicht mein erster Wunsch, dennoch habe ich mich sehr darüber gefreut und direkt zugesagt. Anschließend habe ich mich sofort auf einen Wohnheimplatz in Oslo beworben. Das kann ich jedem auch so empfehlen – je früher desto besser! Die Bewerbung funktioniert recht einfach über die Website des Studierendenwerks (https://www.sio.no/en). Dort erstellt man sich mit seiner E-Mail-Adresse ein Profil und kann im Bereich „Housing“ ein Rangliste der Wohnheime und Zimmer anlegen. Dabei empfiehlt es sich, nur möblierte Zimmer auszuwählen und anzugeben, dass man auch alternative Angebote akzeptiert.
Etwa Mitte März hat die Uni Oslo das erste Mal Kontakt mit mir aufgenommen. Ich erhielt einen Zugang zum „Søknadsweb“ erhalten, über das man später auch die Kurse wählt. Außerdem gab es im Vorfeld eine Online-Infoveranstaltung. Generell fand ich die Organisation der Uni Oslo sehr gut und habe immer schnell Rückmeldung bei Fragen erhalten (E-Mail-Adresse: internationaluadmin.uiopno).
Ein tolles Angebot der Uni Oslo war zudem die „Goin-App“, über die man sich schon vor Ankunft in Oslo mit anderen internationalen Studierenden vernetzen. Darüber habe ich einige meiner engsten Freunde aus dem Auslandssemester kennengelernt :)
Ankunft in Oslo
Da ich noch bis Anfang August Klausuren in Potsdam geschrieben habe, bin ich erst einen Tag vor Beginn der „Buddy-Week“ in Oslo angekommen (10. August). Das war jedoch völlig ausreichend, da die Vorlesungen ohnehin erst in der darauffolgenden Woche starten.
In der Buddy-Week wurde man nach Fakultäten in Gruppen von ca. 20 bis 30 Leuten eingeteilt und konnte an einem umfangreiches Programm teilnehmen, welches von norwegischen Studenten organisiert wurde (Welcome Ceremony, Gruppenspiele, Barabende, Campus-Tour, Stadtrallye…). In dieser ersten Woche hatte man auf jeden Fall sehr viele Möglichkeiten, andere internationale Studierende kennenzulernen und ich war positiv überrascht, wie viele Austauschstudenten es alleine an meiner Fakultät (Faculty of Social Sciences) gab.
Wohnsituation
Mein Wohnheimangebot von SiO erhielt ich Ende Juli, also ca. 2 Wochen vor Ausreise. Bis dahin war ich natürlich sehr nervös, ob es noch klappen würde. Rückblickend hatte jedoch fast jeder Erasmus-Studierende einen Wohnheimplatz erhalten.
Ich habe in einer 6er-WG in Sogn gewohnt, mit eigenem Zimmer, aber geteilter Küche und Bad. Das Zimmer war gut ausgestattet (Bett, Schreibtisch, Regal, Kleiderschrank), ebenso die Küche. Insgesamt war ich mit meiner WG sehr zufrieden. Wir waren manchmal zusammen unterwegs und haben oft zusammen in der Küche gesessen und gemeinsam gekocht. Auf dem Wohnheimgelände von Sogn befindet sich ein vergleichsweise „billiger“ Supermarkt (Rema 1000), ein Waschkeller und eine Studentenbar (Amatøren).
Neben Sogn ist Kringsjå ein weiteres großes Wohnheim für internationale Studierende. Fast alle, die ich kennengelernt habe, wohnten in einem dieser beiden Wohnheime. Vermutlich sollte man auch eines dieser Wohnheime bei der Bewerbung angeben um seine Chancen zu erhöhen. Mir persönlich gefiel Sogn ein wenig besser und es liegt näher am Campus, dafür ist Kringsa direkt am Sognsvann gelegen (besonders im Sommer ein Vorteil).
Studium an der Uni Oslo
Mein Austauschplatz lief offiziell über Politikwissenschaft, dennoch konnte ich an der Faculty of Social Sciences problemlos auch VWL-Kurse belegen. Insgesamt habe ich an der Uni Oslo drei Kurse belegt, die dort jeweils 10 ECTS wert waren, mir an der Uni Potsdam jedoch leider nur als 6 ECTS Kurse angerechnet werden.
Der Arbeitsaufwand war mindestens mit dem in Deutschland vergleichbar, das inhaltliche Niveau tendenziell etwas geringer. Was ich ein wenig nervig fand, war, dass ich in allen drei Kursen Term Paper Abgaben unter dem Semester hatte, die jedoch nicht benotet wurden. Entsprechend weniger Mühe habe ich mir dafür gegeben, dennoch muss man erstmal irgendwie auf 10 Seiten kommen und diese präsentieren. Die finale Endnote basierte dann ausschließlich auf der Klausur. Meine Prüfungen fanden zwischen Mitte November und dem 19. Dezember statt. Für die meine Politikkurse musste ich dazu jeweils vierstündige Essays vor Ort schreiben.
Der Uni Campus (Blindern) hat mir recht gut gefallen. Er ist sehr weitläufigen und grün. Es gibt dort eine große Bibliothek, mehrere (leider teure) Mensen, einen kleinen Supermarkt, eine Buchhandlung, eine Apotheke, einen Friseur und eine Sporthalle.
Studienfach: Politik und Wirtschaft (B.Sc.)
Aufenthaltsdauer: 08/2025 - 12/2025
Gastuniversität: University of Oslo
Gastland: Norwegen
Freizeit
Meine Freizeit habe ich vor allem mit anderen Erasmus-Studenten und meiner WG verbracht. Wenn man zum August anfängt, lohnt es sich sehr, die Anfangszeit zu nutzen, denn Oslo & Umgebung sind im Sommer wunderschön (im Winter sicherlich auch, aber ich hatte leider nie Schnee…). Wer Lust darauf hat und gerne in der Natur unterwegs ist, kann zahlreiche Angebote des Erasmus Student Networks (ESN) wahrnehmen. Die Tickets für Veranstaltungen sind jedoch immer sehr schnell ausgebucht.
Mein persönliches Highlight in Oslo war, dass ich in einem norwegischen Volleyballteam gespielt habe. Der Volleyballclub ist Teil der Oslo Student Sports Association (OSI: https://www.osi.no/next/p/26464/hjem). OSI bietet viele Sportarten an, man sollte sich jedoch frühzeitig erkundigen, denn um in ein Volleyballteam aufgenommen zu werden musste man bereits in der zweiten Uni Woche an mehreren Tryouts teilnehmen. Obwohl die Mitgliedergebühr relativ hoch war (wie alles in Norwegen…), hat es sich für mich auf jeden Fall gelohnt! Ich war die einzige nicht-Norwegerin in einem Team von 18 Mädels, wurde von diesen aber sehr, sehr herzlich aufgenommen.
Zusätzlich hatten viele ein Sportabo bei SIO Athletica (https://sio.no/en/sports) abgeschlossen, mit dem man die Uni-Sporthallen, Gyms, eine Schwimmhalle und Saunen nutzen konnte.