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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Die Informationen zum Ablauf des Aufenthalts habe ich fast vollständig aus den Angeboten des International Offices erhalten (z. B. Zoom-Infoveranstaltungen) oder aus den Erfahrungsberichten anderer Studierender. Auch war die Website der BTU immer hilfreich, selten habe ich eine Information nicht gefunden. Für den Fall hat mir das International Office dort schnell und höflich geholfen.

Für die Bewerbung an der BTH brauchte ich folgende Dokumente: ein Transcript of Records in Englisch, einen Lebenslauf, ein Motivationsschreiben (circa eine Seite), das Erasmus Learning Agreement, eine Kopie des Passes (oder einem vergleichbaren Dokument) und ich habe auch noch einen Sprachtest eingereicht (ich glaube, unter Erasmus ist die sendende Institution dafür verantwortlich, sicherzustellen, dass die Studierenden das richtige sprachliche Niveau haben; ich hatte allerdings noch einen gültigen Sprachtest, deshalb habe ich diesen einfach mit eingereicht). Die Bewerbung verlief problemlos, lediglich musste ich für ein paar Kurse, die ich dort belegen wollte, noch einen Nachweis erbringen, dass ich bestimmte Leistungspunkte in bestimmten Themenbereichen hatte, damit ich an bestimmten Kursen teilnehmen konnte. Nachdem die Bewerbung durch ist, bekommt man auch einen Account, um auf die digitalen Systeme der BTH zugreifen zu können. Die wichtigsten Systeme sind:

  • Canvas: Canvas ist ähnlich zu Moodle, darüber werden die Kursmaterialien zur Verfügung gestellt und Ankündigungen gemacht.
  • Ladok: In Ladok werden alle Noten am Ende festgehalten und man kann sich hier die Transcripts erstellen lassen.
  • Inspera: Das ist das Online Klausurensystem, hier stehen die Klausurergebnisse bereit und auf den Computern der Universität werden hierüber auch die Klausuren geschrieben.
  • Tentamen: Über diese Website muss sich für die Klausuren registriert werden.
  • Timeedit: Über Timeedit kann man seinen Stundenplan einsehen, dieser wechselt von Woche zu Woche.

Studienfach: IT-Systems-Engineering

Aufenthaltsdauer: 08/25 – 01/26

Gastuniversität: Blekinge Tekniska Högskola

Gastland:Schweden

Studium an der Gastuniversität

Eine Besonderheit bei der Semesterplanung an der BTH ist, dass die Semester noch einmal zweigeteilt sind. In der ersten Hälfte hatte ich nur zwei Kurse (dann jeweils 7,5 LP), und in der zweiten Hälfte noch einmal zwei Kurse. Dadurch gab es auch zwei Klausurenphasen, man musste allerdings nicht ständig zwischen Kursen wechseln und konnte sich inhaltlich sehr gut auf die zwei aktuellen Kurse fokussieren. Lehrveranstaltungen bestanden auch nicht nur aus reinen, frontalen Vorlesungen, oft hatten wir Gruppenarbeiten oder Partnerarbeiten, die sehr selbstorganisiert abgelaufen sind. Eine weitere Besonderheit war es, dass Klausuren dort digital auf Computern geschrieben wurden, diese wurden von der Uni zur Verfügung gestellt. Manchmal gab es auch keine Klausuren und die Note ergab sich aus Berichten und Projekten.

Eine Eigenheit, was den Stundenplan angeht, war, dass dieser sich jede Woche geändert hat. Keine Woche war gleich, bzw. gab es keinen Rhythmus, nach dem die Vorlesungen jede Woche abliefen.

Oft war ich an der BTH in der Bibliothek, die liebevoll eingerichtet ist und ein ruhiges Arbeitsklima fördert, bei dem man sich gut konzentrieren kann. Aktuelle Öffnungszeiten können auf der Website der BTH nachgelesen werden.

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden

Kontakt zu internationalen Studierenden aufzubauen, fiel nicht schwer. Durch eine große ESN-Gruppe (https://esn-germany.de/) konnte man in Kontakt mit vielen anderen treten. Daraus entstand schnell eine Gruppe mit deutschen Austauschstudierenden. Ein paar Personen haben dann erste Treffen angestoßen (in beiden Gruppen), bei denen man schnell eine Personengruppe gefunden hat, mit der man sich gut verstand.

Der Kontakt zu einheimischen Studierenden fiel etwas „schwerer“ aus. In Kursen hatte man in Gruppen oder Partnerarbeiten manchmal die Möglichkeit, mit schwedischen Studierenden zusammenzuarbeiten, wenn man es denn wollte. Ich persönlich habe eine Partnerarbeit mit einer schwedischen Studentin absolviert und eine Gruppenarbeit mit internationalen Studierenden und schwedischen Studierenden gemischt. Ich hatte das Glück, im Wintersemester anzufangen, wie auch die schwedischen Leute. Demnach gab es sehr viele Veranstaltungen, die für die schwedischen Erstsemester Studierenden ausgelegt waren. Wir als internationale Studierende durften dort auch teilnehmen und haben eine Gruppe zugeteilt bekommen. Allerdings haben nicht viele andere internationale Studierende an den Veranstaltungen teilgenommen, da diese rein auf Schwedisch waren und man auf die Übersetzung der Gruppe angewiesen war. Als Gruppe hat man dann unterschiedlichste Aufgaben absolviert, dadurch konnte man sehr gut Kontakt zu schwedischen Leuten aufbauen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

In Schweden können die Leute generell sehr gutes Englisch sprechen, demnach war man überhaupt nicht darauf angewiesen, Schwedisch sprechen zu müssen. Dies hat allerdings den Nachteil, dass man weniger Schwedisch spricht, als man vielleicht denkt. Ich persönlich hatte mich ein wenig mit einer Sprachapp vorbereitet, hab aber kaum Schwedisch gebraucht, bis auf „Hey“ und „Tack“. Viele der Schweden hatten auch Deutsch in der Schule und so kam es manchmal vor, dass schwedische Leute mit den Floskeln, die sie aus der Schule kennen, sich unterhalten wollten.

Wohn- und Lebenssituation

Ich habe recht früh eine Wohnung gesucht und gefunden (circa Anfang August), ich würde empfehlen, etwas mit der Suche zu warten. Wohnungen dort werden erst öffentlich geschaltet, wenn der Mieter oder die Mieterin gekündigt hat, das passiert meist aber eher kurz vor dem neuen Semester. Wenn man zu früh dran ist, gibt es entweder sehr teure Wohnungen oder Wohnungen, die weit außerhalb sind. Ich kann bspw. nicht unbedingt empfehlen, in Kungsmarken zu wohnen, da man zwar gut mit Bussen in die Stadt kommt, es aber deutlich angenehmer ist, in der Stadt oder näher an der Uni zu wohnen. Freunde, die später als ich erst gesucht haben, hatten Wohnungen in deutlich besserer Lage und Zustand, zahlten allerdings auch mehr Miete.

In Karlskrona selbst gibt es keine Wohnheime der Universität, sondern lediglich Unternehmen, die Wohnungen für Studis anbieten. Die zwei bekanntesten sind: Karlskronahem (https://www.karlskronahem.se/) und Studentenbostäder I Norden (https://sbsstudent.se). Ich persönlich habe bei zweiterem Anbieter eine kleine Einzelwohnung gefunden. Die Wohnungen dort sind recht billig, das merkt man manchmal allerdings auch an den Wohnungen. Ich würde empfehlen, bei Karlskronahem zu suchen, vor allem Wohnungen auf der Insel Trossö (in der Nähe des Stadtzentrums) oder näher an der Uni (Blasportsgatan oder Minervägen) sind recht gut, kosten aber auch mehr.

Ich war viel auf Busse angewiesen, diese fahren unter der Woche nur bis kurz vor 0, was dazu geführt hat, dass ich manchmal längere Spaziergänge gemacht habe, um noch nach Hause zu kommen, nachdem die Busse schon nicht mehr fuhren. Am Wochenende fahren diese deutlich länger. Busse in Karlskrona generell haben aber oftmals Verspätungen.

Die Lebenshaltungskosten in Schweden sind generell etwas teurer als in Deutschland, das fängt bei der Miete an und zieht sich aber auch durch den Einkauf weiter.

Karlskrona ist eine eher kleinere Stadt, deutlich kleiner als Potsdam. Hier gibt es süße Cafés, eine Spielehalle, ein Kino (die Auswahl an englischen Filmen ist allerdings sehr groß), eine Schwimmhalle und verschiedene Bars. Darüber hinaus ist die Auswahl allerdings beschränkter. Ich persönlich war oft mit Freunden in Cafés, und wir haben dort eigene Spiele mitgebracht. Ab und zu waren wir als Freundesgruppe Bowlen oder Billard spielen in der örtlichen Spielehalle. Auch wenn Karlskrona also kleiner ist, kann man sich ganz gut beschäftigen. Jeden Samstag gibt es dann im Villan, dem Studentenpub der Uni, eine Feier. Der Villan hat auch eine kleine Tanzfläche, was es zu dem einzigen „clubähnlichen“ Lokal in der Stadt macht.

Studienfach: IT-Systems-Engineering

Aufenthaltsdauer: 08/25 – 01/26

Gastuniversität: Blekinge Tekniska Högskola

Gastland:Schweden

Rückblick

Die bereits angesprochenen Ersti-Tage („Inseglet“) sind nicht so ohne. Manche der Aufgaben waren spaßig, z.B. haben wir in der Gruppe ein Floß bauen müssen und am Ende gab es ein Wettrennen, oder wir haben als Gruppe an einer Stadtrallye teilgenommen. Geplant und durchgeführt haben diese Tage ein Komitee, das sich „Sexistenz“ nennt (Sex ist hier ein altes, schwedisches Wort für Feier/Veranstaltung). Immer, wenn diese aufgetreten sind, musste man diesen Respekt zollen, indem man nach unten geschaut hat (nie durfte man ihnen in die Augen schauen), ihnen nie den Rücken zudrehen durfte und man nur gesprochen hat, wenn man von ihnen angesprochen wurde. Alles Regeln, die hier in Deutschland vllt. einen zu militärischen Vibe haben. Es gab auch sehr peinliche Aufgaben, die darauf abzielten, die neuen Studierenden zu erniedrigen, als internationale Studierende war man davon eher nicht betroffen. Als Rache der neuen Studierenden gab es dann einen Tag, bei dem man an dem Komitee bestimmte Sachen machen konnte, bspw. diese mit Sachen übergießen oder ähnliches. Der Tag war wirklich interessant und war amüsant mit anzusehen.

In Schweden ist es auch allgemein üblich, eine „Fika“ abzuhalten, eine Art schwedisches Frühstück. Dafür bieten manche Cafés im Ort einen extra Deal an. Sehr zu empfehlen ist das Café Pinaulen (https://share.google.com/wyz8DNIH0rC1zyQdv), welches für 80kr (ein bisschen weniger als 8€) getoastete Brötchen, Tee oder Kaffee und selbstgemachte Marmelade anbietet. Das Ehepaar, welches das Café besitzt, ist wirklich herzlich und hat das Café mit vielen Sammlerstücken des Ehemanns dekoriert.


Schweden

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