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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Schon relativ früh im Studium war für mich klar, dass ich gerne ein Auslandssemester machen möchte. Die Marmara Universität in Istanbul war dabei von Anfang an meine erste Wahl. Ein wichtiger Punkt für meine Entscheidung war außerdem, dass ich mein Auslandssemester gerne gemeinsam mit meiner Freundin verbringen wollte. Deshalb haben wir bereits bei der Bewerbung Kontakt mit der zuständigen Koordinatorin aufgenommen und nachgefragt, ob unsere Bewerbungen gemeinsam berücksichtigt werden können. Das hat problemlos funktioniert, sodass wir den Aufenthalt gemeinsam antreten konnten. Ich habe mich über Soziologie beworben, meine Freundin über Politikwissenschaft.

Die Kommunikation mit der Marmara Universität verlief insgesamt gut und unkompliziert. Informationen kamen rechtzeitig, und bei Fragen oder Unklarheiten konnte man sich immer an die entsprechenden Ansprechpartner wenden. Auch der Bewerbungsprozess selbst war gut machbar und nicht unnötig kompliziert.


Studienfach: Volkswirtschaftslehre

Aufenthaltsdauer: 09/2025 - 02/2026

Gastuniversität: Marmara Universität Istanbul

Gastland: Türkei

Studium an der Gastuniversität

Ich habe ausschließlich Kurse belegt, die auf Englisch angeboten wurden. Da das Austauschprogramm formal an Soziologie-und PoWi Studierende gerichtet ist, hatte ich zunächst etwas Sorge, dass ich nur soziologische Module belegen kann, obwohl ich im Hauptfach Volkswirtschaftslehre studiere. Diese Sorge war unbegründet, ich konnte auch mehrere wirtschaftswissenschaftliche Kurse belegen, war dort allerdings teilweise der einzige Erasmus-Student.

Das Niveau der Kurse, sowohl in den Wirtschafts- als auch in den Soziologiemodulen lag insgesamt unter dem, was ich aus Potsdam gewohnt bin. In den meisten Kursen gab es eine Anwesenheitspflicht mit einer begrenzten Anzahl erlaubter Fehltermine. In der Praxis wurde diese allerdings nur in einem meiner Kurse wirklich kontrolliert.

Das Prüfungssystem bestand aus einem Midterm und einem Final, die gemeinsam die Endnote ergeben haben. Das System war klar aufgebaut und gut nachvollziehbar.

Etwas herausfordernd war die Kursbelegung über das Online-System der Marmara Universität. Die Plattform ist recht unübersichtlich, und selbst die englische Version enthält immer wieder türkische Inhalte. Zusätzlich wurden vier der sechs Kurse, die ich mir vorab aus dem Modulkatalog ausgesucht hatte, vor Ort dann doch nicht angeboten. Dadurch musste ich meine Kurswahl kurzfristig ändern. Mit Unterstützung des International Office ließ sich das aber gut lösen.

Zum Lernen für Midterms und Finals sind wir meistens in Cafés gegangen. Obwohl es auf dem Campus einige Cafés und Sitzmöglichkeiten gibt, haben wir uns dort eher selten aufgehalten.

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden

Betreut wurden wir während des gesamten Aufenthalts von den Mitarbeitenden des International Office, die immer sehr freundlich, hilfsbereit und engagiert waren. Im Alltag hatte ich hauptsächlich Kontakt zu anderen deutschen Studierenden. Zu Beginn des Auslandssemesters hatte ich erwartet, vor allem viel Zeit mit internationalen und auch türkischen Studierenden zu verbringen. Letztlich war es jedoch deutlich einfacher, mit anderen deutschen Erasmus-Studierenden ins Gespräch zu kommen, da alle neu vor Ort waren und Anschluss gesucht haben.

Das ESN Marmara hat vor allem zu Beginn des Semesters viele Veranstaltungen organisiert, an denen ich auch teilgenommen habe. Im Laufe des Semesters habe ich diese Angebote dann allerdings weniger genutzt, da sich feste Freundeskreise gebildet hatten und man auch unabhängig davon genug unternommen hat.

 Wohn- und Lebenssituation

Ich habe gemeinsam mit meiner Freundin im Stadtteil Kadıköy, genauer im Viertel Rıhtım, gewohnt. Diesen Stadtteil kann ich wirklich sehr empfehlen. Er ist ruhig, hervorragend angebunden und bietet viele schöne Cafés, kleine Restaurants und Boutiquen. Für den Alltag und die Freizeitgestaltung war die Lage ideal.

Unsere Wohnung haben wir über Airbnb gefunden. Es handelte sich um eine etwa 70 Quadratmeter große Wohnung, für die wir jeweils rund 500 Euro pro Person und Monat gezahlt haben. Insgesamt empfand ich das Preis-Leistungs-Verhältnis als gut.

Der öffentliche Nahverkehr in Istanbul ist sehr gut ausgebaut und einfach zu nutzen. Mit der Istanbulcard für Studierende zahlt man etwa 10 Euro im Monat und kann damit Busse, Bahnen und auch Fähren nutzen.

Die Lebenshaltungskosten sind insgesamt niedriger als in Deutschland, zumindest was lokale Produkte betrifft. Besonders frisches Obst, Gemüse und türkische Lebensmittel sind deutlich günstiger. Auch Essen in Imbissen oder kleineren Restaurants ist preiswert. Importierte Produkte, vor allem Hygieneartikel, können dagegen teurer sein als in Deutschland.

Während und auch vor Beginn des Semesters habe ich mehrere Reisen innerhalb der Türkei unternommen, was ich sehr empfehlen kann. Die Türkei ist ein extrem vielfältiges Land mit sehr freundlichen Menschen. Nach meinem Auslandssemester möchte ich auf jeden Fall wiederkommen und vor allem den Osten des Landes bereisen.

Ein großer Vorteil ist außerdem die Müzekart für Studierende. Mit einer Studienbescheinigung der Marmara Universität kann man diese für unter 3 Euro beantragen und erhält damit freien Eintritt in staatliche Museen, Ausgrabungsstätten und Attraktionen wie den Galataturm, die sonst teilweise sehr teuer sind.

Studienfach: Volkswirtschaftslehre

Aufenthaltsdauer: 09/2025 - 02/2026

Gastuniversität: Marmara Universität Istanbul

Gastland: Türkei

Rückblick

Insgesamt blicke ich sehr positiv auf mein Auslandssemester an der Marmara Universität zurück. Trotz einiger organisatorischer Herausforderungen zu Beginn habe ich mich schnell eingelebt und persönlich viel aus dem Aufenthalt mitgenommen. Besonders die neuen Freundschaften, die Reisen innerhalb der Türkei und das Leben in Istanbul haben den Aufenthalt für mich ausgemacht.

Ich würde die Marmara Universität als Gastuniversität definitiv weiterempfehlen, vor allem für Studierende, die ein internationales Umfeld und das Leben in einer kulturell sehr vielfältigen Metropole suchen. Für mich war das Auslandssemester eine prägende und sehr bereichernde Zeit, an die ich mich gerne zurückerinnere.


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