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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Die Vorbereitung für den Aufenthalt begann zunächst mit der Bewerbung um einen Platz an der Uni Potsdam, dann dem Einreichen der Unterlagen sowohl an die Uni Potsdam als auch an die Yildiz Technical University (YTU) in Istanbul. Die Gastuniversität hat hierbei recht lange gebraucht, bis alle nötigen Informationen wie ein genaues Startdatum etc. bekanntgegeben wurde. Doch mit etwas Geduld bekam man am Ende doch alle Informationen. Meine Austauschkoordinatoren waren sowohl in Potsdam als auch an der YTU immer ansprechbar und sehr hilfsbereit. Im Erasmus Office der YTU ist eine einzige Person für alle ankommenden Erasmus Studierenden zuständig. Sie war immer sehr hilfsbereit aber aufgrund der Fülle an Arbeit teilweise etwas gestresst, weshalb auch hier etwas Geduld und Gelassenheit herangegangen werden sollte. Was die Bewerbungsunterlagen betrifft wurde im Vorhinein mitgeteilt, was benötigt wird und die Dokumente anschließend auf einer Website hochgeladen.


Studienfach: Lehramt Sek I/II Biologie und Kunst (Austauschfakultät: Bildungswissenschaften)

Aufenthaltsdauer: 09/2025 - 02/2026

Gastuniversität: Yildiz Technical University

Gastland: Türkei

Studium an der Gastuniversität

Das Studiensystem in der Türkei unterscheidet sich etwas von dem in Deutschland. Ein Bachelor geht i. d. R. vier Jahre und es wird meist in Jahren und nicht in Semestern gezählt. Auf das Lehramt bezogen wird in den allermeisten Fällen nur ein Fach studiert, nicht wie in Deutschland zwei Fächer. Die Jahrgänge sind oft viel kleiner als in Deutschland und die Studierenden eines Studiengangs haben meist alle Vorlesungen getrennt von anderen Studiengängen. Pro Vorlesung sitzt also nur ein bestimmter Studiengang im Vorlesungsraum. Dadurch fühlt sich das Studium etwas mehr wie Schule an, man sieht vier Jahre lang mehr oder weniger dieselben Menschen. Die Lehrveranstaltungen sind oft für einen längeren Zeitrahmen pro Vorlesung als in Deutschland angesetzt. So gehen Vorlesungen offiziell nicht selten drei Stunden. Allerdings kürzen die allermeisten Profs die Vorlesungen entweder drastisch oder machen eine teils sehr lange Pause dazwischen. Bei anderen Studierenden habe ich auch gehört, dass Inhalte zum Teil genauer erneut erläutert wurden oder Übungen gemacht wurden, wodurch sich eine lange Vorlesungszeit ergab. In meiner Erfahrung wird in einer länger angesetzten Vorlesung nicht mehr Inhalt behandelt als in den neunzig Minuten in Deutschland. Die Anforderungen unterscheiden sich je meiner Erfahrung nach je nach Fach. Teilweise sind sie geringer als in Deutschland, teilweise aber auch höher. Die Klausuren fand ich teilweise einfacher, da sie aus multiple Choice Fragen bestanden, die gut zu beantworten waren. An sich ist die YTU eine angesehene, gut bewertete Universität, in die es als türkische Studierenden schwer reinzukommen ist. Man muss im Aufnahmetest gut abschneiden.

Die Uni und das Unigelände, das aus zwei recht weit entfernten Campus besteht, sind riesig. Um das Gelände zu betreten, muss der Studierendenausweis vorgezeigt werden. Das Gelände selbst ist wie eine kleine eigene Stadt. Es gibt sehr viele Grünflächen, auf denen die Studierenden in Gruppen sitzen, quatschen oder Volleyball und Frisbee spielen. Auch zahlreiche Cafés, ein Supermarkt, eine Moschee und Apotheke sind vorhanden. In der Mensa gibt es jeden Tag für umgerechnet ca. 1€ pro Mahlzeit Mittag- und Abendessen. Die Universität hat im Vergleich zu Deutschland ein sehr stark ausgeprägtes Studierendenleben und einen lebendigen Campus. Die Studierenden bleiben oft den gesamten Tag auf dem Gelände, haben ihre Freund:innen dort und sitzen z.B. in einem der Cafés auf dem Gelände.

Die Bibliothek hat 24/7 jeden Tag geöffnet. Da das Gelände so groß ist fahren Shuttlebusse vom Eingang zu den einzelnen Gebäuden.

Zur Betreuung durch dortige Studierende, Dozenten etc. lässt sich sagen, dass Türk:innen in der Regel sehr hilfsbereite und freundliche Menschen sind. Bei jeglicher Art von Unsicherheit oder Problemen kann man auf die Leute zugehen und sie werden versuchen einem weiterzuhelfen. Das meiste geht sehr viel langsamer und unstrukturierter als in Deutschland. Gewöhnt man sich die deutsche Effizienz ein wenig ab, findet

sich dafür aber immer eine hilfsbereite Person, und man ist nie allein mit einem Problem.

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden

Was die Kontakte zu Einheimischen und internationalen Studierenden angeht, spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Zunächst einmal, welches Fach und auf welcher Sprache man studiert, was persönliche Ziele des Erasmus sind, aber auch die Größe der Uni und Istanbuls.

Allgemein sind die Menschen in der Türkei, wie zuvor schon angesprochen, meist sehr freundlich, aufgeschlossen und interessiert internationalen Studierenden gegenüber. Gastfreundschaft spielt eine große Rolle im Land und man wird ständig auf eine positive Art zum Gespräch oder auch einen Tee eingeladen. Da ich persönlich gerne meine Türkischkenntnisse verbessern wollte, habe ich bewusst nur türkischsprachige Kurse gewählt, um zu versuchen möglichst Türkisch sprechende Freund:innen zu finden. Die Studierenden waren immer alle sehr freundlich zu mir, wir gingen z. B. auch in den Pausen immer gemeinsam in die Mensa. Da ich allerdings aufgrund meines Lehramtstudiums verschiedene Kurse aus verschiedenen Fakultäten belegte, sah ich die jeweiligen Leute immer nur einmal pro Woche und jeden Tag andere Menschen. So haben sich in meinem Fall zwar viele oberflächliche Freundschaften gebildet, es fiel mir aber etwas schwerer, in der Uni enge Freundschaften zu bilden.

Was noch einfacher ist, als Freundschaften mit den türkischen Studentinnen zu bilden, ist es in Kontakt mit den anderen Erasmus Studierenden zu kommen. Alle kommen gleichzeitig an, kennen noch niemanden und haben die gleichen Schwierigkeiten, Probleme, aber auch den Wunsch, die Stadt du das Land etwas zu erkunden. Es kommt zwar definitiv auch zum kulturellen Austausch, doch bestehen Freundschaftsgruppen oft auch zu einem Großteil aus Studierenden aus jeweils einem Land. Ich habe auch Kontakt zu anderen Erasmusstudierenden geknüpft du auch zu anderen Deutschen, allerdings vor allem zu Beginn nicht ganz so intensiv, da ich wie angesprochen gerne auch mein Türkisch verbessern wollte und daher nicht nur Deutsch/Englisch sprechen wollte.

Gute Freund:innen kann man auch bei den Buddies finden. Buddies sind Studierende, die sich um die Erasmus-Studierenden kümmern. Sie haben oft selbst schon ein Erasmus absolviert und wissen daher, wie man sich fühlt und können sich gut in die Situation hineinversetzen, aber kennen auch ihre eigene Uni und Stadt gut und können den Erasmus-Studierenden daher einen guten Einblick in die Kultur geben.

Da Istanbul eine sehr große Stadt mit sehr vielen Unis ist, gibt es dementsprechend auch viele Erasmus-Studierende. Da diese wiederum oft an denselben Orten wohnen und in denselben Vierteln der Stadt abhängen, bilden sich viele Freundesgruppen auch unabhängig davon, an welcher Uni studiert wird und oft mehr nach dem eigenen Ursprungsland oder allgemein Freundesgruppen aus Erasmus-Studierenden.

Die Fülle an Menschen und die unfassbare Größe Istanbuls hat bei mir dazu geführt, dass ich wirklich sehr viele sehr nette Menschen kennengelernt habe, vor alle Türk:innen aber auch andere Erasmus Studierende. Doch es hat auch dazu geführt, dass ich lange das Gefühl hatte, keine wirklich engen Freundschaften zu knüpfen da ich andauernd verschiedene Menschen gesehen habe. Diese Erfahrung habe ich auch von anderen Erasmus Studierenden gehört. Doch ging es nicht allen so, es gibt durchaus auch Studierende, die schnell eine enge Freundesgruppe gefunden haben.

Ich denke, wenn man möchte, kann man sich im Vorhinein des Erasmus oder auch währenddessen überlegen, was der eigene Hauptgrund für das Erasmus ist. Möchte man gerne eigene Sprachkenntnisse verbessern? Geht man wegen speziellen Kursen dort hin? Möchte man viele internationale Studierende kennenlernen, viel die Stadt erkunden oder eher den Alltag der Menschen kennenlernen? Dann kann jede:r selbst entscheiden, wie und wo Freundschaften passend dazu geknüpft werden.

Jetzt, nach dem Erasmus, habe ich das Gefühl, trotz anfänglicher Schwierigkeiten enge Freundschaften zu knüpfen, am Ende doch neben den vielen schönen Bekanntschaften auch einige enge Freund:innen gefunden habe. Sowohl mit Einheimischen als auch mit anderen Erasmus-Studierenden.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Vor dem Auslandsaufenthalt sprach ich bereits etwas Türkisch, da die Hälfte meiner Familie ursprünglich aus der Türkei kommt. Dies war mit ein Entscheidungsgrund für die Türkei als Gastland, ich wollte gerne meine Sprachkenntnisse verbessern. Da ich nur Kurse auf Türkisch wählte und dadurch im Unialltag meist Türkisch sprach, denke ich, haben sich meine Kenntnisse schon etwas verbessert. Auch die Englischkenntnisse lassen sich verbessern, v. a., wenn man Kurse auf Englisch wählt oder bei der Interaktion mit anderen Erasmus-Studierenden. Die Menschen in der Türkei sprechen oft sehr schlechtes oder gar kein Englisch, dafür freuen sie sich umso mehr, wenn man auch nur ein paar Worte Türkisch lernt und versucht, mit ihnen zu kommunizieren. Auch die einheimischen Studierenden sprechen oft kaum Englisch, wobei manche wiederum auch sehr gute Kenntnisse aufweisen. Vor allem, wenn sie selbst auf Englisch studieren. Generell sprechen sie meist entweder kein oder sehr gutes Englisch, selten etwas dazwischen.

Zur Wohn- und Lebenssituation:

Meine erste Unterkunft war ein Zimmer, welches mir entfernt Verwandte vermittelt hatten. Das war zwar an sich super nett und praktisch für den Anfang, doch gab es mit der Miete und der Distanz zum Stadtzentrum ein paar Gründe, ein Zimmer näher in der Innenstadt zu suchen. Da Istanbul sehr groß ist sollte man schon etwas Fokus darauflegen, wo sich die Wohnung befindet. Die Uni liegt ebenfalls nicht ganz im Zentrum, ist von den meisten zentral gelegenen Vierteln aber in maximal 1-1,5h mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, was für Istanbul völlig normal ist.

Die neue Unterkunft habe ich über die Website Evarkadasi gefunden. Der Großteil der Erasmus-Studierenden hat das jeweilige Zimmer auf Airbnb, Facebook oder in diversen WhatsApp-Gruppen gefunden. Auch die Buddies haben eine entsprechende WhatsApp-Gruppe erstellt und die Uni hat eine Website, auf welcher freie Zimmer von anderen Studierenden angeboten werden. Ein Wohnheimzimmer bietet YTU nicht für Erasmus-Studierende an und auch sonst ist es schwer als internationale Studierende in privaten Wohnheimen Plätze zu bekommen. De Wohnheime unterscheiden sich sowieso stark von den Wohnheimen in Deutschland und die Wenigsten möchten ihr Erasmus gerne dort verbringen, da man oft Einschränkungen wie eine Ausgangssperre nach 23:00 Uhr, hat, sich ein Zimmer mit meist drei bis fünf Anderen teilt und keine Küche hat (dafür aber Essen bekommt).

Die Miete in zentral gelegenen Vierteln liegt pro Zimmer meist bei etwa 350-500€, wobei man bei solchen Preisen meist schon eine sehr gute Lage und meist auch ein Wohnzimmer zusätzlich zu den WG-Zimmern hat. Weiter auserhalb gibt es sicherlich deutlich günstigere Wohnungen, wobei es schwierig werden kann, dort ein WG-Zimmer zu finden. Generell ziehen die wenigsten türkischen Studierenden in eine WG und wohnen entweder bei ihrer Familie oder im Wohnheim. Wenn sie in eine WG ziehen, dann in den allermeisten Fällen mit Leuten, die sie kennen. Daher ist es vor allem als Erasmus-Studierende:r einfacher, ein Zimmer in einer WG mit anderen Erasmus-Studierenden zu finden.

Die öffentlichen Verkehrsmittel sind in Istanbul sehr gut ausgebaut, man kommt in die meisten, und in alle zentralen, Gegenden recht gut mit der U-Bahn, Tram und Metrobus hin. Diese fahren auch sehr regelmäßig und verlässlich. U-Bahn und Tram unter der Woche nur bis Mitternacht, der Metrobus 24/7. Der Metrobus ist ein Bus, der auf seiner eigenen Spur fährt und daher nicht vom Verkehr abhängt und folglich schnell ist. In manche Gebiete fahren nur Busse, diese habe ich, wenn es nicht nötig war, gemieden, da sie vom Verkehr abhängen und in Istanbul die Straßen eigentlich immer voll sind.

Eine Krankenversicherung sollte selbstständig zusätzlich zum Abkommen zwischen den deutschen gesetzlichen Krankenkassen und der Türkei abgeschlossen werden, da dieses Abkommen im Ernstfall nicht wirklich viel übernimmt. Aber für die Aufenthaltsgenehmigung, welche im Ausland nach spätestens drei Monaten abgeschlossen werden muss, reicht es, das Abkommen anzugeben, bevor extra eine dritte türkische Versicherung nur für die Formalitäten abgeschlossen wird. Denn in den Formalitäten für die Aufenthaltsgenehmigung wird eine deutsche private zusätzliche Versicherung meist nicht akzeptiert.

Der Prozess für die Aufenthaltsgenehmigung (die man braucht, da das Touristen-Visum nur für drei Monate gilt), kann sich als etwas langwierigen bürokratischen Prozess darstellen, hierbei sollte die Ruhe bewahrt werden und ggf. kann bei Problemen in der Uni nachgefragt werden, das Personal war immer sehr hilfreich. Am Ende wird es klappen, auch wenn es sich manchmal ewig anfühlt, bis es so weit ist. Eine andere Uni hat einen Leitfaden erstellt, wie man für die Aufenthaltsgenehmigung vorgehen kann. Dieser hat mir sehr geholfen, hier ist der entsprechende Link.

Die Lebensunterhaltungskosten wie Lebensmittel etc. sind im Vergleich zu Deutschland deutlich günstiger, für die Menschen vor Ort wegen der starken Inflation allerdings sehr hoch. Was Freizeitangebote betrifft hat Istanbul sehr viel zu bieten. Kulturell gibt es viel zu sehen, von den Standart-Sehenswürdigkeiten, über das Essen, unzählige Cafés und Teehäuser zu Bars und Clubs für das Nachtleben. Auch schon allein das Überqueren des Bosporus mit der Fähre ist ein schönes Erlebnis. Die Uni bietet ebenfalls unzählige Studierendengruppen an, denen man beitreten kann. Z. B. gibt es verschiedene Sportarten, wissenschaftliche „Science clubs“ und auch „international clubs“. Ich habe am traditionellen türkischen Tanz teilgenommen („Halk Oyunları“), was sehr empfehlenswert ist. Die Uni bietet den Studierenden zudem für einen recht günstigen Eintritt ein Fitnessstudio und ein Schwimmbad auf dem Unigelände.

Studienfach: Lehramt Sek I/II Biologie und Kunst (Austauschfakultät: Bildungswissenschaften)

Aufenthaltsdauer: 09/2025 - 02/2026

Gastuniversität: Yildiz Technical University

Gastland: Türkei

Rückblick

Insgesamt war mein Aufenthalt eine eindrucksvolle und erkenntnissreiche Zeit für mich. Ich habe viele neue Menschen kennengelernt und es genossen, in einer neuen Kultur meinen Alltag zu führen. Da das Leben in der Türkei sich teilweise schon stark von dem in Deutschland unterscheidet, finde ich, eignet sich das Land besonders gut, um mal aus der eigenen Komfortzone herauszukommen, einen neuen Blickwinkel auf die Welt zu bekommen und sowohl über die türkische Kultur als auch über sich selbst viel zu lernen. Schon allein um die Gastfreundschaft und Freundlichkeit der Menschen kennenzulernen, lohnt sich ein Aufenthalt. Daneben ist die Stadt einfach unfassbar vielseitig und wunderschön und auch die Türkei als Land insgesamt sehenswert und vielseitig.

Wenn man aus Deutschland kommt und die Standards, Pünktlichkeit und Effizienz von hier gewohnt ist, mag man manchmal ein bisschen an der Bürokratie und generell an langwierigen, sehr ineffizient gestalteten Prozessen des türkischen Lebens zweifeln. Doch trifft man auch beinahe nie auf gestresste Türk:innen. Sie leben ihr Leben in einer Seelenruhe und bevor man sich stresst, wird einfach erstmal ein Teechen getrunken. Tee sieht man generell immer und überall. Es lohnt sich, sich ebenfalls diese Art des Lebens anzugewöhnen, am Ende wird trotzdem alles funktionieren und bei jeglichen Problemen wird sich jemand finden, der einem weiterhilft. Und das Ganze zwar manchmal ohne deutsche Effizient, aber dafür auch ohne Stress.

Sonstige  Hinweise

Falls ihr euch überlegt, an der YTU Lehramt zu studieren, sollte die Wahl der Uni meiner Meinung nach noch einmal durchdacht werden und hängt stark von der Fächerwahl ab. Das Lehramtsstudium ist vom Fach Englisch ausgenommen ausnahmslos auf Türkisch. Studiert man kein Englisch auf Lehramt oder belegt dort keine Kurse, so muss man sich entweder mit türkischen Kursen zufriedengeben oder Kurse in anderen Fakultäten belegen. Doch die für die meisten für Lehramt passenden Fächer sind nicht auf Englisch. Bis auf ein Fach belegte ich alle Fächer in anderen Fakultäten. Da ich Kunst und Biologie auf Lehramt studiere und es für mich keine passenden Fächer in der bildungswissenschaftlichen Fakultät gab, habe ich die meisten Kurse in der Fakultät für Kunst und der Fakultät für Naturwissenschaften belegt. Normalerweise werden Fächer für Lehramt in der Türkei ausschließlich gesondert in der bildungswissenschaftlichen Fakultät unterrichtet. Zudem war ich, da Bildungswissenschaften meine Austauschfakultät war, gezwungen, mindestens ein Fach dort zu belegen. Doch auch diese Fächer waren alle auf Türkisch und ich habe keinen passenden Kurs gefunden, den ich mir in Deutschland hätte anrechnen lassen können. In den meisten Fällen kann man mit den/die entsprechenden Professor:in ansprechen und bekommt dann die Prüfung auf Englisch. Doch mein einer Professor war leider nicht bereit, mir die Prüfung auf Englisch zu geben. Auch sonst waren alle meine Fächer auf Türkisch, aber ich wollte dies gerne so, um meine Sprachkenntnisse zu verbessern und habe absichtlich eher praktische Kurse in Kunst gewählt, die ich mir auch sprachlich zugetraut habe. In einer Biologie-Vorlesung hat die Professorin mir die Prüfung auf Nachfrage auf Englisch gegeben, da meine Sprachkenntnisse nicht ausgereicht hätten, um alles in den schriftlichen Klausuren zu verstehen. Die Folien habe ich mir selbstständig übersetzt und sie dann auf Englisch gelernt. Für Tests die wir zwischendurch hatten, hat sie leider vergessen, mir eine englische Version vorzubereiten, woraufhin ich später einfach immer einen Tag vorher einmal freundlich nachgefragt und darum gebeten habe, mir eine englische Version vorzubereiten.

Abschließend lässt sich sagen, dass es fürs Lehramt, Englisch Lehramt ausgenommen, nicht wirklich passende Kurse auf Englisch gibt. Spricht man etwas Türkisch oder findet man es okay, die Folien selbstständig zu übersetzten, lassen sich trotzdem gute Kurse finden. Man hat dann zudem auch eine gute Möglichkeit, mit den einheimischen Studierenden in Kontakt zu kommen. Zudem sind die Professor:innen oft (aber nicht immer) bereit, einem eine englische Version der Prüfung vorzubereiten. Die meisten von Ihnen waren immer sehr freundlich und hilfsbereit. Dennoch sollte dies bei der Wahl der Uni und der Kurse beachtet werden.

Andere Studiengänge finden zu 100% auf Englisch statt, da liegen die genannten eventuellen Schwierigkeiten dann nicht vor. Für mich persönlich war es bis auf das eine verpflichtende Fach in Bildungswissenschaften perfekt, da ich sowieso meine Sprachkenntnisse verbessern wollte und es auch eine gute Möglichkeit darstellte, mit einheimischen Studierenden in Kontakt zu kommen und Freundschaften zu bilden.


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