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„Transfer funktioniert dann besonders gut, wenn er an konkreten Bedarfen ansetzt“ – UP Transfer GmbH fördert den Wissens- und Technologietransfer und unterstützt Veranstaltungen wie den Universitätsball

Die UP Transfer GmbH gehört erneut zu den Unterstützern des Universitätsballs, ohne die dieses besondere Event nicht über die Bühne gehen könnte. Warum sie das tut und welche Aufgaben die GmbH im Alltag zu erfüllen hat, darüber sprach Antje Horn-Conrad mit dem Geschäftsführer Wolfgang Hadlich.

Herr Hadlich, die UP Transfer GmbH sponsert den Ball der Universität Potsdam. Warum engagieren Sie sich hier – und was bedeutet Ihnen das persönlich?
Der Universitätsball ist ein besonderes Ereignis, das Menschen aus Wissenschaft, Stadtgesellschaft, Wirtschaft und Politik zusammenbringt. Solche Begegnungen sind wichtig für den Austausch und das Gemeinschaftsgefühl. Als UP Transfer GmbH unterstützen wir dieses Format gern, weil es die Verbundenheit mit der Universität sichtbar macht. Persönlich schätze ich die Atmosphäre des Balls als einen Moment, in dem Universität einmal jenseits des Alltags erlebbar wird.

Apropos: Womit befasst sich die UP Transfer GmbH in ihrem Alltag?  
Nun, wir sind die Transfergesellschaft der Universität Potsdam. Unser Auftrag ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse aus Forschung und Lehre systematisch in Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft zu überführen. Damit unterstützen wir die Universität bei ihrer sogenannten dritten Mission – dem Wissens- und Technologietransfer. Konkret entwickeln und organisieren wir Weiterbildungen, begleiten angewandte Forschungsprojekte und fungieren als Dienstleister, etwa bei Veranstaltungen, die den Austausch zwischen Universität und externen Partnern erleichtern. Hinzu kommen Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit externen Partnern. Der direkte Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis ist dabei entscheidend – Transfer funktioniert dann besonders gut, wenn er an konkreten Bedarfen ansetzt.

Ein Beispiel?
Im Projekt „Strong roots, strong women“ unterstützen wir Frauen in Vietnam bei der Anpflanzung von Mangroven-Wäldern, um das Ökosystem derTam Giang Lagune, der größten Lagune Südostasiens, zu schützen und zugleich die Widerstandsfähigkeit der lokalen Gemeinden zu fördern. Dr. Philip Bubeck von der Universität Potsdam arbeitet hier mit dem Centre for Social Research and Development (CSRD) in Hue City zusammen. Im Projekt entstand am Ufer der Lagune eine Mangrovenbaumschule, für deren nachhaltigen Betrieb Freiwillige umfassend geschult werden: von der Auswahl und Pflege der Setzlinge über die selbstständige Verwaltung der Baumschule bis zum Verkauf der Setzlinge zur langfristigen Finanzierung.  
Qualifizierung wird auch hierzulande immer wichtiger. Wie reagieren Sie auf den steigenden Bedarf?
Wir bieten ein breites Spektrum an berufsbegleitenden Weiterbildungen – von Master- und Zertifikatsprogrammen bis hin zu maßgeschneiderten Inhouse-Formaten. Zielgruppen sind Fach- und Führungskräfte aus Wirtschaft, Verwaltung und Non-Profit-Organisationen. Inhaltlich geht es dabei nicht nur um Fachwissen, sondern auch um Themen wie Führung, Digitalisierung, Nachhaltigkeit oder Organisationsentwicklung. Im Bereich des Masterstudienganges Intercultural Communication and Management (ICM) haben wir ein Modul weiterentwickelt, das wir den regionalen Unternehmen anbieten möchten, um sie auf den Einsatz von Fachkräften vorzubereiten, die aus dem Ausland zu uns kommen.

Was hat sich in der Weiterbildung bewährt? Wo gehen Sie neue Wege?
Wir setzen vor allem auf Praxisnähe. Besonders bewährt haben sich berufsbegleitende Programme, Zertifikatskurse und maßgeschneiderte Qualifizierungen, die gemeinsam mit Forschenden der Universität entwickelt werden. Wir haben volle Flexibilität in unserem MBA-Studiengang und bieten auch einzelne Module an. Interessierte können zunächst einige Bausteine des Studienganges belegen und im Laufe der Zeit entscheiden, ob sie mit einem Master abschließen oder ob ihnen das Studium einzelner Schwerpunkte ausreicht.

Und was bieten Sie Studierenden, deren Einstieg ins Berufsleben noch bevorsteht?
Um Kontakte zu künftigen Arbeitgebern in der Region herzustellen, organisieren wir für Studierende über unseren Partnerkreis alljährlich einen virtuellen Matching-Day sowie die Karrieremesse „kømpass“, die unter dem Motto „navigate your future“ erstmalig am 28. April am Standort Golm stattfindet.

Sie meinen den Partnerkreis Industrie & Wirtschaft …  
Ja, genau. Ein gutes Beispiel für nachhaltige Netzwerke. Der Partnerkreis bringt Unternehmen unterschiedlicher Branchen mit der Universität zusammen und schafft Raum für Austausch, Kooperation und gemeinsame Projekte. Gerade für regionale Unternehmen ist der Zugang zu wissenschaftlicher Expertise ein wichtiger Standortfaktor – und umgekehrt profitiert die Universität von Impulsen aus der Praxis.

Als Leitpartner agieren hier die Mittelbrandenburgische Sparkasse und die Industrie- und Handelskammer. Mit welcher Funktion?
Mit ihrer besonderen Ausstrahlung in die regionale Wirtschaft sind sie wichtige Multiplikatoren. Das Netzwerk selbst bildet ja eine sehr vielfältige Mischung der regionalen Wirtschaft ab. In unserem neuen Format „Breakfast-Club“ treffen wir uns alle zwei Monate an unterschiedlichen Orten – auch bei Partnern wie SAP oder an universitären Standorten wie dem Industrial Information Lab des Lehrstuhls Wirtschaftsinformatik. Es geht um Personalgewinnung, aber zunehmend auch um den Best-practice-Austausch. Und die Uni kann ihr Leistungsangebot vorstellen.

Immer wichtiger wird auch der Gesellschaftstransfer – also die Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Breite der Öffentlichkeit. Was kann die GmbH hier leisten?
Gesellschaftstransfer bedeutet für uns, Wissenschaft verständlich und zugänglich zu machen. Das geschieht etwa über öffentliche Veranstaltungen, Weiterbildungen für gesellschaftliche Akteure oder Projekte mit Verwaltungen, Schulen und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Die UP Transfer GmbH kann hier als organisatorische und kommunikative Schnittstelle wirken und Formate entwickeln, die Forschungsergebnisse über den akademischen Raum hinaus sichtbar machen. Sehr gern unterstützen wir deshalb auch den Science Slam der Universität.

Mit ihrem UNI-Shop hilft die GmbH dabei, die Marke der Universität Potsdam in die Öffentlichkeit zu tragen. Was gibt es Neues im Sortiment?
Neben klassischen Merchandising-Produkten setzen wir auf nachhaltige Artikel und zeitgemäßes Design, etwa bei der Thermoflasche aus recyceltem Edelstahl oder T-Shirts aus Biobaumwolle. Der Shop soll mit seinen Angeboten ein identitätsstiftendes Element für Studierende, Beschäftigte und Alumni darstellen – und seine Präsenzstelle am Neuen Palais gerne auch ein belebender Treffpunkt auf dem Campus werden.