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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Die Vorbereitung meines Auslandsaufenthalts begann damit, dass ich mich eigenständig über die Website der Universität Potsdam über Austauschmöglichkeiten informierte. Zunächst schwankte ich zwischen einem Aufenthalt in Südkorea und Buenos Aires, entschied mich jedoch schließlich aufgrund der besseren fachlichen Passung für Argentinien – insbesondere, nachdem ich von Larisa Subasic jederzeit pünktliche und hilfreiche Unterstützung erhalten hatte. Nachdem ich das Auswahlverfahren der Universität Potsdam erfolgreich durchlaufen hatte, erhielt ich die offizielle Nominierung.

Kurz darauf nahm die Universidad Nacional de San Martín (UNSAM) selbstständig Kontakt mit mir auf, informierte mich regelmäßig per E-Mail und erwies sich dabei als äußerst hilfsbereit und unkompliziert. Vor meiner Abreise fanden zudem mehrere Informationscalls für alle internationalen Studierenden statt (über Zoom), die im kommenden Semester nach Buenos Aires gehen würden. Anfangs war ich überrascht, dass viele Teilnehmende aus spanischsprachigen Ländern stammten und Spanisch als Muttersprache sprachen, doch Schritt für Schritt fand ich gut hinein.

Die Beantragung des Visums gestaltete sich zunächst ungewiss, da die UNSAM uns mitteilte, wir müssten uns nicht unmittelbar beim Konsulat bewerben, sondern auf einen vereinfachten Online-Prozess warten. Als dieser jedoch starten sollte, streikte die Plattform, und auch ein kurzfristig einberufenes Online-Meeting des International Office konnte nicht weiterhelfen. Schließlich erhielt ich erfreulich schnell einen Termin beim Konsulat und bekam ohne Schwierigkeiten direkt das Visum – weshalb ich empfehlen würde, sich frühzeitig selbst darum zu kümmern.


Studienfach: M.Sc. Psychologie (mit Schwerpunkt AOKV)

Aufenthaltsdauer: 08/2025 - 12/2025

Gastuniversität: Universidad Nacional de San Martín

Gastland:Argentinien

Studium an der Gastuniversität

Die UNSAM ist eine staatlich geförderte Universität in Argentinien und für argentinische Studierende vollständig kostenlos. Auffällig war die große Altersspanne der Studierenden, da viele berufsbegleitend oder sogar im Ruhestand studieren. Da an der UNSAM kein Psychologiestudium im engeren Sinne angeboten wird und ich meine Pflichtkurse in Deutschland bereits abgeschlossen hatte, konnte ich die Kurswahl entspannt gestalten.

Zu Semesterbeginn gab es zwei Willkommensveranstaltungen für internationale Studierende, in denen unter anderem das Prüfungssystem erklärt wurde. Je nach Kurs gab es entweder Zwischenprüfungen oder eine abschließende Prüfung. In vielen Veranstaltungen wurde viel gelesen und intensiv diskutiert. Besonders bereichernd war ein Online-Seminar zu Psychoanalyse und Kunst, das wöchentliche Pflichtlektüre umfasste und mit einer Gruppenpräsentation abschloss. Zusätzlich belegte ich einen Gesangskurs sowie einen Tangokurs, um die lokale Kultur besser kennenzulernen.

Das Studienklima empfand ich als sehr offen und weitgehend informell. In allen Kursen existierten WhatsApp-Gruppen, in denen Dozierende und Studierende gleichermaßen Informationen, Inhalte und Fragen teilten. Insgesamt fühlte ich mich dadurch sehr eingebunden. Auch das International Office blieb präsent, veranstaltete regelmäßig Events und war bei Anliegen – wie etwa einer notwendigen Unterschrift – sofort erreichbar. Über das Buddy-Programm wurde mir bereits vor Semesterbeginn eine Ansprechpartnerin (Buddy) zugeteilt, die sich früh meldete, regelmäßig nachfragte, jederzeit für Fragen verfügbar war und mit der ich auch außerhalb der Universität einiges unternahm.

Die Bibliothek war gut ausgestattet und bot einen angenehmen Lernort. Gleichzeitig war spürbar, dass die Universität von den finanziellen Kürzungen der aktuellen Regierung betroffen war – etwa durch eine sehr reduzierte Cafeteria oder fehlendes Toilettenpapier. Dennoch war deutlich zu spüren, welchen Stellenwert die Universität für die Menschen hat, was ich als sehr bewegend empfand.

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden

Neben meiner Buddy lernte ich viele internationale Studierende sowohl durch organisierte Veranstaltungen als auch durch private Treffen kennen. Zudem existierten WhatsApp-Gruppen, über die sich unser Jahrgang gut vernetzen konnte. Argentinische Studierende lernte ich vor allem in meinen Kursen kennen, aber auch über das kulturelle Leben der Stadt – Milongas, Ausstellungen, Vorstellungen und zahlreiche andere Events, die in Buenos Aires eine große Rolle spielen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Aufenthalt

Vor meiner Abreise hatte ich an der Universität Potsdam den Spanischkurs auf B2-Niveau belegt, nachdem ich zuvor zwar Reiseerfahrung in spanischsprachigen Ländern, aber kein offizielles Zertifikat hatte. Besonders das ZESSKO kann ich an dieser Stelle sehr empfehlen. Trotz guter Vorbereitung war ich zu Beginn dennoch unsicher. In den ersten Informationsveranstaltungen erhielten wir jedoch viel Unterstützung, und uns wurde ausdrücklich geraten, proaktiv auf Dozierende zuzugehen, nachzufragen oder um langsameres Sprechen zu bitten. Allein diese „Erlaubnis“ empfand ich als enorm entlastend.

Je aktiver ich auf Menschen in meinem Umfeld zuging, desto schneller entwickelte sich mein Spanisch weiter. Gegen Ende meines Aufenthalts fühle ich mich flüssig und sicher, auch in tiefgehenden Gesprächen und beim Pflegen von Freundschaften.

Wohn- und Lebenssituation

Bereits in Deutschland suchte ich über Facebook-Gruppen und persönliche Kontakte nach einem Zimmer, stellte jedoch fest, dass Airbnb preislich überraschend günstiger war. Für die ersten drei Monate mietete ich ein WG-Zimmer nahe des Nationalkongresses – nicht in Uninähe, aber sehr zentral. Der Altbau war wunderschön, auch wenn man die laute Straße hörte und die Ausstattung typisch alt war. Für das Zimmer zahlte ich etwa 270 € warm. Küche und Bad teilte ich mit Mitbewohnern aus Argentinien, Chile, Kolumbien und Peru.

Für die letzten zweieinhalb Monate zog ich gemeinsam mit meinem Partner in eine größere und modernere Airbnb-Wohnung mit Balkon, für die wir zu zweit etwa 650 € warm zahlten. Die meisten Studierenden, die ich kannte, fanden ihre Zimmer über private Anzeigen und zahlten im Schnitt 400–500 € aufwärts – abhängig von der Lage.

Buenos Aires verfügt über ein gut funktionierendes U-Bahn-System sowie zahlreiche Buslinien („colectivos“), die jedoch schwer über Google Maps planbar sind. Zur Universität fährt außerdem ein Zug, der zuverlässig alle 20 Minuten verkehrt. Öffentliche Verkehrsmittel zahlt man mit der SUBE-Karte, die man an Kiosken erwerben und aufladen kann.

Da der Unterschied zwischen Bar- und Kartenzahlung lange Zeit relevant war, nahm ich Euro-Bargeld mit und wechselte es schrittweise in Pesos. Andere Studierende nutzten Western Union, doch ich würde empfehlen, Bargeld mitzunehmen und sich rechtzeitig zu informieren. Auf Empfehlung meiner Universität hatte ich zudem eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen, musste sie jedoch bislang nicht in Anspruch nehmen.

Aufgrund der wirtschaftlichen Lage schwankt der Peso weiterhin, was sich in leicht variierenden Lebensmittelpreisen zeigt. Man gewöhnt sich schnell daran, Angebote zu nutzen. Buenos Aires ist eine kulturell außergewöhnlich reiche Stadt mit Konzerten, Ausstellungen und vielen kostenlosen Events. Besonders hilfreich fand ich den Instagram-Account @vamos_gratis, über den ich viele Veranstaltungen entdeckt habe – darunter klassische Konzerte, eine Toy-Story-Ausstellung, eine mittelalterliche Messe sowie große Events wie die „lange Nacht der Museen“, die Tango-Weltmeisterschaft und die „lange Nacht der Eisdielen“.

Studienfach: M.Sc. Psychologie (mit Schwerpunkt AOKV)

Aufenthaltsdauer: 08/2025 - 12/2025

Gastuniversität: Universidad Nacional de San Martín

Gastland:Argentinien

Rückblick

Rückblickend kann ich Buenos Aires als Austauschziel wärmstens empfehlen – insbesondere, wenn man tief in die lokale Kultur eintauchen möchte und Freude an einer großen, lebendigen Stadt hat. Buenos Aires vereint vielfältiges Angebot, kulturelle Fülle, beeindruckende Architektur, Herzlichkeit und Offenheit – bei gleichzeitigem Chaos, Lärm und natürlich sehr urbanem Charakter. Trotz der wirtschaftlich angespannten Lage und einer sichtbaren Armutsrate lohnt sich ein Aufenthalt absolut. Wenn man sich rechtzeitig über das Konsulat um das Visum kümmert, steht dem Abenteuer nichts im Weg.


Argentinien

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