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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Durch die Zoom Sessions mit dem International Office fühlte ich mich gut vorbereitet. Dennoch habe ich habe rasch bemerkt, dass die Unterschiede von einer griechischen Universität zu einer anderen europäischen recht prägnant sind und einige Infos, sowie Fristen länger brauchen. Nach der Nominierung an der Gastuniversität, wurde ich per Mail schnell über das Anmeldeverfahren informiert, allerdings hat der darauffolgende Verlauf eine Weile gedauert und erst Anfang Juli hatte ich meinen unterschriebenen Vertrag mit der Uni. Trotz prokrastinierenden Gedanken, zur fehlenden Planung zum Auslandssemester, welche ich auch erst im Juli beginnen konnte, hat alles Reibungslos funktioniert. Und es ist Griechenland. Das wird schon immer irgendwie, auch, wenn es hin und wieder etwas länger dauert.

Bewerbungsunterlangen waren nicht viele gefordert. Bis auf das Learning Agreement und einen Nachweis auf ein B2 Englisch Niveau, sowie weitere Daten, welche leicht zu ergänzen waren. Zum Sprachnachweis hat mein Abiturzeugnis aus 2024 gereicht.


Studienfach: Zwei-Fach-Bachelor Anglistik/Amerikanistik, Germanistik 

Aufenthaltsdauer: 10/2025 - 02/2026

Gastuniversität: Aristotle University of Thessaloniki

Gastland: Griechenland

Studium an der Gastuniversität

Ich habe das System, zumindest im Vergleich zu Anglistik/Amerikanistik und Germanistik in den Modulen als recht ähnlich wahrgenommen, allerdings sind Seminare hier mehr wie eine Vorlesung aufgebaut, welches sich auch in der Seminargröße widerspiegelt. Die Koordinatoren sind äußerst zuvorkommend und haben Mails sehr schnell beantwortet, wobei dies bei Professoren eher durchmischt war. Da ich die 6-pünktigen Seminare aus der englischen Fakultät in Thessaloniki nur als 3-pünktige in Potsdam anrechnen lassen durfte, empfand ich den Arbeitsaufwand als sehr hoch. Die Seminare dauern zweieinhalb Stunden und halten bis teils halb 10 an. Mit meiner Kurswahl hätte ich an der AUTh 46LP erreicht, was sich aufwandstechnisch auch so anfühlte. Es war also sehr umfangreich und kostete viel Mühe, vor allem, da auf Anwesenheit und Mitarbeit Wert gelegt wurde, es war aber zu wählen, ob Anwesenheit benotet werden sollte oder nicht. Manche Professoren waren bei der Bewertung sehr milde, andere hingegen sehr schroff und es wurden von vielerlei ERASMUS Studenten, die ein oder anderen Kurse nicht bestanden, primär in der English School. 

Durch das Wert legen auf Gruppenarbeit in Seminaren, empfand ich die Atmosphäre unter den Studierenden als sehr angenehm und gemeinschaftlich. Die Professoren waren in den meisten Fällen sehr aufmerksam und man hat ihre Liebe zum Fach definitiv vernehmen können. Die Studierenden waren stets hilfsbereit und freundlich. Vorallem zu Anfang, als ich noch keinerlei Raumkenntnis und technisches Know How in Hinsicht auf die Websites hatte, wurde mir jederzeit auf Nachfrage von Kommilitonen, sowie spontanen Begegnungen in den Unigebäuden geholfen. 

Die Raumgestaltung in der Uni ist zwar technisch gesehen gut ausgestattet, aber die Gebäude sind sehr alt und es fehlen teils Fenster und die Toiletten (Stehtoiletten) haben auch nie Papier, etc. Außerdem ist die Uni sehr politisch und das spiegelt sich sehr extrem innerhalb der Gebäude und auf dem Gelände wider. Sowohl durch (spontane oder lang im Voraus angekündigte) Demonstrationen oder durch die plakatierten und bemalten, als auch Parol vollen Wände, sowie Rauchen im Unigebäude. Polizeiliche Eingriffe auf dem Unigelände waren nicht unüblich. 

Die Mensa der Uni war aber definitiv ein großer Pluspunkt. Es gab dreimal am Tag kostenfreies Essen, sieben Tage die Woche. Das Essen selbst ist definitiv nur mittelmäßig als Vegetarier, allerdings ist es am Ende des Tages doch eben kostenlos…

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden

Der Kontakt zu einheimischen Studierenden wurde vor allem über das ESN-Netzwerk gepflegt, welches ausgesprochen ausgereift ist. Es wurden eine Vielzahl an Events, mehrfach pro Woche geboten. Das Angebot haben die Mehrzahl von Internationalen Studierenden angenommen und es war sehr leicht Anschluss zu finden, wobei ich mitbekommen habe, dass dies, durch den kurzen Übergang von Winter- zu Sommersemester, eine Herausforderung für jene war, welche ein ganzes Jahr in Thessaloniki verbracht haben. Im ERASMUS in Thessaloniki ist eine große Mehrheit der Studierenden aus Deutschland, worüber man sich meiner Meinung nach im Vornherein bewusst sein sollte, da es schwer ist, Gruppen zu finden, welche international diverser sind. 

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Es wurde per Mail vor dem Auslandsaufenthalt ein Sprachkurs von der Uni für kleines Geld angeworben, welcher aber mit knappen Fristen zur Anmeldung verbunden war. Diesen habe ich wahrgenommen und auch wenn, wie alles in Griechenland, der Kurs hin und wieder chaotisch war, konnte ich die Grundkenntnisse von Griechisch erwerben, welche zwar nicht immer von Nöten sind, da tatsächlich erstaunlich viele GriechInnen sehr sicher in Englischen sind, allerdings vorallem die ältere Generation weniger. Außerdem ist es nunmal viel natürlicher und angenehmer in der einheimischen Sprache kommunizieren zu können. 

Wohn- und Lebenssituation

Ich persönlich habe sehr schnell eine Unterkunft gefunden, da ich über die ESN Instagram Seite zur WhatsApp Gruppe des ERASMUS, Zugang bekommen hatte und dort Empfehlungen zur Wohnungssuche, sowie legitime Portale eingesendet wurden. Ich habe über eines dieser Portale zeitnah eine Wohnung gefunden, wobei ich die Lage den meisten nicht empfehlen würde, außer ihr liebt den Katzen und Altstadt, welcher mit teils längeren Fußwegen, sowie einem nicht zu unterschätzenden steilen Stück bergauf verbunden ist. 

Ich habe die Stille der Altstadt Ano Poli sehr genossen, auch wenn es nicht allzu sehr in Nähe von Supermärkten, Meer und Clubs ist, aber nah an den besten Sonnenuntergangsspots und süßen Häusern entlang der Stadtmauern und auch nah der Uni. Es wirkt hier oben viel „authentisch griechischer“, als im Grosstadttrubel in der Innenstadt am Meeresufer entlang. Die meisten ERASMUS StudentInnen wohnten jedoch im Stadtkern der unteren Stadt.

Da ich in Potsdam eine Wohnung des Studierendenwerkes bezogen hatte, musste ich bei den lokalen Mietpreisen tatsächlich erstmal schlucken. Billiger als 400€ sind die wenigsten weggekommen, da die Einheimischen, zurecht, wissen, dass ERASMUS Studierende mehr Geld zur Verfügung haben, als griechische StudentInnen. Ein paar Sachen empfand ich als äußerst gewöhnungsbedürftig, wie das Toilettenpapier in den Mülleimer zu werfen, sowie dass es nirgends Trockner für die Wäsche gibt (vor allem im Winter unpraktisch), wie genau die AC in den Heizmodus gestellt wird und wie Wasser Boiler funktionieren. Aber das hat sich eigentlich alles innerhalb weniger Wochen normalisiert, aber ist natürlich initial etwas ungewohnt.

Thessaloniki hat eine tolle Metro, sowie eine vielzahl an Buslinien! Die Metro führt jeglich das Meeresufer entlag, aber erleichtert das Leben ungeheim. Als StudentIn gibt es auf jegliche Öffis auch Rabatte (eine Fahrt innerhalb der Stadt 30 Cent, unrabattiert 60 Cent und zum Flughafen 2€). Um den Rabatt in der Metro zu erhalten, muss man zu den größeren Stationen gehen und dort seinen griechischen Studierendenausweis vorzeigen und kurz fotografiert werden. Wenn man häufiger (zur Mensa) fährt, lohnt sich das wirklich! 

Geldabheben ging problemfrei für mich. Ein paar Freunde hatten minimale Gebühren, aber eine einfache Recherche, nach guten Karten fürs Ausland reicht da schon als Vorbereitung. Viel kann per Karte bezahlt werden, allerdings vor allem auf Märkten, ist Bargeld durchaus noch gern gesehen.

Ich hatte eine private Krankenversicherung über den ADAC abgeschlossen, um auf Nummer sicher zu gehen, allerdings ist dies wahrscheinlich gar nicht unbedingt nötig. Ich bin ein paar Mal ins Krankenhaus neben der Uni gegangen, wenn ich akute Probleme hatte, allerdings gehen die meisten internationalen Studenten zu Hausärzten. Ich hatte in der Apotheke Medikamente, wie auch in Deutschland, durch vorzeigen meiner Krankenkassenkarte, erhalten. Schmerzmittel erhält man in der Apotheke rezeptfrei für kleines Geld, allerdings sind jegliche Produkte von Sonnencreme zu Nahrungsergänzungsmitteln äußerst teuer und empfehlen sich aus Deutschland mitzunehmen oder auf Reisen während des ERASMUS in umliegenden Ländern zu erwerben.

Essen ist auswärts sehr günstig. Man bekommt vor allem in der Region um die Universität herum Mahlzeiten für sehr wenig Geld, wobei es sich natürlich aber vor allem anbietet die kostenfreien Mahlzeiten im Student Restaurant wahrzunehmen.

Das ESN Team bietet viele verschiedene Aktivitäten an, von Malabenden zu Exkursionen an den Strand in Halkidiki etc. Man kann sich auch in der Uni für das Gym anmelden, wobei ich stattdessen ein paar Male in den Ruderclub gegangen bin, welcher unabhängig jeglicher internationaler oder akademischer Institute, nahe des weißen Turms liegt und ich meiner sportlichen Leidenschaft aus Deutschland hier in einem wunderschönen Umfeld, im Meer und mit Panorama Blick, mit äußerst netten Trainern, nachgehen konnte.

Studienfach: Zwei-Fach-Bachelor Anglistik/Amerikanistik, Germanistik 

Aufenthaltsdauer: 10/2025 - 02/2026

Gastuniversität: Aristotle University of Thessaloniki

Gastland: Griechenland

Rückblick

Im Winter fand ich es persönlich häufig recht kalt, es ist also zu bedenken, genug warme Kleidung einzupacken. Auch, wenn die Temperaturen von Deutschland aus betrachtet teils nicht allzu kalt wirken, so ist durchaus auch mal eine Temperatur von 10 Grad winterlich kühl in Griechenland, da sich der Körper rasch akklimatisiert und am Meer entlang häufig ein frischer Wind weht. 

Für mich als zwar sehr spontaner, aber doch pünktlicher und anscheinend recht ordnungsbedürftiger Mensch, war Griechenland definitiv eine auflockernde Erfahrung, welche meinen Horizont in vielen Art und Weisen erweitert hat. Ich hatte auch einige Kurse, welche das Leben im Balkan reflektiert haben, welche ich durchaus wertgeschätzt habe, da die Geschichte Griechenlands unfassbar viele Schichten mit sich bringt, welche ich gar nicht so wahrgenommen hatte zuvor. Auch das Reisen durchs Land (meist mit Mietwagen oder Bus), als auch außerhalb des Landes nach Zypern, Bulgarien, die Türkei, Albanien, Montenegro und Kosovo, haben mir unendlich viele neue Perspektiven gegeben (Pluspunkt: Alle Länder sind super von Thessaloniki aus mit Bus zu erreichen, außer Zypern). Die Menschen im gesamten Balkan sind freundlich und stets hilfsbereit und haben jede noch so kurze oder weite Reise zu einem kulturell wertvollen Erlebnis gemacht. 


Griechenland

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