Skip to main content

Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Ich wusste schon länger, dass ich ein Auslandssemester in Großbritannien machen möchte. Als zukünftige Englischlehrerin ist es in meinen Augen ein großer Vorteil eine Weile in dem Land zu leben, dessen Sprache man später mal unterrichten möchte. Ich habe mir dann einmal alle Internetseiten der Hochschulpartnerschaften der Universität Potsdam angesehen und mich recht zügig auf drei Wünsche festgelegt. Hier möchte ich schonmal einen ersten Hinweis geben. Seit dem Brexit ist das Vereinigte Königreich nicht mehr Teil des Erasmus-Programm, sondern heißt jetzt „UK-Exchange“. Das bedeutet, dass es keine Erasmus-Stipendien gibt, wie zum Beispiel für Norwegen oder Frankreich. Aber keine Sorge die Studiengebühren (welche in England immens sind) werden trotzdem übernommen. Sämtliche weitere Kosten, wie Unterkunft, Lebenserhaltungskosten, etc. müssen von selbst getragen werden. Trotzdem ist es möglich sich für ein PROMOS-Stipendium oder auch AuslandsBAföG zu bewerben. Ab 2027 soll Großbritannien wieder zurück ins Erasmus-Programm.

Der Bewerbungsprozess war relativ einfach. Das Institut für Anglistik und Amerikanistik nutzt dafür das Outgoing Portal. Daher wird alles online organisiert. Das Wichtigste hier ist das Motivationsschreiben. Ich habe in meinem erklärt, wieso ich so gerne nach England möchte und auch schonmal ein paar Kurse der Uni aufgezählt, die ich gerne belegen wollte. Das zeigt, dass du dich bereits mit der Universität auseinandergesetzt hast.

Hier kannst du die verschiedenen Studiengänge und deren Module finden: https://www.southampton.ac.uk/courses/undergraduate?keyword_filter=

Nachdem ich meine Zusage bekommen hatte, hat es eine Weile gedauert, bis ich von der University of Southampton gehört habe. Ich habe dann eine Mail mit den essenziellen Aufgaben bekommen, welche du auch hier nachsehen kannst: https://www.southampton.ac.uk/welcome

Das Wichtigste ist den IT Account einzurichten, sich an der Uni zu immatrikulieren, die Student-ID zu beantragen und natürlich sich um die Wohnsituation zu kümmern. Sollte es fragen geben kann man sich immer an den StudentHub wenden, welcher 24/7 erreichbar ist. Ungefähr 1 ½ Wochen, bevor ich in England angekommen bin, habe ich eine Mail von den International Koordinatorinnen meiner Fakultät an der Southampton Uni bekommen, in dem die nächsten Schritte und ersten Termine genau aufgeschlüsselt waren.

Da Großbritannien nicht mehr Teil der EU ist, braucht man nun entweder eine ETA (für Aufenthalt bis zu 6 Monaten) oder ein Visum (alles über 6 Monaten). Genaueres dazu findest du auf der öffentlichen UK Government-Seite: https://www.gov.uk/browse/visas-immigration


Studienfach: Englisch - Lehramt für die Sekundarstufen I und II (allgemeinbildende Fächer) -B.Ed. In Southampton: English Literature

Aufenthaltsdauer: 09/25 – 01 /26

Gastuniversität: University of Southampton

Gastland: Großbritannien

Studium an der Gastuniversität

Das System der Uni ist sehr gut organisiert. Regelmäßig gibt es E-Mails, die einen auf dem Laufenden halten und an Organisatorisches erinnern. Es gibt zudem den StudentHub, welcher 24/7 erreichbar und für alles zuständig ist. Von Mentaler Gesundheit bis Stundenplanbau findet man dort immer schnell Hilfe.

Die Lehrveranstaltungen werden durch Blackboard verwaltet, dies ist vergleichbar mit Moodle. Hier werden die Reading Lists, Vorlesungs-/ Seminarfolien und andere Informationen zur Verfügung gestellt. VL und Seminare dauern in der Regel nur 45min, können aber auch 90min plus einer kleinen Pause umfassen. Außerdem gibt es das akademische Viertel nicht. Steht im Stundenplan ‘Kurs 1: 10.00 bis 11.00‘ meint das 10.00 bis 10.45. Etwas, was ich am Anfang gerne mal vergessen habe.

Ich finde es schwer die Anforderungen zwischen den beiden Unis zu vergleichen, es liegt eher daran, wie man gut lernen kann. Ich kann aber sagen, dass die Universität sehr auf eigenständiges Lernen ausgelegt ist (daher auch die kurzen Lehrzeiten). Sollte es einem schwer fallen eigenständig zu Lernen, dann sind die Anforderungen sicherlich höher als in Potsdam. Die Seminare sind darauf ausgelegt Wissen aus den VL und den zu lesenden Texten anzuwenden. Sie sind demnach sehr studi-zentriert. Ich persönlich habe mich am Anfang auch etwas schwer mit diesem Wechsel getan, bin aber der festen Überzeugung, dass man sich gut anpassen kann. Denn genau für sowas ist ein Auslandssemester da :)

Zur Leistungsbewertung: In unserer ersten Infoveranstaltung wurde gesagt, dass wir uns nicht vor den Noten erschrecken sollen. An der Universität wird mit Prozenten gearbeitet. Das bedeutet es kann ein Maximal von 100% erreicht werden, mir wurde aber von mehreren Dozierenden gesagt, dass die oberen 20% nicht genutzt werden. Die Prozente zwischen 70 und 80 schon eher, aber selten. Gutes Mittelfeld sind zwischen 55 und 70%.

Ich habe English Literature studiert und in diesem Studiengang werden nur Essays oder teilweise auch Präsentationen gehalten. Die Betreuung durch Dozierende war in dieser Hinsicht wirklich super! Nach meinen Mid-Terms bin ich zu einem Feedback-Gespräch bei meiner Dozentin gegangen. Hier sind wir einmal ihre Bewertung durchgegangen. Bei dieser gibt es am Anfang immer einen Anmerkungen zu: general comment, strengths und areas for improvement. Danach gibt es mehrere kleinere Kommentare im Text zu bestimmten Stellen. Generell kann man immer mit Fragen oder Anliegen zu den Dozierenden oder auch seinem PAT (Personal Academic Tutor) gehen. Diese sind, zumindest in den Humanities, alle super freundlich, hilfsbereit und zuvorkommend. Ich habe mich in allen Anliegen sehr betreut gefühlt. Es ist definitiv ein gutes Gefühl zu wissen, dass es immer eine*n Ansprechpartner*in gibt, wenn es ein Problem gibt.

Die Uni arbeitet mit einer Anwesenheits-App namens Seats. Diese war für mich am Anfang ziemlich einschüchternd, nach ein paar Wochen habe ich aber gemerkt: diese App wird von allen anderes genutzt und sagt daher nicht viel aus. Manche nutzen es, manche nicht. Daher ist der Prozentsatz der Anwesenheit sehr nichtssagend.

Außerdem: stell sicher, dass du genügend Speicherplatz auf deinem Handy hast. Nicht nur wegen der etlichen Bilder, sondern auch den vielen Apps, die man braucht. 

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden

Der Kontakt zu den einheimischen Studierenden war definitiv hilfreich, ich muss jedoch sagen, dass ich zu den Studierenden in meinen Seminaren relativ wenig Kontakt hatte. Das liegt einfach daran, dass man in bereits bestehenden Freundesdynamiken kommt und es daher schwer sein kann dort Kontakte zu knüpfen. Aber zum Glück sind das nicht die einzigen Möglichkeiten Einheimische kennenzulernen. Ich habe in einem Wohnheim gewohnt und mich sehr gut mit meinen Mitbewohnerinnen verstanden. Zudem gibt es auch verschiedene Societies (wie Clubs), welchen man beitreten kann und auch das ESN, welches Events speziell für Internationals organisiert. Die meisten Briten sind sehr freundlich und auch interessiert an Internationals und stellen einige Fragen.

Zu anderen Studierenden aus dem Ausland kann man sehr schnell Kontakt aufbauen. In der Einführungswoche wurde eine Infoveranstaltung nur für Studies aus dem Ausland organisiert und anschließend ein kleiner Get-together veranstaltet. Dort konnte man schon viele Leute kennenlernen. Außerdem sind alle neu in der Stadt, wir haben deshalb erstmal einen Trip zu IKEA zusammen gemacht, irgendwas braucht man nämlich noch immer. Zusätzlich gibt es auch einen Kurs, der nur für international Studierende ist. Auch hier kann man sich gut vernetzen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Ich sehe persönlich eine Verbesserung meiner Sprachkompetenz. Da man den Großteil des Tages Englisch spricht, hört und auch liest ist es in meinen Augen unvermeidlich sich zu Verbessern. Zudem schnappt man kleine britische Redewendungen oder Aussprachen auf, was ich persönlich liebe.

Ich fühle mich jetzt deutlich sicherer und auch selbstbewusster in der Sprache!

Wohn-  und Lebenssituation

Nach der Zusage der Uni Southampton habe ich direkt einen Link für die Studentenwohnheime bekommen (https://www.southampton.ac.uk/student-life/accommodation), es ist aber nicht falsch auch schonmal vorher zu schauen. Nicht zuletzt, um sich auch ein Preisverständnis zu bekommen. Über das Portal kannst du dir dann die verschiedenen Wohnheime und Wohnheimformen ansehen, und diese dann nach deiner Priorität ranken.

Man kann bei den Zimmern zwischen vielen verschiedenen Sachen wählen. Zwischen Quiet (ruhig, jeder eher für sich) oder ‘normalen‘ Flat. Zusätzlich dann zwischen den verschiedenen Formen, wie zum Beispiel Basic shared oder Enhanced shared. Das kann etwas überfordernd sein. Wenn du ein eigenes Badezimmer haben möchtest, dann solltest du ein en-suite Zimmer wählen, was natürlich etwas mehr kostet. Ich hatte ein ‘Enhanced Plus shared bathroom‘ Zimmer in Glen Eyre. Das bedeutet ein eigenes Waschbecken + Spiegel im Zimmer, ein 120cm Bett, Küche und Bad werden geteilt.

Ein großer negativer Faktor sind die Mieten, denn diese sind utopisch hoch. Auch das war für mich am Anfang etwas verwirrend, denn sie sind auf der Website in Wochenmieten angegeben, werden aber nicht jede Woche oder Monat abgezogen, sondern zweimal im Semester und alles auf einmal.

Das positive, wenn man in einem Wohnheim unterkommt:

  • Bus Ticket für Southampton (names UniLink https://www.unilinkbus.co.uk/) ist inbegriffen
  • Es gibt eine 24/7 Rezeption
  • Eigenen Post-Room
  • Waschmaschienen und Trockner sind kostenlos (+ braucht kein Waschmittel)
  • Security auf dem Gelände
  • Wenn Mayflower Hall: Gym im Preis mit inbegriffen
  • Common-Rooms, mit Kinoraum, Musikzimmer, Lernräumen etc.

Wenn man viel in Großbritannien reisen möchte, würde ich eine RailroadCard empfehlen (https://www.railcard.co.uk/). Diese kauft man einmal für £35, danach kriegt man auf viele Fahrten gute Rabatte. Ich habe die Karte im BlackFriday gekauft, wodurch die nochmal etwas günstiger war und habe dank ihr sehr viel Geld gespart.

Ich habe hier eigentlich nur mit Karte bezahlt, was in vielen Läden auch bevorzugt wird. Mache dir vor deiner Reise definitiv einen Termin bei der Bank, um zu klären, ob deine Karte dafür geeignet ist und ob hohe Gebühren anfallen. Ich habe mir aber trotzdem vorher etwas Bargeld in Pfund besorgt, um sicherzugehen. (Keine schlechte Idee, da ich Probleme mit meiner Bank hatte und daher die ersten Tage keine Kartenzahlung hatte). Außerdem ist es auch empfehlenswert nochmal seinen Handyvertrag zu checken, um zu sehen, ob man sich eine E-sim holen sollte/ muss.

Lebenshaltungskosten

Man kann es sich nicht schönreden, ein Leben in England ist teuer. Es gibt aber trotzdem Möglichkeiten, wie man sparen kann. Ich habe meine Wocheneinkäufe bei Lidl gemacht und mir auch die Lidl-App geholt. Wenn ich mal ‘ausgefallenere‘ Sachen brauchte, bin ich zu Sainsbury’s gegangen. Hier gibt es die Nectar-Card, auch diese ist sehr hilfreich, um ein paar Pfund zu sparen. Sonst kann man auch immer nach Studirabatten fragen. Nicht nur in Bekleidungsgeschäften, sondern zum Beispiel auch bei der Drogerie Superdrug werden diese angeboten. Aber eben auch nicht überall.

Sonst sollte man sich auch noch bewusst machen, dass Haushaltssachen angeschafft werden müssen, wie Bettwäsche, Kissen, Decken oder eben auch Besteck, Teller, Töpfe etc. Man kann diese Sachen theoretisch in einem UniKit bestellen (https://www.unikitout.com/), das bedeutet, dass sie bereits bei Ankunft in deinem Zimmer warten. Das kann sehr praktisch sein, ist aber auch preisintensiver, als die Sachen z.B. bei IKEA zu kaufen. Wir haben uns in unserer Flat auch einige Sachen wie Toaster oder AirFryer geteilt. Man kann sich aber auch einfach einige Sachen, wie Geschirrtücher, Tasse, Besteck etc. schon mitbringen.

Zum Ende des Austausches gibt es auch viele Angebote die Sachen zu spenden, sodass sie noch einen guten Zweck erfüllen.

Studienfach: Englisch - Lehramt für die Sekundarstufen I und II (allgemeinbildende Fächer) -B.Ed. In Southampton: English Literature

Aufenthaltsdauer: 09/25 – 01 /26

Gastuniversität: University of Southampton

Gastland: Großbritannien

Rückblick

Rückblickend war das Auslandssemester eine sehr prägende Erfahrung, die mich nicht nur akademisch, sondern auch persönlich stark geprägt hat. Besonders in der Anfangszeit fiel es mir nicht immer leicht, mich an die neue Lernkultur und die neue Umgebung zu gewöhnen. Im Laufe des Semesters entwickelte ich jedoch ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Flexibilität. Ich lernte, auch in organisatorisch herausfordernden Situationen ruhig zu bleiben und offener auf neue Menschen und Situationen zuzugehen.

Ich kann ein Auslandssemester allen empfehlen, die bereit sind, die eigene Komfortzone zu verlassen und sich auf neue Erfahrungen einzulassen. Gleichzeitig erfordert es Geduld, Offenheit und die Bereitschaft, mit Unsicherheiten umzugehen.

Für mich war dieses Semester eine wertvolle Erfahrung, die ich keinesfalls hätte missen wollen.


Großbritannien und Nordirland (UK)

Großbritannien

Zurück zur Länderseite

Studying abroad

Studium im Ausland

Hier finden Sie alle Informationen zum Studium im Ausland.

Financial Aid

Finanzierung & Stipendien

Wie Sie Ihr Auslandsstudium finanzieren können und welche Stipendien Sie erhalten können, finden Sie hier.