Skip to main content

Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Alle Informationen rund um das Erasmus+ Programm sind aufgrund der Checklisten einfach zu finden und gut verständlich. Der Bewerbungsprozess über das Portal ist ebenfalls intuitiv. Meine Gastuniversität UniMoRe war ein sehr guter und verständnisvoller Ansprechpartner. Es wurden nicht viele Bewerbungsunterlagen gefordert und die darauffolgende Bewerbung lief reibungslos. 


Studienfach: Informatik/Computer Science

Aufenthaltsdauer: 09/2025 - 07/2026

Gastuniversität: Università di Modena e Reggio Emilia (Unimore)

Gastland: Italien

Studium an der Gastuniversität

Als Erasmusstudent hat man an der Uni in Modena freie Wahl aus den Kursen sowohl des ersten Studienjahres als auch des zweiten. Im Masterstudiengangs Artificial Intelligence liegt der Fokus natürlich auf AI, allerdings gibt es auch einige Kurse mit anderen Schwerpunkten, die ich sehr empfehlen kann. An einem Kurs nehmen in der Regel fünf bis sechzig Studenten teil. Die Prüfungen sind meistens mündlich. Dabei war es für mich sehr ungewohnt, dass während den mündlichen Prüfungen die anderen Studenten ebenfalls im Raum sind und einem zuhören. Sobald eine Prüfung vorbei ist, erhält man sofort seine Note, verlässt den Raum und der nächste Student beginnt mit der Prüfung. Das Niveau entspricht dem Niveau der Kurse am HPI, wobei teilweise sogar ein höherer Maßstab angesetzt wird. Eine Umstellung waren für mich die 9 ECTS-Module statt der gewohnten 6 ECTS. Die Menge des Stoffs erhöht sich in diesen Modulen merklich. Natürlich gibt es auch Module mit 6 ECTS, die ähnlich aufwendig zu den Modulen am HPI sind. Die Dozenten sprechen allesamt gutes Englisch und sind sehr freundlich. Für gute Noten in den Prüfungen ist die Mitarbeit während des Semesters sehr hilfreich. Die Italiener in den Kursen, welche ich besucht habe, haben das nicht so gerne gemacht, da sie sich teils mit der englischen Sprache schwer getan haben. Das Studienklima ist durchweg entspannt und es wird die Zusammenarbeit zwischen Studenten und Dozenten während der Vorlesung forciert. Die Ausstattung der Räume ist völlig in Ordnung, wichtig ist nur zu beachten, dass es in einigen Vorlesungsräumen keine Steckdosen gibt. Der Engineering Campus liegt etwas am Stadtrand, weshalb ein Fahrrad sehr empfehlenswert ist. Es lohnt sich allerdings sich vor Ort ein gebrauchtes Fahrrad zu kaufen, da in der Stadt regelmäßig Fahrräder gestohlen werden. Selbst mir ist das mit meinem gebrauchten Fahrrad passiert, wobei das nicht so tragisch war, weil ich es günstig vor Ort gekauft habe. Die Wege sind zwar nicht weit, da Modena nicht so groß ist, allerdings heißt dichter an der Uni zu wohnen indirekt es weiter ins Stadtzentrum zu haben. Dort verbringt man viel Zeit, somit sollte man das abwägen. Mit dem Fahrrad ist alles in unter 20 Minuten zu erreichen, zu Fuß können es locker 30 Minuten und mehr werden. Es gibt an jedem Campus und in der Stadt verteilt Bibliotheken. Diese sind sehr gut zum (gemeinsamen) Lernen geeignet. Leider haben die Bibliotheken am Wochenende nur kurze (Sa) bzw. keine Öffnungszeiten (So). Was ich ebenfalls sehr empfehlen kann, ist es einen Kurs in einem anderen Studiengang zu belegen. Damit meine ich zum Beispiel einen Kurs von Automotive Engineering. Die Gegend ist sehr bekannt für ihre Autoindustrie dementsprechend sind die Module sehr praxisorientiert und man bekommt gleichzeitig noch mehr Eindrücke eines anderen Studiengangs.

Kontakte zu anderen Studierenden

Es fiel mir schwieriger Kontakt mit italienischen Kommilitonen zu knüpfen als mit anderen internationalen Studenten. Anfangs sind besonders die Events von ESN sehr hilfreich und spaßig dafür. Ebenfalls lernt man noch mehr Leute bei den wöchentlichen Sportevents kennen, die sich nach kurzer Zeit ergeben. Ich habe so meistens zwei Mal pro Woche mit anderen Erasmus Studenten Fußball gespielt. Freundschaften, Trips und Events mit den neugeknüpften Freundschaften ergeben sich schnell. Durch die Kompaktheit der Stadt trifft man meistens zufällig irgendjemand, wenn man in der Stadt unterwegs ist. Das ist eine Eigenschaft, die ich sehr zu schätzen gelernt habe, denn ich wohne aktuell in Berlin und die Stadt ist einfach viel zu groß für spontane und zufällige Begegnungen. Dagegen ist Modena ein fundamentaler Kontrast, im Stadtzentrum ist alles fußläufig gut zu erreichen.

Wohn und Lebenssituation

Man startet in das Semester im September noch bei 30 Grad und kann sehr angenehm warme Temperaturen bis Mitte/Ende November erwarten. Im Dezember und Januar wird es schon kalt und man braucht Winterkleidung. Dementsprechend habe ich etwas unterschätzt, wie schlecht die Häuser in Italien für den Winter geeignet sind. Die meisten Wohnungen haben alte Fenster und sind schlecht isoliert, das kann im Dezember und Januar echt kalt werden. In den anderen Monaten ist das kein Problem. Generell würde ich zur Lage sagen desto näher am Stadtzentrum, desto besser. Natürlich wird es dann auch teurer, aber die Wege zu den üblichen Treffpunkten sind dann sehr entspannt. Eine gute Lage für den Engineering Campus ist etwas östlich vom Stadtzentrum, denn das ist ein guter Kompromiss in beide Richtungen. Für das Studium am Engineering Campus würde ich ein Fahrrad sehr empfehlen. Es verkürzt die Fahrtzeiten doch merklich. Bei den Zimmern gibt es verschiedene Anbieter wie Stanza Semplice oder ähnliche, bei denen man sogar handeln kann/sollte und die auch an für sich ihren Zweck erfüllen. Die beste Lösung wäre es für mich gewesen sich zu zweit eine ganze Wohnung zu mieten. Dann hat man eine WG mit einer Person, die man kennt, zahlt am wenigsten Miete und hat einen Ort zum Treffen mit den anderen Studenten.

Eine Umgewöhnung zu Deutschland ist auf jeden Fall die Siesta, meistens von 14:30 Uhr bis 19:30 Uhr. In dieser Zeit bekommt man bis auf in Supermärkten, Cafés und Fastfood-Ketten kein Essen mehr. Das muss man bedenken, denn es gibt keine richtige Mensa. Dementsprechend muss man mittags meistens „Essen gehen“ oder selbst kochen. Die Hemmschwelle mit dem Kochen steht und fällt dann wieder mit den zuvor erwähnten Faktoren wie Lage der Wohnung bzw. Weg nach Hause, Ausstattung und natürlich den Mitbewohnern bzw. der Sauberkeit. Das „Essen gehen“ merkt das Portemonnaie auf Dauer natürlich, auch wenn man für 6-10€ bereits in einigen Lokalen eine Pizza mit einem Getränk bekommt. Freizeittechnisch bietet die Stadt einiges wie Sport und Kultur. Entweder kann man direkt aus Modena oder über Bologna nach ganz Italien reisen. Auch in der direkten Umgebung gibt es viel zu entdecken, wie Maranello, Parma und Verona. Die Regionalbahn fährt oft genug für Tagestrips. Den Nahverkehr, der ausschließlich aus Bussen besteht, braucht man eigentlich nie, da mit einem Fahrrad alles zu erreichen ist.

Studienfach: Informatik/Computer Science

Aufenthaltsdauer: 09/2025 - 07/2026

Gastuniversität: Università di Modena e Reggio Emilia (Unimore)

Gastland: Italien

Rückblick

Es ist sinnvoll auf jeden Fall mehr Geld für das tägliche Essen einzuplanen und es lohnt sich sehr verschiedene kleine Trips in die Umgebung zu machen. Die verschiedenen Trips während des Semesters sind einfach fantastisch und jeden Cent wert. Das Semester wird mir als eine wundervolle Zeit mit ganz vielen neuen Erfahrungen und Freundschaften in Erinnerung bleiben. Mangelnde Italienisch-Kenntnisse oder die gegebenenfalls empfundene globale Irrelevanz der italienischen Sprache sollten kein Totschlagargument gegen ein Auslandssemester in Italien sein. Auch wenn man die Italienischkurse an der Uni, auch A1, nur mit Vorwissen belegen kann, lernt man trotzdem schnell die wichtigsten Begriffe. Darüber hinaus bietet ESN auch einen Italienisch-Kurs an. Die Kultur, Geografie und Mentalität in Italien sind einzigartig und großartig. Auch wenn hin und wieder Dinge schief gehen, wie ein geklautes Fahrrad oder ähnliches, geht das in den ganzen anderen Erfahrungen einfach unter.

Sonstige Hinweise

Es ist gut vorher mal bei seinem Mobilfunktarif nachzuschauen, wie lange man am Stück im Ausland sein kann. Am Ende musste ich mir eine italienische Prepaid Karte für 10€ monatlich holen, womit es dann keinerlei Probleme gab. Es lohnt sich auch sehr, sich auf jeden Fall die kostenlose Freccia Young Karte zu holen, diese ist vergleichbar mit der BahnCard bei uns, damit kosten die Fernzüge teilweise nur die Hälfte. Man kann dafür einfach die TrenItalia App verwenden und dort alles kaufen. Generell kann ich nur sehr empfehlen die Strecke nach Modena mit dem Zug zu fahren. Die lange Fahrtzeit wirkt erstmal abschreckend, ist aber am Ende gar nicht so schlimm und wird mit einer wunderschönen Fahrt durch die Alpen belohnt. Mit dem Flugzeug sind die Flugzeiten meistens ungünstig und in Kombination mit dem Transfer nach Modena dauert es auch seine Zeit. Außerdem verleiht die Zugfahrt bei der Anreise bzw. Abreise durch die Landschaft dem Semester nochmal einen anderen Touch.

Viel Spaß in Modena!


Italien

Italien

zurück zur Länderseite

Studying abroad

Studium im Ausland

Hier finden Sie alle Informationen zum Studium im Ausland.

Financial Aid

Finanzierung & Stipendien

Hier finden Sie alle Informationen zur Finanzierung Ihres Auslandsaufenthaltes und zu den Stipendien.