Vorbereitung des Auslandsaufenthalts
Die Vorbereitung auf den Aufenthalt war vergleichsweise einfach. Abgesehen von den Schritten, die von der Uni Potsdam erforderlich waren, brauchte man sich sonst nur über https://inforestudante.uc.pt/ bewerben. Dazu gab es auch einen Guide und es war kein Sprachzertifikat erforderlich, sodass es fast kein Mehraufwand gab. Die Kurse waren auch gut beschrieben und hatten eine eigene Seite mit Erklärung, was die Einschätzung und Anerkennung simplifiziert hatte, man musste sie nur finden: https://apps.uc.pt/courses/EN/programme/5041/2025-2026?id_branch=25142.
Von der Kontaktaufnahme habe ich eigentlich keinen Gebrauch gemacht. Das OLA haben sie ohne Kritik unterschrieben und alles andere wurde in einer Informationsveranstaltung nach der Ankunft geklärt. Dort kriegt man im Inforestudiante-Portal einen Zeitslot, für den man sich einschreiben musste, und danach wird einem alles präsentiert.
Studium an der Gastuniversität
Das Studium an der Universität von Coimbra war relativ gut. Jedes Modul bestand aus zwei Terminen, einer Vorlesung und einem Art Tutorium. Wenn man Masterkurse belegt, machen sie die Vorlesung und die Klausuren auch auf Englisch, wenn mindestens ein Mobility-Student teilnimmt. Die meisten Kurse arbeiten projektbasiert. Es gibt keine wöchentlichen Abgaben, sondern Projekt(e) die in dem Semester in kleinen Gruppen ausgearbeitet werden müssen. Außerdem musste man immer Reporte dazuschreiben, was verglichen mit dem HPI recht viel schriftliche Ausarbeitung darstellte. Sonst war der Anspruch definitiv machbar, aber die Klausurbewertung war ziemlich streng nach meiner Erfahrung, vor allem wenn man die Umrechnung in das deutsche System bewertet. Es gibt zwar auch Bibliotheken auf den Campi, aber vor allem gibt es eigentlich auch überall Tische, an denen man frei arbeiten kann. Das wird auch von den Einheimischen rege genutzt und führt so zu einem angenehmen und regen Arbeitsklima.
Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden
Kontakt zu einheimischen Studierenden war, wie tendenziell öfter im Erasmus eher limitiert. Bei Projekten oder beim Studieren arbeitet man mit Locals zusammen und lernt auch ein paar kennen, aber in der Freizeit und außerhalb der Uni hält es sich in Grenzen. Zu internationalen hingegen gibt es unglaublich viele Kontakte. Man ist in der Stadt mit vielen anderen Erasmus Studierenden oder anderen International-Mobility-Students, zum Beispiel auch aus Brasilien. Dort knüpft man viele Kontakte und verbringt viel Zeit auch außerhalb der Uni mit ihnen. Verstärkt auch durch den ESN, der sehr aktiv in Coimbra ist.
Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt
Vor dem Aufenthalt habe ich gar kein Portugiesisch gesprochen und hatte zur Vorbereitung ein wenig Duolingo gemacht, um ein Gefühl für die Sprache zu bekommen. Während des Aufenthalts gab es einen Uni-Erasmus-Sprachkurs, den ich für das A1-Level belegt habe und der mir auch sehr gut gefallen hat. Leider war er sehr beliebt, daher saßen viele Leute im Kurs und man hat fast nicht gesprochen. Für die Theorie wurden viele Grundlagen gelegt und grammatikalische Konzepte gelehrt, von denen man profitiert. Daher habe ich nach dem Aufenthalt rudimentäre sprachliche Fähigkeiten, aber Lesen und Verständnis klappt recht gut.
Wohn- und Lebenssituation
Die Wohnsituation hatte sich bei mir erst spät ergeben, ca. 1 Monat vor der Ankunft. Dann war es aber recht easy. Ich persönlich hatte Probleme bei der Wohnheimsbewerbung, da ich dort nie eine Rückmeldung bekommen hatte, und kannte auch niemanden in Coimbra, der dort wohnte. Bei anderen gab es auch das Problem, dass einzelne Wohnungen Scams waren und Leute sich vor Ort noch etwas suchen mussten. Jedoch klappte auch das ganz gut, also kein Grund zur Sorge, falls man noch nix hat. Ich habe meine Wohnung über Uniplaces gefunden, das war entspannt und hat problemlos bei mir geklappt. Im Winter sind viele Wohnungen nicht geheizt. Das kann schon echt kalt werden, aber das ist dort normal und zur Not muss man sich halt ggf. einen kleinen Heizkörper vor Ort holen. Öffentlicher Nahverkehr ist ein wenig enttäuschend gewesen, da es nur Busse in der Stadt gab und diese recht unzuverlässig waren. Dafür ist aber Uber o.Ä. ziemlich billig und auch Fernbusse zum Reisen sehr erschwinglich. Für den ÖPNV gibt es ein kostenloses Ticket für unter 23-Jährige, aber dies war zu viel administrativer Aufwand wegen offizieller Dokumente, daher habe ich das nicht wahrgenommen. Generell ist Portugal vergleichsweise günstig in vielen Bereichen, was die Miete, Reisen, aber auch Ausgehen und Feiern angeht. Lebensmittel waren jedoch vergleichbar; trotzdem lebt man schon viel billiger als in Potsdam/Deutschland. Was Freizeit angeht, ist Coimbra gut aufgestellt. Vor allem sportlich bietet es viele Möglichkeiten, um mit Studis Volleyball, Basketball, Fußball, Padel und vieles mehr zu spielen. Man kann auch über die Uni gute Sportplätze für wenig Geld mieten. Da Coimbra eine Studienstadt ist, gibt es auch eine rege Ausgeh- und Feierkultur, auch wenn es da spät werden kann. Sonst ist auch fürs Reisen Coimbra gut und zentral gelegen und man kann mit Bussen oder Auto leicht und schnell durch das ganze Land reisen.
Studienfach: Bachelor ITSE
Aufenthaltsdauer: 09/2025 – 02/2026
Gastuniversität: Universidade de Coimbra
Gastland: Portugal
Rückblick
Ich habe die Zeit sehr genossen und würde nicht nur Erasmus, sondern auch Coimbra als Stadt jedem empfehlen. Man hat eine sehr geile Erasmus-Community mit vielen Kontakten und Events, die stattfinden. Auch das Reisen in Portugal ist sehr erschwinglich, so wie auch Flüge auf die Azoren, Madeira oder Reisen in die Algarve, die absolute Highlights im Erasmus waren. Portugal ist ein unglaublich nettes und schönes Land, hat freundliche offene Menschen, nette Natur und fliegt wahrscheinlich unter dem Radar von vielen Leuten. Ich würde es jedem ans Herz legen Erasmus in Coimbra zu machen.
Sonstige Hinweise
Mein einziger Hinweis ist: Vor allem, wenn man im Winter hinreist, muss man sich des Wetters und des Regens bewusst sein. Das ist einem vielleicht nicht so klar. Es ist kein Sommer und Sonnenparadies über das ganze Jahr. Der Winter kann schon durchaus auch verregnet, kalt und ekelig sein. Darüber hinaus stresst euch nicht, es kann passieren, dass Sachen unklar sind oder die Kommunikation ein wenig verzögert. In der Kultur geht man das entspannt an und das zeichnet sich auch in der Planung teilweise ab. Es wird alles passen, nur kriegt man die Infos vielleicht nicht, dann, wenn man denkt, man sollte sie kriegen, sondern ein wenig spontaner.