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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Ich habe mich für die Hankuk University of Foreign Studies (HUFS) und für Südkorea als Gastland entschieden, da ich bereits vorab Koreanisch gelernt hatte und die Kursauswahl sehr gut zu meinen akademischen Zielen passte. Besonders überzeugend war für mich, dass die HUFS viele englischsprachige Lehramtskurse anbietet, die sehr praxisnah gestaltet sind und somit eine ideale Ergänzung zu meinem Studium darstellten. Allerdings sollte man beachten, dass einige Kurse ausschließlich auf Koreanisch unterrichtet werden. Es empfiehlt sich daher, im Vorfeld direkt bei den jeweiligen Dozierenden nachzufragen.

Die Gastuniversität war während des gesamten Bewerbungsprozesses äußerst hilfsbereit und antwortete auf Fragen schnell und zuverlässig. Für die Bewerbung musste ich einen Sprachnachweis, ein Motivationsschreiben, eine Kopie meines Reisepasses, ein Passfoto, eine Leistungsübersicht sowie eine Immatrikulationsbescheinigung einreichen. Ich habe meine Unterlagen Ende Februar abgegeben und Anfang Juni die Zusage erhalten.

Nach der Zusage musste ich noch ein Visum beantragen. Die HUFS stellte mir dafür alle notwendigen Dokumente zur Verfügung. Mit diesen Unterlagen habe ich den Antrag persönlich im Korea Visa Application Center in Berlin eingereicht. Nach etwa zwei Wochen erhielt ich mein Visum. Wichtig ist dabei zu beachten, dass man innerhalb von drei Monaten nach der Zusage nach Südkorea einreisen muss – das Visum sollte also nicht zu früh beantragt werden.

Zusätzlich benötigte ich ein spezielles Passfoto für die Korean Residence Card, die man erhält, wenn man sich länger als 90 Tage in Korea aufhält. Die Vorgaben für dieses Foto sind sehr streng: Ohren, Augen, Augenbrauen und Stirn müssen vollständig sichtbar sein. Mein reguläres Passfoto wurde daher nicht akzeptiert und ich musste vor Ort ein neues anfertigen lassen. Auch bei der Beantragung der Residence Card unterstützte mich die Gastuniversität umfassend und informierte rechtzeitig per E-Mail über alle notwendigen Schritte.


Studienfach: Lehramt Master Primarstufe Deutsch und Englisch

Aufenthaltsdauer: 08/2025 - 12/2025

Gastuniversität: Hankuk University of Foreign Studies

Gastland: Südkorea

Studium an der Gastuniversität

Die Kursregistrierung an der HUFS unterscheidet sich je nachdem, ob man im Bachelor- oder Masterstudium eingeschrieben ist. Als Masterstudentin musste ich die Kurse belegen, indem ich den jeweiligen Dozierenden eine E-Mail schrieb und um eine schriftliche Zustimmung bat. Diese Zustimmung (eine Bestätigung per Mail war ausreichend) reichte ich anschließend gemeinsam mit einem Formular beim Exchange Office ein. Bei mir verlief dieser Prozess problemlos. Die Dozierenden antworteten schnell und freundlich.

Im English Teaching Department war ich die einzige Austauschstudentin. Dennoch waren alle sehr bemüht, auch wenn sie mit den formalen Abläufen nicht immer vollständig vertraut waren. Die Anforderungen in meinen Kursen bestanden aus wöchentlichen Readings und dazugehörigen Fragen, einem Midterm-Projekt, einer finalen Präsentation sowie einem überarbeiteten Aufsatz und einem Projekt. Mein Dozent war sehr transparent in seiner Bewertung, was ich als besonders positiv empfand.

Das Studienklima war insgesamt sehr positiv, und ich habe mich im Unterricht jederzeit wohlgefühlt. Der Unterricht war stark praxisorientiert, und mein Dozent bezog sowohl das koreanische als auch das deutsche Schulsystem in seine Beispiele ein, sodass wir die Inhalte gut nachvollziehen und vergleichen konnten.

Meine Kurse fanden ausschließlich abends statt, was für mich zunächst ungewohnt war. Ein Kurs ging von 18:30 bis 20:00 Uhr, der andere von 20:10 bis 21:40 Uhr. Die Anwesenheitspflicht ist strenger als in Deutschland, allerdings durfte man bei Krankheit oder triftigen Gründen zweimal fehlen. Danach gibt es Abzüge in der Note.

Das fachliche Niveau empfand ich als etwas niedriger als in Deutschland, dafür jedoch deutlich praxisnäher. Ich konnte viele verschiedene Unterrichtsmethoden ausprobieren, die mein Dozent jede Woche neu vorstellte.

Das International Student Office war zu Beginn des Semesters sehr präsent und unterstützend. Es gab eine Einführungsveranstaltung mit wichtigen Informationen, eine Campustour, eine Welcome Party sowie ein Buddy- und Sprachaustauschprogramm. Auch das Exchange Office war jederzeit ansprechbar, und man konnte bei Fragen einfach persönlich vorbeigehen.

Ich studierte auf dem Seoul Campus, der etwa eine halbe Stunde vom Stadtzentrum entfernt liegt. Die Umgebung ist dadurch weniger touristisch. Der Campus ist übersichtlich, aber dennoch gut ausgestattet. Besonders die Bibliothek eignet sich hervorragend zum Lernen und verfügt außerdem über ein Café. Rund um den Campus gibt es zahlreiche Restaurants, Convenience Stores sowie einen Copy Shop zum Ausdrucken von Dokumenten.

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden

In meinen Kursen waren ausschließlich koreanische Studierende. In der ersten Woche nahm ich an der Welcome Party des International Student Office teil, bei der ich viele andere deutsche und internationale Studierende kennenlernte.

Auch mit den Studierenden aus meinen Kursen verstand ich mich sehr gut. Alle waren offen und hilfsbereit, und da der Unterricht auf Englisch stattfand, gab es keinerlei Verständigungsprobleme. Zusätzlich nahm ich am Sprachaustauschprogramm des International Student Office teil, wodurch ich weitere internationale und koreanische Studierende kennenlernen konnte.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Vor meiner Ankunft in Seoul hatte ich etwa ein Jahr lang Koreanisch gelernt und mich kurz vor der Abreise noch einmal intensiv mit alltäglichen Redewendungen beschäftigt. Besonders hilfreich war auch der Koreanisch Kurs vor Ort.

Zusätzlich nahm ich an einem Sprachaustausch teil, bei dem ich mich wöchentlich mit einer koreanischen Studentin traf. Wir lernten gemeinsam Deutsch und Koreanisch. Diese Treffen waren für mich besonders wertvoll, da ich gezielt Fragen zu Themen stellen konnte, die mich persönlich interessierten, und so meine Sprachkenntnisse deutlich verbessern konnte.

Wohn-  und Lebenssituation

Ich habe mich bereits bei der Bewerbung für einen Wohnheimplatz beworben, aber da man erst ca. 1 Monat vorher eine Rückmeldung bekommt, habe ich mich nach Alternativen umgesehen. Daher habe ich eine Einzimmerwohnung Ende April gebucht, welche ich zur Not stornieren konnte. Da ich ein Dreibettzimmer im Wohnheim bekommen hätte, habe ich mich für die Einzimmerwohnung entschieden. Die Zimmer im Wohnheim werden zufällig zugeordnet, und es gibt Ein-, Zwei-, und Dreibettzimmer.

Die Wohnung lag direkt hinter dem Campus, sodass ich innerhalb von zwei Minuten an der Universität war. Zudem verfügte sie über eine kleine Küche, eine eigene Waschmaschine und ein eigenes Bad. Direkt neben dem Gebäude befand sich ein 7/11, was besonders für abendliche Einkäufe sehr praktisch war. Die Miete betrug etwa 450 Euro pro Monat und ich kann diese Unterkunft sehr empfehlen. Gebucht habe ich sie über folgende Seite:
https://www.homesinkor.com/

Generell würde ich empfehlen, eine Unterkunft in Campusnähe zu wählen. Die Gegend ist sehr angenehm, gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden und man spart sich lange Wege zur Universität. Direkt vor meiner Haustür befand sich eine Bushaltestelle, und die U-Bahn-Stationen Hoegi sowie Hankuk University waren jeweils etwa 15 Minuten zu Fuß entfernt. In unmittelbarer Umgebung gab es zahlreiche Cafés, Convenience Stores und Restaurants.

Zu Beginn des Semesters fand außerdem ein Flohmarkt des International Student Office statt. Dort konnte man für wenig Geld alltägliche Gegenstände erwerben, die von Austauschstudierenden des vorherigen Semesters zurückgelassen worden waren. Das war besonders praktisch. Auch Bettwäsche konnte man dort kaufen, weshalb ich empfehlen würde, diese nicht aus Deutschland mitzubringen und stattdessen Platz im Koffer zu sparen.

Geld habe ich meist an Geldautomaten an den U-Bahn-Stationen abgehoben; auch in der Mensa gab es einen Automaten. Die Gebühren waren vergleichsweise niedrig. Ich nutzte die Kreditkarte von Trade Republic und hatte keinerlei Probleme.

Die koreanische Krankenversicherung musste ich zweimal für jeweils zwei Monate bezahlen. Ich erhielt dafür einen Brief, mit dem ich in jedem Convenience Store bar bezahlen konnte. Für zwei Monate betrugen die Kosten etwa 70 Euro. Da ich in Deutschland eine Auslandsversicherung für den gesamten Zeitraum abgeschlossen habe, habe ich doppelt bezahlt. Daher würde ich empfehlen, für den ersten Monat eine deutsche Auslandskrankenversicherung abzuschließen und danach die koreanische Versicherung zu nutzen. Von dieser wird man automatisch erfasst, und eine Befreiung ist sehr aufwendig.

Ich habe nur selten selbst gekocht, da Lebensmittel relativ teuer sind. Dafür ist Essen in Restaurants und Bars deutlich günstiger. In der Mensa habe ich meist etwa 2 Euro pro Mahlzeit bezahlt.

Für die öffentlichen Verkehrsmittel nutzte ich die Climate Card. Diese kostet etwa 35 Euro pro Monat und ermöglicht unbegrenztes Fahren mit Bus und Bahn, was im Vergleich zur T-Money-Card, die man regelmäßig mit Bargeld aufladen muss, sehr praktisch war.

Vor meiner Abreise hatte ich mir für einen Monat eine eSIM besorgt, um direkt nach der Ankunft erreichbar zu sein. Vor Ort bin ich dann in ein Geschäft gegangen und habe den Vertrag problemlos verlängert.

Studienfach: Lehramt Master Primarstufe Deutsch und Englisch

Aufenthaltsdauer: 08/2025 - 12/2025

Gastuniversität: Hankuk University of Foreign Studies

Gastland: Südkorea

Rückblick

Die Zeit hier in Seoul war geprägt von vielen unvergesslichen Erinnerungen. Meine Kurse hatten einen großen Mehrwert für mich, und ich bin überzeugt, dass ich das dort erworbene Wissen in meinem Studium und später auch in meinem Unterricht in Deutschland anwenden kann. Ich habe viele neue Menschen kennengelernt, und der interkulturelle Austausch hat mir sehr viel Freude bereitet.

Seoul selbst hat unglaublich viel zu bieten. Besonders empfehlen kann ich, die zahlreichen Berge rund um die Stadt zu erkunden; eine meiner schönsten Erinnerungen ist die Wanderung auf den Bukhansan mit seinem beeindruckenden Ausblick. Die unzähligen gemütlichen Cafés an jeder Ecke, die rund um die Uhr geöffneten Convenience Stores und das Gefühl, für einige Monate Einwohnerin einer völlig anderen Stadt gewesen zu sein, machten diese Zeit besonders ereignisreich und lehrreich.

Darüber hinaus hat Südkorea noch weit mehr zu bieten als nur Seoul. Auch Reisen nach Busan und Jeju kann ich sehr empfehlen – beide Orte haben auf ihre ganz eigene Weise einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.


Südkorea

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