Skip to main content

Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Das Erasmus+ Programm ermöglicht innerhalb der EU und darüber hinaus vorrangig Studierenden bis zu 12-geförderte Monate an einer Partnerinstitution zu verbringen. Ziel ist nicht nur die akademische Weiterbildung, sondern auch der Ausbau sozialer und interkultureller Kompetenzen in Hinblick auf gemeinsame europäische Werte und Normen sowie die Voranbringung einer europäischen Identität.

Einen längeren Auslandsaufenthalt hatte ich persönlich schon seit Aufnahme meines Studiums geplant – das Erasmus+ Programm ist hierbei die unbürokratischste Option mit festgelegten Stipendienhöhen und abgeschlossenen Vereinbarungen zur Kursanerkennung. Konkret recherchierte ich die Partnerinstitute mit der Austauschkoordinatorin meines Programms. Erwähnenswert ist insbesondere, dass ich an meiner Gastuniversität bereits eine Sommer- und Winterschule im Rahmen der EDUC-Kooperation absolvierte (https://www.uni-potsdam.de/de/educ/fuer-studierende/educ-summer-schools) und insofern bereits mit Ort, Sprache, Universität und Ansprechpartnern vertraut, folglich von der Lehrqualität und Organisation bereits überzeugt war.

Der Kontakt mit der Gastuniversität erfolgte problemlos vorwiegend per Mail bzw. in einem speziellen Portal. Für die Bewerbung wurde lediglich die Studienbescheinigung, ein Ausweisdokument und eine aktuelle Leistungsbescheinigung gefordert.


Studienfach: Interdisziplinäre Russlandstudien 

Aufenthaltsdauer: 09/2025 - 01/2026

Gastuniversität: Brno University of Technology (Vysoké učení technické v Brně)

Gastland: Tschechien

Studium an der Gastuniversität

Studierende aus Deutschland sollten sich mit dem unterschiedlichen akademischen Kalender vertraut machen (https://czs.muni.cz/en/student-from-abroad/exchange-non-degree-studies/erasmus-europe). .Der Vorlesungszeitraum beginnt eher, endet allerdings bereits schon Mitte Dezember, worauf sich direkt die Prüfungen und Abgabetermine anschließen. Die Kursnote setzt sich anders als an der UP aus verschiedenen Teilen zusammen wie etwa Präsentationen, Mid-Term-Tests und Term Paper. Aus meiner Sicht ist daran positiv, dass der Erfolg nicht von einer großen Abschlussklausur abhängt. Zugleich ist der Lernaufwand und Stress im Semester und insbesondere zwischen Ende des Vorlesungszeitraums und Prüfungsbeginn erheblich größer. Die Leistungsbeurteilung erfolgt allerdings wohlwollend, fair und transparent.

Die Betreuung durch die Koordinatorin der Gasthochschule war durchweg hervorragend. Auf individuelle Fragen wurde stets kurzfristig und hilfsbereit geantwortet. Für kursspezifische akademische Rückfragen ist der jeweilige Dozent zuständig, welche allerdings außerhalb der Präsenzzeit schwer zu erreichen sind. Hier sucht man am besten den Weg über die Assistenz oder Sekretariat oder eben direkt im Kurs.

Die Universität besitzt ebenfalls eine empfehlenswerte Mensa und in der lange geöffneten Bibliothek ist auch eine Café untergebracht. Es gibt dort viele buchbare Räume zur Gruppenarbeit bzw. ungestörtem Selbststudium.

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden

Sofern die lokale Sprache nicht beherrscht wird, ist der Aufenthalt überwiegend von Kontakten mit weiteren internationalen Studierenden innerhalb des Erasmus Student Networks geprägt, welches über das ganze Semester hinweg mehrmals pro Woche gemeinsame Abende, Veranstaltungen, Partys, Workshops oder auch Buchclubs organisiert. Durch meine Sprachkurse in Russisch und das Lehrassistenz-Zertifikatsprogramm hatte ich das Glück, auch in tieferen Kontakt mit lokalen Studierenden zu kommen und Freundschaften zu schließen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Durch den Erasmus+ Aufenthalt bin ich definitiv sicherer in der akademischen Verwendung der englischen Sprache in meinem Fachgebiet als auch im spontanen Austausch geworden. Auch ohne vorige Kenntnisse der Landessprache erlernte ich selbstständig grundständiges Tschechisch, was mir aufgrund von Kenntnissen anderer slavischer Sprachen leicht fiel. Innerhalb der Universität als auch im Umfeld wie angrenzenden Restaurants, Cafés und Geschäften in der Stadt wird Englisch problemlos verstanden und sich hilfsbereit gezeigt.

Wohn- und Lebenssituation

Für die eigenen Unterkunft gibt es je nach finanziellem Spielraum und Vorliebe nach Privatsphäre im Wesentlichen zwei Optionen – das günstigere Wohnen im Wohnheim mit geteilten Zimmern und Sanitätsanlagen oder ein privates Apartment in einem Domizil. Ich wählte letztere Option und teilte mir das Apartment mit einem weiteren Austauschstudenten meines Studiengangs, wodurch wir uns die Miete teilen konnten (https://domeq.cz/en/). In unserer Unterkunft genossen wir den Vorteil eines eigenen Bads und eigener Küche. Zugleich wurden regelmäßig gemeinsame Abende mit den weiteren internationalen Raumnachbarn organisiert. Die Recherche sollte spätestens ein halbes Jahr vorher beginnen.

Die Stadt verfügt über ein gut organisiertes Netz öffentlicher Verkehrsmittel mit Trams, Bussen, Anbindung zu einem Fernbahnhof, Busbahnhof und Flughafen – hier sei auch auf die räumliche Nähe zu Prag, Wien, Bratislava und Budapest hingewiesen. Gen Berlin bestehen außerdem erschwingliche Direktverbindungen mit dem EC/RJ.

Bei Zahlungen sollte der Umtauschkurse und anfallende Aufschläge für die Fremdwährung beachtet werden. Es besteht auch die Möglichkeit der Eröffnung eines lokalen Bankkontos. Innerhalb der Stadt gibt es viele englischsprachige und deutschsprachige Ärzte und Apotheken, welche sehr hilfsbereit und günstig sind.

Gegenüber Deutschland sollte mit etwas höheren Kosten in Supermärkten und Drogerien gerechnet werden. Zugleich sind regionale Restaurants hingegen deutlich preiswerter und teilweise günstiger als selbst zu kochen.

Die Stadt ist sehr studentisch geprägt und international offen und bietet unzählige Kulturangebote (auch auf Englisch) – für jeden ist etwas dabei!

Für einen komfortablen Lebensstil würde ich aus eigener Erfahrung etwa 700-800 € einplanen – Studium ist schließlich nicht alles. :)

 

Studienfach: Interdisziplinäre Russlandstudien 

Aufenthaltsdauer: 09/2025 - 01/2026

Gastuniversität: Brno University of Technology (Vysoké učení technické v Brně)

Gastland: Tschechien

Rückblick

Vor dem endgültigen Aufenthalt empfehle ich auf jeden Fall die Absolvierung der EDUC-geförderten Sommer- bzw. Winterschule. Es ist ebenfalls hilfreich, sich mit dem Kursangebot aus vorangegangenen Semestern vertraut zu machen (ggf. Dozenten kontaktieren), den akademischen Kalender zu beachten und sich mit der Unterkunftsfrage zu beschäftigen. Das dortige International Office stellt auch speziell für Erasmus+ Studierende Kurse im Bereich der European Studies bereit. Ich möchte an dieser Stelle nochmals auf den höheren Leistungsaufwand innerhalb der Vorlesungszeit hinweisen.

Aufgrund der geografischen Lage Zentraleuropas bieten sich regelmäßige Ausflüge innerhalb Tschechiens, nach Österreich, Ungarn und in die Slovakei sehr an und sind durch ESN-Kooperationen sehr günstig – insbesondere RegioJet.


Tschechien

Tschechien

Zurück zur Länderseite

Studying abroad

Studium im Ausland

Hier finden Sie alle Informationen zum Studium im Ausland

Financial Aid

Finanzierung & Stipendien

Wie Sie Ihr Auslandsstudium finanzieren können und welche Stipendien Sie erhalten können, erfahren Sie hier