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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Vor dem Antritt des Erasmus-Semesters wurde ich sehr gut durch das International Office der Universität Potsdam auf meinen Aufenthalt vorbereitet. In verschiedenen Einführungsveranstaltungen wurde uns erklärt, worauf man achten muss, welche Herausforderungen im Gastland warten und welche Dokumente hochzuladen sind. Alle wichtigen Informationen wurden somit im Vorhinein mitgeteilt.

Auch die Kontaktaufnahme mit der Gasthochschule funktionierte gut. Das Einreichen der Bewerbungsunterlagen erfolgte problemlos. Ich empfand den Zeitraum für das Einreichen des Learning Agreements jedoch als etwas kurz. Nach dem Hochladen meines OLAS waren Kurse, die ich im Ausland besuchen wollte, plötzlich doch nicht mehr verfügbar. Daraufhin war ein ständiger Austausch mit den Erasmus-Koordinator:innen der Heim- und Gastuniversität notwendig. Dabei war es sehr stressig, in diesem kurzen Zeitraum passende neue Kurse zu finden und die Bestätigung beider Koordinator:innen dafür zu erhalten.


Studienfach: Psychologie

Aufenthaltsdauer: 09/2025 - 02/2026

Gastuniversität: Bahçeşehir Üniversitesi

Gastland: Türkei

Studium an der Gastuniversität

Das Studieren an der Gastuniversität hat mir große Freude bereitet. Ich habe mich leicht in das neue Studienleben eingefunden und es herrschte ein freundliches und respektvolles Klima unter Studierenden und Dozierenden. Die angebotenen Kurse ähnelten denen in Deutschland, wodurch ich das neue Wissen gut mit bisherigen Kenntnissen verknüpfen konnte. Bei Fragen und Problemen standen einem die Professor:innen immer zur Seite, und auch die Mitstudierenden waren sehr hilfsbereit und herzlich. Insgesamt war das Leistungsniveau niedriger als in Deutschland. Bewertet wurde außerdem fair und zugunsten der Studierenden.

Die Universität ist technisch sehr gut ausgestattet und modern eingerichtet. Ich habe mich daher in den Gebäuden immer sehr wohlgefühlt und vor allem häufig die Bibliothek genutzt, die täglich bis 22 Uhr geöffnet hat.

Die zuständigen Erasmus-Buddys haben uns besonders in der Orientierungswoche tatkräftig unterstützt. Nach der Einreise in die Türkei galt es, sehr viele Dokumente einzureichen, um das Visum zu beantragen. Dabei wurden wir in jedem Schritt unterstützt. Auch beim Erlangen einer türkischen Telefonnummer und einer türkischen Krankenversicherung waren uns die Buddys eine große Hilfe. Die Organisation war jedoch manchmal sehr chaotisch und Tagespläne wurden nicht immer eingehalten. Dadurch verloren wir viel Zeit durch Warten. Grundsätzlich bin ich jedoch sehr dankbar, dass ich in diesem komplizierten Prozess so engagiert unterstützt wurde. Auch nach der Einführungswoche war das Erasmus-Office täglich geöffnet und stand uns mit Rat und Tat zur Seite.

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden

Schon seit Beginn des Aufenthalts wurde es uns sehr leicht gemacht, andere Studierende kennenzulernen und neue Freundschaften zu knüpfen. Das ESN-Team ist hier sehr engagiert und organisierte mehrmals wöchentlich verschiedene Treffen und Veranstaltungen für alle Erasmus-Studierenden. Ob ein gemeinsamer Karaoke-Abend, Kennenlernspiele oder ein Picknick im Park – es hat mir immer große Freude bereitet. Dadurch konnte ich auch meine engsten Freund:innen kennenlernen, die vor allem andere Erasmus-Studierende aus Deutschland und anderen europäischen Ländern sind.

Aber auch mit einigen einheimischen Studierenden habe ich viel Zeit verbracht. In gemeinsam belegten Kursen haben wir uns kennengelernt und oft die Pausen zusammen verbracht. Meine Erfahrung ist, dass die türkischen Studierenden hier sehr kontaktfreudig und offenherzig sind und gerne mehr über unsere Kultur erfahren möchten. Es war eine großartige Möglichkeit, mehr über die Welt des jeweils anderen zu lernen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Da alle meine Kurse auf Englisch gehalten wurden und ich viele internationale Freund:innen gefunden habe, haben sich meine Englischkenntnisse deutlich verbessert. Ich merke, dass ich vor allem viele Fachvokabeln dazugewonnen habe und insgesamt viel flüssiger spreche. Auch im Alltag, zum Beispiel im Supermarkt oder beim Friseur, waren meine Englischkenntnisse gefragt. Außerdem habe ich mich mit internationalen Studierenden ausschließlich auf Englisch ausgetauscht.

Wohn- und Lebenssituation

Meine Unterkunft habe ich bereits im Vorhinein in Deutschland über die Website Airbnb gefunden. Ich bin überaus zufrieden damit gewesen. Die Miete war niedrig und ich habe mich sehr wohlgefühlt. Ich lebte mit zwei anderen internationalen Studentinnen zusammen sowie mit einer türkischen Studentin, die meine Vermieterin war. Es war ein respektvolles und warmherziges Zusammenleben. Vor allem meine Vermieterin half mir bei vielen Dingen und zeigte mir die schönsten Orte Istanbuls. Das tägliche Zusammensein mit anderen internationalen Studierenden hat mir sehr gut gefallen und meinen Horizont erweitert, da ich viel über deren Kulturen lernen konnte.

Ein großes Problem in Istanbul stellt der Verkehr dar. Es gibt täglich überall starken Stau, sodass Busse ständig zu spät kommen und auch das Metronetz ist nicht gut ausgebaut. Teilweise brauchte ich doppelt so lange zur Universität wie gedacht. Es empfiehlt sich daher, eine Unterkunft möglichst nahe am Campus zu suchen.

Mit dem Geld kam ich gut zurecht. Das Ticket für öffentliche Verkehrsmittel kostet für Studierende nur 10 Euro pro Monat. Lebensmittel aus dem Supermarkt sind ähnlich teuer wie in Deutschland. Wenn man jedoch auswärts isst, zum Beispiel im Lokanta, an Straßenständen oder beim Döner, ist es sehr günstig und man kann viel Geld sparen. Medikamente aus der Apotheke sind ebenfalls sehr preiswert. Es ist zu beachten, dass man hier häufig Bargeld abheben muss, da oft Barzahlung gewünscht ist.

Von der Universität gab es verschiedene Freizeitclubs, denen man gegen eine Gebühr beitreten konnte, etwa Sport, Schach, Kaffeekurs oder Politik. Ich bin jedoch keinem dieser Clubs beigetreten, da ich meine freie Zeit lieber nutzen wollte, um die Stadt zu erkunden. Daher kann ich dazu keine Einschätzung geben.

Von der Universität wird auch ein Türkisch-Sprachkurs angeboten, allerdings ist es etwas schwierig, dort einen Platz zu bekommen.

Für das Visum muss man eine Krankenversicherung in der Türkei abschließen. Es lohnt sich daher nicht, vorher eine in Deutschland abzuschließen.

Studienfach: Psychologie

Aufenthaltsdauer: 09/2025 - 02/2026

Gastuniversität: Bahçeşehir Üniversitesi

Gastland: Türkei

Rückblick

Insgesamt war mein Aufenthalt in der Türkei eine einzigartige und großartige Erfahrung. Die Stadt ist beeindruckend und bietet wunderschöne Orte. Besonders empfehlenswert ist ein Trip zu den Prinzeninseln. Aber auch die Moscheen, der Bosporus, den man von überall sieht, und die Basare sind überwältigend.

Der Lebensstil hier ist ebenfalls ein anderer. Man kann richtig zur Ruhe kommen und ist von überaus gastfreundlichen und herzlichen Menschen umgeben. Ich würde den Erasmus-Aufenthalt jederzeit wieder machen!

Sonstige Hinweise

Da in Istanbul 16 Millionen Menschen leben, findet man sich schnell in riesigen Menschenmengen wieder. Darauf und auf den teilweise chaotischen Verkehr sollte man sich einstellen.

Wichtig zu wissen ist außerdem, dass das Start- und Enddatum für das Semester von der Gastuniversität erst sehr spät veröffentlicht wird. So musste ich mir bereits eine Wohnung suchen, ohne meine genauen Aufenthaltsdaten zu kennen. Das führte später zu einigen Komplikationen mit meiner Unterkunft.


Türkei

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